Infrastrukturprojekt
Fünf Jahre Betonlieferung für die Nord‑West‑Umfahrung Meran
Die Nord‑West‑Umfahrung Meran, einschließlich des Küchelbergtunnels und der Kavernengarage, zählt zu den bedeutendsten Infrastrukturprojekten Südtirols. Ziel ist die Entlastung des innerstädtischen Verkehrs, die Steigerung der regionalen Erreichbarkeit und die Verbesserung der Lebensqualität in Meran. Mit einer Gesamtlänge von 2.210 Metern, einem Tunnelinnendurchmesser zwischen 12 und 16 Metern sowie einer fast gleichmäßigen Verteilung von Lockermaterial und Fels stellt das Projekt sowohl aus infrastruktureller als auch technischer Sicht eine besondere Herausforderung dar.
Das zweite Baulos führt den Tunnel vom Meraner Bahnhof weiter unter der Goethestraße und dem Zenoberg bis zur Handwerkerzone von Tirol. Hier entsteht ein neuer Kreisverkehr mit Anbindungen nach Passeier, Dorf Tirol und Obermais. Um den städtischen Verkehrsfluss während der Bauphase nicht zu beeinträchtigen, wurde das anspruchsvolle Jet‑Grouting-Verfahren auf einem Kilometer langen Abschnitt angewandt, unterstützt durch vorauseilende Zement-Schirme zur Stabilisierung der Ortsbrust. Die Untertunnelung der Goethestraße dauerte fast drei Jahre, da das Verfahren im Lockergestein nur langsam voranschritt.
Fünf Jahre kontinuierliche Betonversorgung: Logistik und Mengen
Von November 2020 bis September 2025 lieferte Beton Lana den Beton für das Großprojekt. Insgesamt wurden rund 200.000 Kubikmeter Beton und etwa 70.000 Kubikmeter Spritzbeton bereitgestellt, davon etwa 20.000 Kubikmeter für die Kavernengarage. Die Lieferungen entsprachen rund 20.000 Lkw‑Fuhren, ergänzt durch über 100.000 Kubikmeter gepumpter Beton.
Die Logistik erforderte höchste Präzision: Ein 24‑Stunden‑Terminal auf dem Betriebsgelände in Lana stellte sicher, dass auch Nacht‑ und Wochenendbedarfe ohne Verzögerungen gedeckt werden konnten. Dadurch konnten Bauzeiten optimiert und Verkehrsspitzen im Stadtgebiet vermieden werden.
Qualitätssicherung, Spritzbeton und technische Herausforderungen
Die komplexe Geologie, bestehend aus Fels- und Lockergestein, und die innerstädtische Lage stellten hohe Anforderungen an Materialqualität und Verarbeitung. Beton Lana führte rund 1.500 Laborproben durch, überwachte Frisch- und Festbetoneigenschaften sowie Zusatzstoffdosierung und passte die Rezepturen bei Bedarf an.
Spritzbeton spielte eine zentrale Rolle: Er sicherte temporär den Tunnelvortrieb, ermöglichte Fluchtwege und Startbaustellen. Beton Lana entwickelte Rezepturen und übernahm die technische Betreuung vor Ort, um gleichbleibende Qualität und Sicherheit zu gewährleisten.
Nachhaltigkeit durch Kreislaufwirtschaft
Ein entscheidender Beitrag zur Ressourcenschonung war die Wiederverwertung des Tunnelaushubs. Rund 500.000 m³ Material wurden im Werk aufbereitet und wieder in den Tunnel verbaut. Die zeitlich differierenden Betonbedarfe erforderten eine präzise tägliche Planung, Koordination und Abstimmung mit dem Konsortium San Benedetto – Merano SCARL, bestehend aus Carron Bau, Mair Josef & Co. und P.A.C.
Durch gezielte Rohstofflagerung auf einem 10.000 m² großen Areal konnten Transportkosten gesenkt und Emissionen minimiert werden, während gleichzeitig die Materialqualität konstant hoch blieb.
Zusammenarbeit und multidisziplinäre Teamleistung
Der Erfolg des Projekts beruhte auf enger Verzahnung von Vertrieb, Werksteuerung, Labor, Fuhrparkmanagement, Lagerlogistik und Baustellenbetreuung. Nur durch kontinuierliche Kommunikation, schnelle Reaktionsfähigkeit und klar definierte Verantwortlichkeiten konnten Menge, Qualität und Timing zuverlässig eingehalten werden.
Beton Lana zeigte, wie ein regional verankerter Lieferant durch technische Kompetenz, logistische Planung und Teamarbeit einen entscheidenden Beitrag zu einem komplexen Infrastrukturprojekt leisten kann.













