Arbeitssicherheit
Sichere Wartungswege auf dem Ostbahnhof Berlin mit LUX-Top
Die Modernisierung großer Verkehrsinfrastrukturen stellt Bauherren, Planer und ausführende Unternehmen regelmäßig vor besondere Herausforderungen. Neben der Erneuerung der Bausubstanz gewinnen Aspekte wie Wartungsfreundlichkeit, Arbeitsschutz und langfristige Betriebssicherheit zunehmend an Bedeutung. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist der Ostbahnhof Berlin, einer der wichtigsten Bahnknotenpunkte Deutschlands, der bis 2026 bei laufendem Betrieb umfassend modernisiert wird.
Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen die markanten Tonnendächer des Bahnhofs. Mit ihrer neuen metallischen Dachverkleidung und integrierten Oberlichtern erfüllen sie nicht nur gestalterische und funktionale Anforderungen, sondern erfordern zugleich ein durchdachtes Sicherheitskonzept für spätere Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten. Genau hier setzt die projektspezifische Lösung von LUX-top an.
Komplexe Dachgeometrie erfordert individuelle Planung
Die beiden rund 200 Meter langen Tonnendächer des Ostbahnhof Berlin zeichnen sich durch ihre besondere Formgebung aus. Solche Dachkonstruktionen stellen hohe Anforderungen an die Planung von Absturzsicherungen, da Standardlösungen häufig an geometrische Grenzen stoßen.
Im Zuge der Dachsanierung mit dem Metalldachsystem Zambelli Speed 500 entwickelte LUX-top gemeinsam mit dem spezialisierten Montageunternehmen absturz.SICHER ein durchgängiges Sicherheitskonzept für die gesamte Dachfläche. Ziel war es, sichere Wartungswege zu schaffen, die dauerhaft genutzt werden können und gleichzeitig den besonderen baulichen Gegebenheiten Rechnung tragen.
Die Umsetzung erfolgte mit mehreren neu entwickelten Laufstegen des Systems LUX-top LST Rail. Die Wartungswege wurden in einer Breite von 800 Millimetern ausgeführt und je nach Einsatzbereich mit unterschiedlichen Sicherheitsausstattungen versehen. Zum Einsatz kamen Varianten mit und ohne Seitenschutz sowie Ausführungen mit ein- oder beidseitiger horizontaler Absturzsicherung. Dadurch entstehen klar definierte Verkehrs- und Arbeitsbereiche, die Wartungskräften eine sichere Bewegung über die gesamte Dachlänge ermöglichen.
Sonderkonstruktionen für anspruchsvolle Zugangsbereiche
Besondere Aufmerksamkeit erforderte die Ausführung im Bereich der sogenannten Dunkelklappen. Hier mussten sichere Ein- und Ausstiege unter Berücksichtigung unterschiedlicher Höhenlagen geschaffen werden. Die Lösung bestand in einer individuell geplanten Sonderkonstruktion, die überwiegend auf bewährten Standardkomponenten von LUX-top basiert.
Hierfür wurden Podeste mit Geländersystemen aus den Produktlinien LUX-top G-T und LUX-top LST projektspezifisch kombiniert. Das Ergebnis sind funktionale Übergangsbereiche, die den sicheren Zugang zu wartungsrelevanten Dachzonen gewährleisten und gleichzeitig eine wirtschaftliche Umsetzung ermöglichen.
Gerade bei Bestandsgebäuden zeigt sich in solchen Details die Bedeutung einer sorgfältigen Planung. Individuell angepasste Konstruktionen tragen dazu bei, Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, ohne unnötige Eingriffe in die bestehende Gebäudestruktur vornehmen zu müssen.
Absturzsicherung auf gekrümmten Dachflächen
Eine weitere technische Herausforderung ergab sich im Bereich der Treppenanlagen. Aufgrund der gekrümmten Dachform mussten die Schienenführungen der horizontalen Anschlageinrichtung LUX-top FSA 2010-H an unterschiedliche Winkel und Übergänge angepasst werden.
Insbesondere bei gewölbten Dachflächen erfordert die Integration von Anschlagsystemen eine hohe planerische Präzision. Die Absturzsicherung muss dabei nicht nur normgerecht funktionieren, sondern auch dauerhaft belastbar und wartungsarm ausgeführt werden. Die projektspezifische Anpassung der Schienenverläufe ermöglicht eine sichere Nutzung der Dachflächen entlang der vorgesehenen Arbeitsbereiche.
Arbeitssicherheit als Bestandteil nachhaltiger Gebäudebewirtschaftung
Für Betreiber großer Infrastrukturgebäude wird die sichere Zugänglichkeit technischer Anlagen zunehmend zu einem wirtschaftlichen Faktor. Wartungsarbeiten an Oberlichtern, Dachentwässerungen oder technischen Aufbauten müssen regelmäßig durchgeführt werden. Fehlende oder unzureichende Sicherungssysteme können dabei erhebliche Risiken verursachen.
Die am Ostbahnhof Berlin installierten Systeme sind ausschließlich für geschulte und unterwiesene Fachkräfte vorgesehen, die im Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) ausgebildet sind. Durch klar definierte Laufwege und Anschlagmöglichkeiten werden Arbeitsabläufe vereinfacht und potenzielle Gefährdungen deutlich reduziert.
Das Projekt verdeutlicht, wie sichere Wartungswege bereits in der Planungsphase moderner Sanierungsmaßnahmen berücksichtigt werden können. Gleichzeitig zeigt es, dass auch komplexe Bestandsgebäude mit individuellen Lösungen zuverlässig und normgerecht ausgestattet werden können.
Praxisbeispiel für moderne Absturzsicherung im Bestand
Der Ostbahnhof Berlin steht exemplarisch für die Anforderungen, denen sich Bauunternehmen, Planungsbüros und Betreiber bei der Modernisierung großer Bestandsobjekte stellen müssen. Neben architektonischen und technischen Aspekten gewinnen langfristige Wartungsstrategien und sichere Arbeitsbedingungen zunehmend an Bedeutung.










