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Artikel und Hintergründe zum Thema

Allgemeine Bauartgenehmigung

Kai Ingmar Link,

Gima LehmBaustoffe - für nachhaltiges und kreislauffähiges Bauen

Mit der Erteilung der allgemeinen Bauartgenehmigung für tragendes Lehmsteinmauerwerk im Dünnbettverfahren durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) Anfang 2025 hat die Girnghuber GmbH (Gima) einen bedeutenden Schritt für das zirkuläre Bauen vollzogen.

Gima Lehmhochlochziegel können ab sofort gemäß DIN 18945 für Wohngebäude der Gebäudeklasse 4 eingesetzt werden. © Filmwerkstatt

Der Gima-Lehmhochlochziegel erhielt zudem die bauaufsichtliche Zulassung gemäß DIN 18945 (Z-17.6-1306) und ist damit für sämtliche Gebäude der Gebäudeklasse 4 uneingeschränkt nutzbar. In Verbindung mit dem ClayTec Lehm-Dünnbettmörtel gemäß DIN 18940 kann der Lehmziegel ebenso effizient verarbeitet werden wie herkömmliche Plansteine.

CO2-neutrale Produktion: Da der Brennprozess entfällt, kann Gima den Energiebedarf für alle Produktionsschritte des Lehmhochlochziegels durch den Strom eigener Photovoltaikanlagen sowie durch die anlageninterne Wärmerückgewinnung decken. © Bauhaus Filmwerkstatt

„Mit dem Gima Lehmhochlochziegel haben wir einen massentauglichen, industriell herstellbaren und somit bezahlbaren Baustoff entwickelt, der als reines Naturprodukt aus 100 Prozent Lehm zugleich höchsten Nachhaltigkeitsanforderungen entspricht“, erklärt Simon Irlbeck, Leiter der Gima-Bautechnik.

Wirtschaftlichkeit und Verarbeitung

Gima Lehmhochlochziegel erfüllen die Anforderungen der Druckfestigkeitsklasse 5 und können sowohl für tragende und nichttragende Wände verwendet werden. © Bauhaus Filmwerkstatt

Die Möglichkeit, großformatige Lehmsteine im Dünnbettverfahren zu vermauern, reduziert die Arbeitszeit gegenüber dem traditionellen Dickbettmörtelverfahren um mehr als ein Drittel und macht Mauerwerk aus Lehm wirtschaftlich konkurrenzfähig. „Das macht Mauerwerk aus Lehm wirtschaftlich konkurrenzfähig und beweist, dass Lehmbaustoffe heute als praxisgerechte Industrieprodukte auf Augenhöhe mit konventionellen Materialien stehen können“, sagt Maximilian Breidenbach, Leiter Produktion & Unternehmensentwicklung bei ClayTec.

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Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Wohngesundheit

Bei der Formgebung der Lehmhochlochziegel orientiert sich Gima an den üblichen Mauerziegel-Formaten, so dass zur Herstellung die bestehenden Produktionsstraßen der Mauerziegelproduktion genutzt werden. © Bauhaus Filmwerkstatt

LehmBaustoffe von Gima erfüllen höchste ökologische und baubiologische Anforderungen. Lehm besteht aus Ton, Kies, Sand und Schluff und ist lokal verfügbar. Die Herstellung der Lehmziegel erfolgt ohne Brennprozess, wodurch der Energiebedarf deutlich reduziert und CO₂ eingespart wird. Der gesamte Produktionsprozess kann durch erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Wärmerückgewinnung abgedeckt werden.

Auftrag mit der Mörtelrolle: Das Verkleben der Gima-Lehmhochlochziegel mit ClayTecs Lehm-Dünnbettmörtel funktioniert analog zum Mauern mit konventionellen Baustoffen. © Bauhaus Filmwerkstatt

Ein besonderer Vorteil ist die vollständige Rezyklierbarkeit: Lehmziegel lassen sich nach dem Rückbau wieder in den Rohstoffkreislauf zurückführen, und auch Bruch kann vollständig verwertet werden. „Für den Lehmziegel spricht, dass es ein nachhaltiger Baustoff ist, den man am Ende des Lebenszykluses in den eigentlichen Zustand zurückführen kann. Sie wohnen gesund und das Klima wird natürlich geregelt. Es lebt sich in einem Lehmhaus besser als in einem anderen“, betont Prof. Dr. Wolfram Jäger, Initiator des Pilotprojektes GreenConceptLehm.

Praxisgerechte Formate und Anwendung

Gima orientiert sich bei der Formgebung der Lehmhochlochziegel an gängigen Mauerziegel-Formaten, wodurch eine effiziente Verarbeitung mit bestehenden Produktionsstraßen und Baustellenlogistik gewährleistet ist. Die Lehmziegel erfüllen die Anforderungen der Druckfestigkeitsklasse 5 und sind sowohl für tragende als auch nichttragende Wände geeignet. Für den Außenwandbereich empfiehlt GIMA eine zweischalige Konstruktion mit Vorhangfassade, um die Vorteile des natürlichen Raumklimas langfristig zu sichern und eine sortenreine Rückbaubarkeit zu ermöglichen.

Vorteile für Verarbeiter und Umwelt

Gima empfiehlt die Planung der Fassade als zweischaliges Mauerwerk. Der Lehmziegel ist so vor äußeren Umwelteinflüssen geschützt, die Vorhangfassade lässt die verbundfreie Montage aufeinander abgestimmter Lehmbau-Materialien zu, die sich nach Ende der Gebäudelebenszeit sortenrein trennen lassen. © Bauhaus Filmwerkstatt

Die Arbeit mit naturbelassenen LehmBaustoffen ist für Verarbeiter gesundheitlich vorteilhaft, da keine Schadstoffe freigesetzt werden und die Produkte eine natürliche Regulierung der Raumluft ermöglichen. „Für das ausführende Unternehmen ist die Arbeit mit naturbelassenen Materialien wie Lehmziegel, Lehmkleber und Lehmputz gesünder als die mit teilweise hochchemischen Baustoffen“, erläutert Daniel Neuer, Bauunternehmer des Pilotprojekts GreenConceptLehm.

Ausblick

Mit der Markteinführung der Gima Lehmhochlochziegel und der allgemeinen Bauartgenehmigung wird Lehm als Baustoff für den Masseneinsatz und das industrielle Bauen attraktiv. Die Entwicklung unterstreicht das Potenzial von LehmBaustoffen für nachhaltiges, ressourcenschonendes und gesundes Bauen und setzt neue Standards für die Kreislaufwirtschaft in der Baubranche.

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