zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Alpin-Zentrum in Vollholzbauweise

Damir Mioc | Damir Mioc,

„Haus der Berge“ – Besuchermagnet in Südtirol

Die Ausschreibung für den Bau des Sextener Alpin-Zentrums in Südtirol entschied das Architekturbüro Delueg für sich. Bei der Umsetzung des Projekts kamen Vollholzelemente von holzius zum Einsatz.

Das „Haus der Berge“ wurde in ökologisch sinnvoller Vollholzbauweise realisiert

© holzius/Sebastian Schels

Die Südtiroler Ortschaft Sexten liegt eingebettet in die imposante Bergwelt der Sextner Dolomiten. 2016 schrieb der Tourismusverein Sexten den Wettbewerb für die architektonische Planung und Gestaltung eines „Visitor Centers“ aus. In der Ausschreibung heißt es: „Der Entwurf muss Sextens Kernkompetenz als Alpin-Zentrum sichtbar machen. Der Freibereich soll neu geordnet und die verschiedenen Strukturen übersichtlich verbinden und die umliegende Natur (Dolomiten, Sextner Sonnenuhr) mit einbeziehen.“ Delueg Architekten entscheiden den Wettbewerb schließlich für sich. Bei der Umsetzung kamen die Vollholzelemente des Südtiroler Unternehmens holzius zum Einsatz.

Für Siegfried und Matthias Delueg war es von Anfang an klar, dieses Projekt in ökologisch sinnvoller Vollholzbauweise zu realisieren – idealerweise sogar aus lokalem Holz aus gemeindeeigenen Wäldern. Für die Verarbeitung wurde bewusst Fichten- und Lärchenholz des Sturmtiefs Vaia im Jahr 2018 gewählt. Das neu errichtete Gebäude präsentiert sich selbstbewusst und charakterstark. Unmittelbar und unübersehbar an der Straße gelegen, erhebt es sich fünf Etagen hoch. Der Tourismusverein befindet sich im Erdgeschoss, der Raum „Terra Sexten“ im ersten Obergeschoss bildet das Herzstück des Gebäudes, ein zweigeschossig offener Mehrzwecksaal, welcher größtmögliche Überschneidung von touristischer und einheimisch, lokaler Nutzung ergeben soll. Er verschafft mittels begehbarem, interaktivem Luftbild einen Überblick über die Region. In der dritten Etage präsentiert sich die Bergfreundschaft von Sexten und der Partnergemeinde Zermatt. Im vierten Stock eröffnet sich die aus dem Baukörper „ausgenommene“ Terrasse mit hölzernem Fernrohr und Ausblick auf die größte Bergsonnenuhr der Welt.

„Bei der Wahl des natürlichen Baumaterials haben wir uns an der regionalen Architektur orientiert – und das ist eben Holz. Mit holzius haben wir einen Partner für die intelligente Fortführung dieser traditionellen Bauweise gefunden“, fasst Matthias Delueg zusammen. Tatsächlich interpretiert das Unternehmen für die Fertigung der patentierten Vollholzbauteile eine uralte Holzverbindungstechnik neu. Bei den Wandelementen werden die Bohlen in Wuchsrichtung verbaut und mit einer Gratleiste in Schwalbenschwanzform miteinander verbunden. Für die Decken- und Dachelemente werden die aneinandergereihten Holzbalken mit einer mehrfachen Nut- und Kammverbindung verkämmt und mit Schrauben aus Buchenholz zu einem formstabilen Vollholzelement verbunden. Die Vollholz-Wandelemente erreichen durch die Ausführung als mehrlagig stehender Block eine hohe Tragfähigkeit, wodurch auch mehrgeschossige Gebäude – wie das „Haus der Berge“ in Sexten – realisiert werden können.

Anzeige

Sobald man das Gebäude betritt, spürt man die Behaglichkeit einer alten Stube

© holzius/Sebastian Schels

Bei der Realisierung des Sextner Besucherzentrums wird das Prinzip „assemble for dissassembly“ großgeschrieben. Siegfried Delueg erklärt: „Rückbaubarkeit ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts – die sortenreine und kreislauffähige Produktion der Vollholzelemente war fester Bestandteil unseres Konzepts. Ebenso wichtig war uns eine möglichst geringe Flächenversiegelung, weshalb wir bewusst auf eine vertikal gestapelte Nutzung gesetzt haben.“ Insgesamt wurden im „Haus der Berge“ rund 220 m3 Holz verbaut, diese Holzstruktur hat ein Speicherpotenzial von rund 180 t CO2.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Blumer-Lehmann

Start der CLT- und BSH-Produktion

Der Geschäftsbereich Holzindustrie von Blumer-Lehmann erweitert sein Produktsortiment um klimafreundliche Cross Laminated Timber (CLT) und Brettschichtholz-Halbfabrikate (BSH). Die Produktionslinie für BSH wird voraussichtlich im September 2025 in...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren