Baustelle

Max Kandler,

Spatenstich für neues Liebherr-Montagewerk in Nambsheim

Mit dem offiziellen Spatenstich beginnt Liebherr den Bau eines neuen Montagewerks im elsässischen Nambsheim. Gemeinsam mit Vertretern regionaler Behörden, institutionellen Partnern und Mitarbeitenden der Firmengruppe wurde der Startschuss für ein Industrieprojekt gegeben, das sowohl die Produktionskapazitäten des Unternehmens als auch die industrielle Wertschöpfung in Europa langfristig stärken soll.

Den ersten Spatenstich für das neue Liebherr-Werk führten Jan Liebherr sowie Vertreter der Politik und Partner durch, darunter Christine Schwarz, Bürgermeisterin von Nambsheim, zu seiner Rechten, und Brigitte Klinkert, Abgeordnete des Departements Haut-Rhin, zu seiner Linken.  © Liebherr

Der neue Standort entsteht im französischen Département Haut-Rhin und erweitert die industrielle Präsenz von Liebherr im Elsass. Für die Bauwirtschaft unterstreicht das Projekt die anhaltende Bedeutung europäischer Produktionsstandorte und den Trend, strategische Fertigungskompetenzen innerhalb Europas auszubauen.

Montagewerk bündelt Know-how für die Fertigung von Fahrerkabinen

Das künftige Montagewerk wird innerhalb der Erdbewegungssparte der Firmengruppe angesiedelt und sich auf die Montage von Fahrerkabinen für Erdbewegungsmaschinen spezialisieren. Ziel ist es, bislang verteilte Fertigungskompetenzen an einem Standort zu bündeln und dadurch Prozesse effizienter zu gestalten sowie die Versorgung der eigenen Produktionswerke zu sichern.

Nach der geplanten Inbetriebnahme Anfang 2028 soll das Werk eine Produktionskapazität von bis zu 10.000 Fahrerkabinen pro Jahr erreichen. Damit übernimmt der Standort eine zentrale Funktion innerhalb der konzerninternen Lieferkette und trägt dazu bei, Produktionsabläufe widerstandsfähiger und unabhängiger zu gestalten.

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Gerade vor dem Hintergrund internationaler Lieferketten und steigender Anforderungen an Versorgungssicherheit gewinnt die Konzentration strategischer Fertigungsschritte zunehmend an Bedeutung. Für Hersteller von Baumaschinen bedeutet dies kürzere Transportwege innerhalb Europas, eine höhere Planbarkeit sowie eine stärkere Kontrolle über qualitätsrelevante Prozesse.

Investition von mehr als 100 Millionen Euro stärkt den Industriestandort

Mit einer Investition von über 100 Millionen Euro setzt Liebherr ein deutliches Zeichen für den Industriestandort Frankreich und das wirtschaftliche Potenzial des Elsass. Das Unternehmen baut damit seine langjährige Präsenz in der Region weiter aus und schafft die Voraussetzungen für weiteres Wachstum.

Am Standort Nambsheim sollen langfristig mehr als 200 Arbeitsplätze entstehen. Gleichzeitig profitiert das Projekt von der Nähe zu bestehenden Produktionsstandorten der Firmengruppe, wodurch Synergien innerhalb der Fertigung und Logistik genutzt werden können. Auch regionale Zulieferer und Dienstleister könnten von der Erweiterung der industriellen Infrastruktur profitieren.

Nachhaltigkeit ist Bestandteil der Standortplanung

Der neue Liebherr-Standort in Nambsheim, an dem ab 2028 die neuen Fahrerkabinen für die Erdbewegungsmaschinen der Firmengruppe hergestellt werden. © Liebherr

Bereits in der Planungsphase wurde das neue Montagewerk auf einen ressourcenschonenden Betrieb ausgelegt. Der Standort strebt eine BREEAM-Zertifizierung an und orientiert sich damit an einem international anerkannten Standard für nachhaltige Industrie- und Gewerbebauten.

Geplant sind Maßnahmen zur Optimierung des Energieverbrauchs, der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser- und Materialressourcen. Gleichzeitig sollen Auswirkungen auf das unmittelbare Umfeld möglichst gering gehalten werden. Damit verbindet das Projekt wirtschaftliche Anforderungen mit modernen Standards im nachhaltigen Industriebau.

Für Bauunternehmen und Projektverantwortliche zeigt das Vorhaben beispielhaft, wie Produktionsgebäude heute zunehmend unter den Gesichtspunkten Energieeffizienz, Ressourcenschonung und langfristiger Wirtschaftlichkeit entwickelt werden.

Liebherr baut seine industrielle Präsenz in Frankreich weiter aus

Mit dem neuen Standort erweitert Liebherr seine bereits seit Jahrzehnten bestehende industrielle Basis in Frankreich. Im Elsass ist die Unternehmensgruppe seit 1961 vertreten und betreibt dort mehrere Werke für Erdbewegungsmaschinen, Komponentenfertigung sowie Service- und Vertriebsaktivitäten. Im Raum Colmar sind heute mehr als 3.000 Mitarbeitende beschäftigt.

Darüber hinaus gehört auch der Standort Toulouse mit dem Geschäftsbereich Liebherr-Aerospace seit vielen Jahren zum französischen Produktionsnetzwerk der Firmengruppe. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen in Frankreich rund 5.000 Mitarbeitende.

Bedeutung für die Bau- und Baumaschinenbranche

Der Spatenstich für das neue Liebherr-Montagewerk in Nambsheim steht beispielhaft für die strategische Weiterentwicklung europäischer Industrie- und Produktionsstandorte. Die Investition stärkt nicht nur die Fertigungskapazitäten des Unternehmens, sondern zeigt zugleich, welche Rolle moderne Produktionskonzepte, nachhaltige Gebäudestandards und stabile Lieferketten künftig für die Bau- und Baumaschinenbranche spielen werden.

Mit der geplanten Inbetriebnahme Anfang 2028 entsteht in Nambsheim ein weiterer zentraler Baustein innerhalb des europäischen Produktionsnetzwerks von Liebherr und ein Projekt, das die langfristige Ausrichtung der Firmengruppe auf industrielle Wertschöpfung in Europa unterstreicht.

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