Weltkongress Gebäudegrün

Damir Mioc,

Starkes Zeichen für mehr Pflanzen in Städten

Der Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) setzte mit seiner internationalen Veranstaltung ein starkes Zeichen. BuGG-Präsident Dr. Gunter Mann und Paulo Palha, Präsident des Europäischen Fachverbands Bauwerksbegrünung (EFB), riefen zu Beginn des Kongresses zum intensiven Austausch auf. Mann betonte: „Der Weltkongress bietet eine wichtige Plattform zur Kommunikation über wissenschaftliche und technische Lösungen zur Klimaanpassung unserer Städte.“ Palha: „Für die Zukunft werden Austausch und intensive Zusammenarbeit entscheidend sein, um die Städte schnellstmöglich widerstandsfähiger zu machen.“ 

Voller Saal beim Weltkongress Gebäudegrün: Über 700 Teilnehmende zählte die internationale Veranstaltung © Bundesverband GebäudeGrün e.V.

Thomas Banzhaf, Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL), sieht die Lösung in der Gebäudebegrünung: „Fassaden aus Stein und Glas sowie die endlosen Dachflächen sind kostbar und sollten als neue grüne Landschaften gedacht werden. Das Potenzial dieser Flächen ist gewaltig.“ Die Politik sieht er besonders in der Pflicht – als Weichensteller. Der BGL-Präsident appelliert: „Unser Land braucht viel mehr Tempo bei der Begrünung der Städte!“

Ute Bonde, Berliner Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und Schirmherrin des Kongresses, sprach sich eindeutig für die Bauwerksbegrünung aus: „Gebäudebegrünung ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit!“ Dass sich so viele Fachleute, Wissenschaftler, Planer und Umweltinteressierte in Berlin treffen, sei ein starkes Signal für die Welt, so Bonde. Überall wachse der Druck auf die ohnehin knappen Flächen. Ungenutzte Dach- und Fassadenflächen seien eine wichtige Alternative mit vielfältigen Vorteilen.

Anzeige

Auch die Parlamentarische Staatssekretärin Bettina Hagedorn, deren Bundesumweltministerium ebenfalls die Schirmherrschaft des Kongresses übernahm, sieht die große Bedeutung der Begrünung von Dächern, Fassaden und Innenräumen: „Gebäudegrün ist beliebt und längst kein Nischenthema mehr. Es gehört zur modernen Daseinsvorsorge. Der BuGG leistet seit Jahren entscheidende Pionierarbeit.“ Die Städte stünden unter Druck und gerade der Gebäudebestand biete großes Potenzial für die Begrünung. Aber der klimaresiliente Umbau unserer Städte sei eine Herkulesaufgabe. „Als Ministerium unterstützen wir unsere Kommunen dabei.“

53 Unternehmen, Verbände und Organisationen gaben in der Fachausstellung einen umfassenden Überblick über die verschiedene Produkt- und Systemlösungen sowie Dienstleistungen der Branche. Ergänzend dazu gab es eine Posterausstellung mit 63 Beiträgen aus 7 Ländern. Beides waren beliebte Treffpunkte des Austausches, des Wiedersehens und Kennenlernens.

Dass die Branche umtriebig ist, zeigte sich in den zahlreichen Vorträgen. 90 Referierende aus 24 Ländern gaben einen umfassenden Einblick in Forschung und praktische Umsetzung. Keynote-Speaker gaben prägende Impulse. Prof. Werner Sobek appellierte in seinem Impulsvortrag „Dein Tun berührt mein Sein“ an die Verantwortung, die jeder für sein eigenes Handeln trägt. Gemeinschaftliches Denken und Handeln könne viel bewirken. Der international bekannte Architekt fordert mehr Antizipation von Zukunft. „Die Beschäftigung mit Zukunftsfragen weltweit, ist das Wichtigste für die Architektur. Wir brauchen mehr Bäume und eine Begrünung von Gebäuden ist unglaublich wichtig. Wir müssen so viel begrünen, wie wir können!“

An Tag 3 des Weltkongresses fanden Exkursionen mit fachkundiger Begleitung zu besonderen Begrünungsobjekten in Berlin statt. Neben dem Wissenstransfer und dem Aufzeigen von Best Practice-Beispielen, stand die Vernetzung zwischen den Teilnehmenden aus Planung, Politik, Städten, Siedlungswasserwirtschaft, Industrie, Immobilienbranche und Verbänden im Vordergrund. Die rund 260 Teilnehmenden der 4 Exkursionen zeigten sich beeindruckt von der Fülle und Vielfalt der Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünungen in Berlin

„Der Weltkongress Gebäudegrün hat uns alle noch einmal wachgerüttelt. Er hat gezeigt, wie wichtig das Grün an und in Gebäuden ist und was alles möglich ist“, resümierte BuGG-Präsident Dr. Gunter Mann. Nun gelte es, das Thema Gebäudegrün noch viel stärker in die Tat umzusetzen. „Der Kongress hat dem Ganzen einen ordentlichen Schub verliehen. Diesen müssen wir nun nutzen!“ 

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren