Leichtbeton
Liapor für Deutschlands leistungsstärkste Fernwärmeanlage
In München-Sendling wurde kürzlich eine neue Geothermieanlage zur Fernwärmegewinnung errichtet, die sich als Deutschlands leistungsstärkste Anlage etabliert hat und zukünftig mehr als 80.000 Menschen mit Ökowärme versorgen wird. Ein zentrales Element dieses Projekts ist das neu errichtete Funktionsgebäude, das die aus dem Untergrund gewonnene Energie ins Fernwärmenetz einspeist. Dieses Funktionsgebäude wurde mit 50 Zentimetern dickem Liapor-Leichtbeton konstruiert, was mehrere entscheidende Vorteile bietet. Der Leichtbeton gewährleistet eine ausgezeichnete Dämmwirkung, verhindert das Auftreten von unerwünschtem Tauwasser im Inneren des Gebäudes und schützt gleichzeitig die Umgebung vor störendem Schall.
Die Geothermie nimmt unter den regenerativen Energieträgern eine besondere Stellung ein, da Erdwärme eine natürliche, unerschöpfliche und jederzeit verfügbare Ressource darstellt, die sich ideal zur Gewinnung von umweltfreundlicher Energie in Form von Strom und Wärme eignet. Immer mehr Energieversorgungsunternehmen setzen auf geothermische Kraftwerke, darunter auch die Stadtwerke München (SWM), die in München-Sendling diese leistungsstarke Geothermieanlage realisiert haben.
Das markante Merkmal des neu errichteten Funktionsgebäudes ist seine rötliche, horizontal strukturierte Gebäudehülle, die aus monolithischem Liapor-Leichtbeton mit einer Stärke von 50 Zentimetern besteht. Die Wahl dieses Baustoffs erfolgte aus mehreren Gründen. Der Leichtbeton schützt das Gebäudeinnere vor Tauwasserbildung, insbesondere an den Gebäudeecken, dank seiner hervorragenden Dämmwirkung. Dies wurde vor Baubeginn bauphysikalisch überprüft. Zusätzlich ermöglichte der Leichtbeton einen wirksamen Schallschutz nach außen, was angesichts der hohen Schallpegel im Inneren des Gebäudes, in dem sich auch Wohngebiete in der Nähe befinden, von großer Bedeutung ist.
Für die Gebäudehülle wurden insgesamt etwa 800 Kubikmeter Liapor-Leichtbeton (Betongüte LC25/28 D1.6) verwendet, der von Heidelberg Materials Beton DE GmbH im Werk Zamilastraße/München hergestellt und geliefert wurde. Die Pfeiffer Baugesellschaft mbH in Rosenheim übernahm die Ausführung als Generalunternehmer. Vor Ort wurde der Liapor-Leichtbeton in bis zu sechs mal acht Meter große Betonierabschnitte eingebracht und verdichtet. Die verarbeitungsfreundliche Konsistenz des Leichtbetons, der aus Blähsand und Blähton hergestellt wird, sowie seine schnelle Festigkeitsentwicklung erleichterten den Bauprozess. Um die gewünschte geriffelte Oberflächenstruktur zu erzielen, wurden wiederverwendbare Strukturmatrizen in die Trägerschalung eingefügt und horizontal ausgerichtet. Das Ergebnis ist eine nahtlos wirkende Oberfläche in SB4-Qualität, auf der lediglich die Konturen der Matrizenelemente leicht erkennbar sind. Der gesamte Rohbau wurde innerhalb von acht Monaten abgeschlossen.
Die Farbgebung des Liapor-Leichtbetons spielte eine wichtige Rolle in der Gestaltung des Gebäudes. Die rötliche Einfärbung basiert auf Eisenoxid und sollte einerseits die Anpassung an den angrenzenden Altbestand ermöglichen, der aus Ziegelgebäuden aus den 1950er Jahren besteht, andererseits aber auch eine moderne Interpretation darstellen. Die feine horizontale Linierung der Gebäudehülle erzeugt ein ansprechendes Licht- und Schattenspiel, was zusammen mit den Schalungsstößen ein äußerst homogenes Fassadenbild schafft.
Die neue Geothermieanlage wird in Kürze ihren Vollbetrieb aufnehmen und umweltfreundliche Heizwärme in das über 900 Kilometer lange Fernwärmenetz der Region einspeisen. Dies stellt einen bedeutenden Schritt im Ausbau erneuerbarer Energien dar und trägt maßgeblich dazu bei, das Ziel der CO₂-Neutralität in der Fernwärmeversorgung von München bis spätestens 2040 zu erreichen.









