Freizeitpark Rust
Dyckerhoff Edelputz- und Bauchemie-Tagung: Kreatives Tagen im Erlebnispark
Experten informierten und diskutierten im Europa-Park in Rust zu aktuellen Branchenthemen. Das neue Themen- und Museumshotel Krønasår und der Europa-Park Rust bildeten die "kreative Kulisse" für die Dyckerhoff Edelputz- und Bauchemie-Tagung 2023. Das Themenspektrum reichte von aktuellen Nachhaltigkeitsstrategien bis zu neuesten Forschungsergebnissen und Entwicklungen bei Zementen und Additiven.
Putz- und Mörtelhersteller sowie Unternehmen der Bauchemie bilden für Dyckerhoff eine wichtige Kundengruppe. Sie nicht nur über die neuesten Entwicklungen bei Dyckerhoff, sondern auch über aktuelle Themen und Trends auf dem Markt zu informieren, ist das Ziel der Edelputz- und Bauchemietagungen, so Martin Möllmann, Leiter Weisszementvertrieb bei Dyckerhoff.
Wichtige Wegweiser in eine klimaneutrale Zukunft
Eines der zentralen Themen, das nachhaltige Bauen, stand zu Beginn der Veranstaltung: Thomas Bose vom Informationszentrum Beton präsentierte die Roadmap der Zementindustrie und erläuterte die 5C-Strategie – Clinker, Cement, Concrete, Construction und (Re)Carbonation. Er stellte fest, dass Zement und Beton "vielseitig, regional, langlebig und recycelbar" sind. Und dank dieser Eigenschaften ein wichtiges Fundament für nachhaltiges Bauen. "Schon heute bietet die Industrie klimaeffiziente Lösungen an und steht in der Verantwortung, Zement und Beton bis 2045 klimaneutral herzustellen. Für den Menschen und für die Umwelt", so sein Fazit. Dass nicht nur die Industrie, sondern auch Verbände heute über künftige Nachhaltigkeitsstrategien verfügen, zeigte Dr. Sebastian Dantz vom Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel. Auch er ordnete einem Zeithorizont unterschiedliche Handlungsoptionen zu, die von Produktinnovationen, Wiederverwendung und Reparatur über Recycling bis hin zu Abfallvermeidung und Aufbereitung sowie Restverwertung reichen. CO2-Senkungen setzten, so der Referent, unter anderem eine Steigerung der Energieeffizienz in Produktion und Transport voraus. Wichtig sei auch eine Reduzierung emissionsintensiver Vorprodukte. Wolle man CO2-Neutralität erreichen, "muss man die gesamte Vorkette, also auch die Chemie-, Kalk- und Zementindustrie, transformieren".
Forschung und Entwicklung als zentraler Impulsgeber
Um die zentralen Probleme zu lösen, bedarf es ständiger Weiterentwicklungen. Forschung und Entwicklung spielen dabei eine ganz entscheidende Rolle. Wie Dyckerhoff hier aufgestellt ist und welche Ergebnisse erzielt wurden, war Inhalt des "Tandemvortrages" von Fulvio Canonico und Christian Bechtoldt. Fulvio Canonico, Leiter der Buzzi- Laboratorien und des Wilhelm-Dyckerhoff-Instituts, stellte die Dyckerhoff-Roadmap vor. Dyckerhoff ist Teil des Entwicklungsprozesses zu dauerhaften und nachhaltigen Baustoffen. Beispielhaft nannte er die CO2-effizienten CEM-II-Zemente Dyckerhoff Eco Comfort und Dyckerhoff Cedur. Stark engagiert ist die Gruppe auch bei puzzolanischen Baustoffen wie calcinierten Tonen, in denen nach Ansicht des Referenten großes Potential steckt.
Dyckerhoff Weiss Blue Star
Seit über 90 Jahren währt die Erfolgsgeschichte von Dyckerhoff Weiss. Als eine der wichtigsten Innovationen der letzten Jahre konnte 2023 der neu entwickelte CO2-reduzierte Zement Dyckerhoff Weiss Blue Star vorgestellt werden. Gegenüber CEM-I-Zementen wird bei der Produktion rund 15 Prozent weniger CO2 freigesetzt. Der enge Austausch mit den F+E-Einrichtungen hat zum Ergebnis, dass sich vor allem natürliche Puzzolane als geeignete Einsatzstoffe erwiesen, um Klinker zu ersetzen. Zudem zeigte sich, dass sich weiße Puzzolane gut in die Weißzementherstellung einbetten ließen.
Neue Bindemittel und Additive
In seinem zweiten Vortrag stellte Fulvio Canonico die Calciumsulfoaluminat-Zemente (CSA) für spezielle Anwendungen vor. Im Fokus stand dabei mit dem CSA-Zement Buzzi Unicem Next ein hydraulisches Bindemittel auf Basis von Calciumsulfoaluminat-Zement mit CE-Kennzeichnung und niedriger CO2-Emission. Buzzi Unicem Next ist eine leistungsfähige Schnellzement-Alternative zum Tonerdeschnellzement, um Putze zu beschleunigen sowie schnellhärtende Mörtel und schwindarme Fließestriche zu entwickeln. Buzzi Unicem Next hat zudem eine höhere Lagerstabilität als Tonerdeschmelzzement und ermöglicht die Produktion von sulfatbeständigen Mörteln.
In einem weiteren Beitrag zum Thema der Innovationen warf Dr. Manuel Ilg von BASF Construction Additives einen Blick auf "Neue Additive für die Trockenmörtel-Industrie". Trends wie Nachhaltigkeit und Robustheit oder der verstärkte Einsatz von alternativen Bindemitteln spielen auch hier eine wichtige Rolle. Genau wie die Reduzierung des Klinkerfaktors durch SCMs wie Schlacken oder calcinierte Tone. Bei seinem Blick auf die neuen Additive konzentrierte er sich auf anwendungsrobuste Luftporenbildner, robuste Benetzungsmittel sowie neue Additive zur Kontrolle des Schwundverhaltens.
Nach der Theorie ging es am zweiten Tag hinein in den Europa-Park. Hier konnten sich die Teilnehmer davon überzeugen, wie Zement und Beton den Park prägen. Im Fokus stand ein aktuelles Bauprojekt: der "Voltron-Coaster", auch als Tesla-Achterbahn bekannt. Die Achterbahn wird auf einer Länge von knapp 1,6 Kilometer die Passagiere mit bis zu 90 km/h und einer Maximalhöhe von knapp 33 Meter fahren lassen. Vom Baufortschritt und dem Einsatz der entsprechenden Baumaterialien bei diesem Projekt konnten sich die Teilnehmer hautnah überzeugen.
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 01-02_2024.












