Straßenbau
Richard Schulz Tiefbau: Ortsumfahrung Taufkirchen in durchgängig digitaler Bauweise
Die Richard Schulz Tiefbau GmbH & Co. KG zeigt mit der Ortsumfahrung Taufkirchen eindrucksvoll, wie sich digitale Bauprozesse in anspruchsvollen Infrastrukturprojekten wirtschaftlich und praxisnah einsetzen lassen. Das rund 5,4 Kilometer lange Straßenbauprojekt verbindet moderne Vermessungstechnik, digitale Planung und 3D-Maschinensteuerung zu einem durchgängigen Arbeitsprozess. Damit gelingt es dem Bauunternehmen, selbst unter schwierigen geologischen und topografischen Rahmenbedingungen den Baufortschritt planmäßig voranzutreiben.
Wachsende Verkehrsbelastung machte die Ortsumfahrung erforderlich
Die Gemeinde Taufkirchen (Vils) hat sich durch ihre Nähe zum Ballungsraum München in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Mit der zunehmenden Ansiedlung von Gewerbe und Wohnbebauung stieg gleichzeitig das Verkehrsaufkommen deutlich an. Besonders die Bundesstraßen B15 und B388 führen zu einer hohen Belastung der Ortsdurchfahrt. Nach dem Planfeststellungsbeschluss im Jahr 2015 sowie einer abschließenden Planänderung im Januar 2022 begann im März 2023 der Bau der neuen Umgehungsstraße. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen.
Als Auftraggeber fungiert das Staatliche Bauamt Freising. Mit den Erd- und Straßenbauarbeiten wurde die Richard Schulz Tiefbau GmbH & Co. KG am Standort Taufkirchen (Vils) beauftragt. Das Projekt umfasst neben der zweispurigen Straßenverbindung insgesamt fünf Kreuzungen und Einmündungen, sieben Brücken sowie drei Durchlässe zur Querung von Straßen und Gewässern. Die Trasse verläuft durch anspruchsvolles, hügeliges Gelände und stellt hohe Anforderungen an Planung, Vermessung und Bauausführung.
Digitale Datenerfassung schafft die Grundlage für präzise Bauabläufe
Bereits vor Beginn der Erdarbeiten setzte das Unternehmen konsequent auf digitale Datenerfassung. Das bestehende Gelände wurde mit einer DJI Matrice 4 Enterprise per Drohnenvermessung aufgenommen. Aus den georeferenzierten Luftbildern wurden über die Plattform Propeller digitale Geländemodelle erstellt. Diese Daten bildeten anschließend die Grundlage für die weitere Bearbeitung im Trimble Business Center.
Im Trimble Business Center wurden die Vermessungsdaten für den Einsatz der 3D-Maschinensteuerung aufbereitet. Dadurch standen den Baumaschinen präzise digitale Geländemodelle zur Verfügung, die den Aushub, den Massenausgleich sowie den späteren Bodeneinbau exakt unterstützen. Die digitale Prozesskette beginnt damit bereits in der Vermessung und setzt sich ohne Medienbrüche bis zur Bauausführung fort.
Vernetzte Maschinensteuerung erhöht Präzision und Produktivität
Für die Erd- und Straßenbauarbeiten kommt eine Maschinenflotte verschiedener Hersteller zum Einsatz. Raupen, Kettenbagger und Mobilbagger arbeiten mit Trimble Earthworks 3D Dual GNSS-Steuerungen und Trimble MS796-Empfängern. Ergänzt wird die Ausstattung durch einen Grader mit UTS-Steuerung für die Feinplanie sowie einen Minibagger mit Trimble Siteworks Machine Guidance.
Auch die Vermessung während der Bauausführung erfolgt vollständig digital. Lage- und Höhenkontrollen werden sowohl mit der Drohne als auch mit GNSS-Rovern, Trimble R780-Empfängern und Trimble TSC7-Feldrechnern durchgeführt. Eine eigene Basisstation mit Trimble R750-Empfänger versorgt sämtliche Maschinen und Vermessungsgeräte auf der Baustelle kontinuierlich mit Korrekturdaten und gewährleistet dadurch eine einheitliche Positionsgenauigkeit.
Digitale Bauweise bewährt sich auch unter schwierigen Bedingungen
Die Bauarbeiten verlaufen nicht ohne Herausforderungen. Für den erforderlichen Massenausgleich müssen rund 500.000 Kubikmeter Boden bewegt werden. Zusätzlich wurde zu Beginn der Arbeiten auf einer Länge von rund 500 Metern Torfboden festgestellt. Um die notwendige Tragfähigkeit des Untergrunds sicherzustellen, sind dort Bodenaustausch oder Vorbelastungsmaßnahmen erforderlich.
Gerade unter diesen Bedingungen zeigt sich der Vorteil einer durchgängigen digitalen Bauweise. Präzise Vermessungsdaten, aktuelle Geländemodelle und die direkte Übergabe der Planungsdaten an die Maschinensteuerung ermöglichen schnelle Anpassungen im Bauablauf und reduzieren gleichzeitig den Aufwand für wiederkehrende Vermessungsarbeiten.
Digitale Prozessketten werden zum Erfolgsfaktor im modernen Straßenbau
Das Projekt Ortsumfahrung Taufkirchen verdeutlicht, welchen Stellenwert digitale Bauprozesse inzwischen im Straßen- und Tiefbau einnehmen. Die Kombination aus Drohnenvermessung, Trimble Business Center, digitaler Datenaufbereitung und vernetzter Maschinensteuerung unterstützt eine effiziente Bauausführung und trägt dazu bei, auch komplexe Infrastrukturmaßnahmen wirtschaftlich und termingerecht umzusetzen.
Für die Richard Schulz Tiefbau GmbH & Co. KG zahlt sich die kontinuierliche Digitalisierung der eigenen Prozesse unmittelbar aus. Die durchgängige Nutzung digitaler Arbeitsabläufe verbessert die Transparenz auf der Baustelle, erhöht die Ausführungsgenauigkeit und schafft die Voraussetzungen, um Infrastrukturprojekte dieser Größenordnung effizient zu realisieren. Damit zeigt das Projekt beispielhaft, wie moderne Digitalisierung heute zu einem zentralen Erfolgsfaktor im Tief- und Straßenbau geworden ist.










