Tunnelbau

Max Kandler,

Strabag und Züblin sichern Großauftrag für den Bau des Pfaffensteigtunnels in Deutschland

Der Ausbau leistungsfähiger Schienenverbindungen zählt zu den wichtigsten Infrastrukturaufgaben im modernen Bauwesen. Mit dem Großauftrag für den Bau des Pfaffensteigtunnels übernehmen Strabag und Züblin eine zentrale Rolle bei einem der bedeutendsten Bahnprojekte in Deutschland. Das Vorhaben ist Teil des Projekts ABS Gäubahn Nord und soll die grenzüberschreitende Verbindung zwischen Stuttgart und der Schweiz nachhaltig verbessern.

Für den Pfaffensteigtunnel ist der Anschlussstutzen im Flughafen-Fernbahnhof bereits gebaut (rechts), auch die Weichenverbindung und die ersten Meter Gleis liegen schon. © DB PSU

Pfaffensteigtunnel als Schlüsselprojekt für die Verkehrsinfrastruktur

Der Pfaffensteigtunnel entsteht als rund elf Kilometer lange zweiröhrige Tunnelanlage mit jeweils eingleisiger Streckenführung. Das Bauwerk verbindet künftig den Fernbahnhof am Stuttgarter Flughafen direkt mit der bestehenden Gäubahntrasse. Für den Schienenverkehr bedeutet das eine deutliche Verkürzung der Fahrzeiten zwischen Stuttgart und der Schweizer Grenze sowie eine leistungsfähigere Anbindung an das europäische Bahnnetz.

Im deutschen Infrastrukturmarkt besitzt das Projekt eine besondere Bedeutung. Der Pfaffensteigtunnel steht exemplarisch für den steigenden Bedarf an leistungsfähigen Verkehrswegen, die den Anforderungen moderner Mobilität und klimafreundlicher Verkehrskonzepte gerecht werden müssen. Gerade im Bauwesen zeigt sich zunehmend, dass komplexe Großprojekte nur durch eine enge Verzahnung von Planung, Ingenieurbau und Ausführung effizient umgesetzt werden können.

Anzeige

Tunnelbau unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen

Die bauliche Umsetzung des Projekts erfolgt in mehreren Vergabepaketen. Im Mittelpunkt steht der rund 9,8 Kilometer lange maschinelle Vortrieb des Haupttunnels mithilfe von zwei Tunnelbohrmaschinen. Zusätzlich umfasst das Projekt anspruchsvolle konventionelle Bauverfahren, etwa bei der Unterquerung der Autobahn A8 und der Neubaustrecke im Bereich des Flughafenbahnhofs.

Der zweite Bauabschnitt beinhaltet neben einem Tunnel in offener Bauweise auch Trogbauwerke, Eisenbahnunterführungen, Stützbauwerke und ein Überwerfungsbauwerk. Gleichzeitig wird die oberirdische Strecke auf eine Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h ausgebaut und technisch ertüchtigt. Damit entsteht nicht nur ein Tunnelprojekt, sondern ein umfassendes Infrastrukturpaket mit hoher technischer Komplexität.

Für Bauunternehmen und Projektverantwortliche zeigt das Projekt beispielhaft, wie stark moderne Infrastrukturmaßnahmen heute von interdisziplinärer Zusammenarbeit geprägt sind. Tunnelbau, Ingenieurbau, Erdbau und Verkehrsplanung greifen beim Pfaffensteigtunnel eng ineinander.

Strabag und Züblin setzen auf integrierte Projektabwicklung

Besonders relevant für die Bauwirtschaft ist die gewählte Projektstruktur. Der Pfaffensteigtunnel wird als sogenanntes Partnerschaftsmodell Schiene umgesetzt. Grundlage ist die Integrierte Projektabwicklung (IPA), bei der alle wesentlichen Projektpartner bereits frühzeitig in Planung und Genehmigungsprozesse eingebunden werden.

Für den Bau komplexer Infrastrukturprojekte in Deutschland gewinnt dieses Modell zunehmend an Bedeutung. Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten lassen sich Planungsprozesse beschleunigen, Risiken frühzeitig identifizieren und Bauabläufe effizienter steuern. Gerade bei technisch anspruchsvollen Großprojekten kann die integrierte Projektabwicklung dazu beitragen, Termin- und Kostenrisiken deutlich zu reduzieren.

Innerhalb des Projekts übernehmen mehrere Konzerneinheiten zentrale Aufgaben. Der Tunnelbau wird durch die Ed. Züblin AG gemeinsam mit der Wayss & Freytag Ingenieurbau AG ausgeführt. Die Strabag verantwortet wesentliche Leistungen im Erdbau. Weitere konstruktive Ingenieurbauleistungen werden ebenfalls unter Beteiligung von Züblin umgesetzt.

Infrastrukturprojekte gewinnen für das Baugewerbe weiter an Bedeutung

Der Großauftrag für den Pfaffensteigtunnel verdeutlicht die wachsende Relevanz großer Infrastrukturmaßnahmen für das Baugewerbe in Deutschland. Neben dem Ausbau von Verkehrswegen rücken zunehmend Themen wie Bauprozessoptimierung, partnerschaftliche Vertragsmodelle und nachhaltige Mobilitätskonzepte in den Mittelpunkt.

Für Bauunternehmen, Projektentwickler und Entscheider im Infrastrukturbau liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse für zukünftige Großvorhaben. Insbesondere die Kombination aus Tunnelbau, Ingenieurbau und integrierter Projektsteuerung zeigt, wie sich komplexe Bauprozesse effizient organisieren lassen.

Mit dem Pfaffensteigtunnel entsteht damit nicht nur ein bedeutendes Verkehrsprojekt zwischen Stuttgart und der Schweiz, sondern auch ein richtungsweisendes Beispiel für die zukünftige Organisation großer Bauprojekte in Deutschland.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren