Neues Verfahren

Kai Ingmar Link,

Gistex: Boden statt Austausch

Ein Unternehmen aus Südhessen will mit einem Verfahren den Bodenaustausch im Tief- und Straßenbau überflüssig machen.

Das neue Verfahren soll nachhaltiger und schonender sein. © Gistex

Im Mittelpunkt der Entwicklung von Gistex steht ein einfach wirkender, aber potenziell weitreichender Ansatz: Der vorhandene Boden wird nicht ersetzt, sondern direkt vor Ort stabilisiert. Dazu wird er mit Zement und dem biologisch abbaubaren Additiv Gistrong vermischt und zu einem tragfähigen Unterbau verarbeitet.

Der Effekt: Der klassische Bodenaustausch, einer der kosten- und zeitintensivsten Schritte im Straßen- und Tiefbau, entfällt in vielen Fällen. Nach Unternehmensangaben lassen sich Baukosten dadurch um 20 bis 30 Prozent reduzieren, gleichzeitig sollen Projekte deutlich schneller realisiert werden können.

Gerade im kommunalen Straßenbau, bei Erschließungsmaßnahmen oder beim Neubau von Gewerbe- und Industrieflächen ist der Untergrund häufig ein entscheidender Kostenfaktor. Muss ungeeigneter Boden ausgetauscht und neu eingebracht werden, steigen nicht nur die Materialkosten, sondern auch Transportaufwand, Bauzeit und CO2- Bilanz erheblich.

An dieser Stelle kommt das Verfahren aus Hessen ins Spiel. Indem der vorhandene Boden vor Ort aufbereitet wird, reduziert sich der logistische Aufwand deutlich. Für Bauunternehmen ergibt sich daraus ein möglicher Wettbewerbsvorteil in Ausschreibungen, insbesondere in preissensiblen Segmenten. Neben der wirtschaftlichen Komponente spielt die ökologische Wirkung eine zentrale Rolle. Laut Gistex können durch den Verzicht auf Bodenaustausch erhebliche Mengen an COeingespart werden, da der Transport von Aushubmaterial weitgehend entfällt, was die Umweltbilanz zusätzlich verbessert.

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Das eingesetzte Additiv Gistrong wurde nach Unternehmensangaben mehrfach auf Umweltverträglichkeit geprüft und durch unabhängige Institute zertifiziert. Ein weiterer Aspekt: Bei temporären Bauflächen, etwa Baustraßen, soll der ursprüngliche Zustand des Bodens wiederherstellbar sein.

Das Verfahren ist kein reines Laborprojekt. Laut Unternehmensangaben wurde es bereits in zahlreichen Projekten eingesetzt. Damit bewegt sich die Technologie zunehmend aus der Pilotphase in Richtung praktischer Anwendung im Baualltag.

Interessant ist dabei die potenzielle Bandbreite: Neben Straßenbauprojekten sieht das Unternehmen Gistex auch Einsatzmöglichkeiten bei der Bodenverdichtung für Fundamente von Wohn- und Industriegebäuden. Damit würde sich das Anwendungsfeld deutlich über den klassischen Tiefbau hinaus erweitern.

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