Umnutzung

Jessica Stütz,

Vom Sakralraum zur Boulderhalle

Prinzip des minimalinvasiven Bauens: Der denkmalgeschützte Bestand bleibt in seiner Kubatur, räumlichen Wirkung und Materialität erhalten, wird jedoch ergänzt und in Teilbereichen neu genutzt © ATP architekten ingenieure

Alte Kirche, neue Nutzung: Ein Teil der denkmalgeschützten Pfarrkirche Petrus Canisius aus den 1960er-Jahren soll künftig als Boulderhalle genutzt werden – ergänzt durch einen Gastronomiebereich in einem südlichen Zubau. Der Anbau ist als leichte Holzkonstruktion konzipiert. Er greift das Konstruktionsraster des bestehenden Gitterrostsystems auf, das charakteristisch für den Bau ist. Dieses Raster wird in der Fassadengliederung konsequent nachgezeichnet. Das Erdgeschoss ist weitgehend verglast, wodurch eine hohe Transparenz zur Promenade entsteht. Die überhöhte Attika, hinter der die Haustechnik für Gastronomie und Boulderhalle verborgen liegt, wird mit Holzpaneelen verkleidet. Aufgeklebte vertikale Lamellen verleihen der Fassade zusätzliche Tiefe und Plastizität. Auch die Dachaufsicht ist als einheitliche Kubatur gestaltet: Lüftungsgeräte und Kanäle werden durch ein Stahlgitter überdeckt, sodass lediglich ein einzelner Zuluftkanal sichtbar über das Dach der Pfarrerwohnung geführt werden muss. Die Abluft wird vollständig unsichtbar im Erdreich entlang der südwestlichen Gebäudeseite zurückgeführt. In seiner Materialität bleibt der Zubau bewusst eigenständig: Während der Bestand eine Kombination aus Beton, Stahl und Glas aufweist, vermittelt der neue Baukörper mit seiner Holzbauweise eine Leichtigkeit, die nahezu additiv – im Sinne eines "Plug-and-Play"-Prinzips – an den Bestand angedockt ist. Diese Bauweise erlaubt zudem einen vollständigen Rückbau, ohne den ursprünglichen Zustand der Kirche dauerhaft zu verändern.

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