Städtebau

Max Kandler,

Stadtrat Landsberg beschließt Bebauungsplan für Quartier am Papierbach

Mit dem Satzungsbeschluss des Stadtrats für den Bebauungsplan der Baufelder B1 und D erreicht das Quartier am Papierbach in Landsberg am Lech einen wichtigen Meilenstein. Die Entscheidung schafft die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die weitere Umsetzung eines zentralen Abschnitts der Quartiersentwicklung. Für Projektentwickler, Bauunternehmen und Planungsbeteiligte beginnt damit die nächste Phase, in der die Ausführungsplanung und die bauliche Vorbereitung im Mittelpunkt stehen.

Das Konzept für den neuen Europaplatz („grünes Entrée´) wurde von grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner aus Freising entwickelt. © NOOKTA

Nach dem Beschluss können die Planungs- und Pre-Construction-Maßnahmen aufgenommen werden. Der Baubeginn wird nach Abschluss dieser Vorbereitungen derzeit für Mitte 2027 erwartet. Das Projekt wird von der Ehret+Klein AG entwickelt und zählt zu den bedeutenden städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen der Region.

Europaplatz als neues städtebauliches Zentrum

Im Mittelpunkt der aktuellen Planung steht die Neugestaltung des künftigen Europaplatzes. Mit der Überarbeitung des Bebauungskonzepts entsteht ein größer dimensionierter öffentlicher Platz, der künftig als zentraler Aufenthalts- und Begegnungsraum innerhalb des Quartiers dienen soll. Gleichzeitig verbessert die neue Platzgestaltung die Verbindung zwischen dem Lady-Herkomer-Steg und den westlichen Stadtbereichen.

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Ein wesentliches Merkmal des Entwurfs ist die konsequente Berücksichtigung klimaangepasster Freiraumplanung. Tiefwurzelnde und klimaresiliente Baumarten sollen ein grünes Dach über dem Platz bilden und damit sowohl die Aufenthaltsqualität als auch das Mikroklima verbessern. Ergänzend sieht das Freiraumkonzept Lösungen für eine zeitgemäße Regenwasserbewirtschaftung vor. Die Planung entstand im Rahmen eines mehrstufigen Beteiligungs- und Abstimmungsprozesses.

Baufeld B1 verbindet Hotel, Kultur und Wohnen

Mit dem Baufeld B1 wird ein multifunktionales Gebäude realisiert, das verschiedene Nutzungen miteinander verbindet. Vorgesehen sind ein Hotel, ein Kulturbereich sowie Wohnnutzungen mit Eigentumswohnungen und Serviced Apartments.

Visualisierung © NOOKTA

Ein zentraler Bestandteil des Gebäudes ist der Kulturpavillon im Erdgeschoss. Er öffnet sich zum Europaplatz und schafft eine räumliche Verbindung zwischen Innen- und Außenbereich. Veranstaltungen können dadurch sowohl innerhalb des Gebäudes als auch auf den angrenzenden Freiflächen stattfinden. Der Kulturbereich verfügt über rund 360 Quadratmeter Nutzfläche sowie ein Zwischengeschoss und bietet Platz für bis zu 200 Besucher. Nach der Fertigstellung übernimmt die Stadt Landsberg am Lech die Kuratierung des Kulturangebots.

Im Zuge der Überarbeitung wurden Gebäudehöhe und Baukörper angepasst. Ziel war es, das Bauwerk besser in die bestehende Quartiersstruktur einzubinden und gleichzeitig zusätzlichen öffentlichen Freiraum zu schaffen. Auch Anregungen aus der Bürgerbeteiligung flossen in die Planung ein. So wird die Dachfläche gegenüber früheren Entwürfen begrünt ausgeführt.

Baufeld D komplettiert den südlichen Quartiersabschluss

Parallel dazu bildet das Baufeld D den südlichen Abschluss des Quartier am Papierbach. Direkt am Papierbach und angrenzend an ein Feuchtbiotop entsteht nach den vorliegenden Planungen ein Wohngebäude mit insgesamt 56 Wohnungen.

Im Rahmen der Plananpassungen wurde insbesondere die Dachgestaltung überarbeitet. Anstelle eines ursprünglich vorgesehenen Flachdachs ist nun ein Mansarddach geplant, das sich harmonischer in das städtebauliche Umfeld einfügen soll. Mit dieser Anpassung verfolgt das Projekt das Ziel, die architektonische Qualität des Quartiers weiter zu stärken und den Übergang zur bestehenden Bebauung sensibel zu gestalten.

Planungssicherheit als entscheidender Faktor für die Bauwirtschaft

Für Bauunternehmen und Projektbeteiligte markiert der Beschluss des Stadtrats weit mehr als einen formalen Verfahrensschritt. Erst mit einem rechtskräftigen Bebauungsplan entsteht die notwendige Planungssicherheit für die weitere Projektentwicklung, die Vergabe von Planungsleistungen sowie die Vorbereitung der späteren Bauausführung.

Gerade bei großmaßstäblichen Quartiersentwicklungen zeigt sich, wie eng Stadtentwicklung, Architektur, Freiraumplanung und Bürgerbeteiligung miteinander verzahnt sind. Die Anpassungen an Gebäudevolumen, Freiraumgestaltung und Dachformen verdeutlichen zugleich, welchen Einfluss Beteiligungsverfahren auf die endgültige Projektqualität haben können.

Mit dem Beschluss für die Baufelder B1 und D setzt das Quartier am Papierbach seinen Entwicklungsprozess konsequent fort. Für die Ehret+Klein AG, die Stadt Landsberg am Lech sowie die am Projekt beteiligten Planungs- und Bauunternehmen beginnt nun die nächste Phase der Umsetzung. Nach Abschluss der Planungs- und Pre-Construction-Arbeiten soll der Baustart nach aktuellem Stand Mitte 2027 erfolgen.

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