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Artikel und Hintergründe zum Thema

Auszeichnung der IUGS

Damir Mioc | Damir Mioc,

Deutscher Dachschiefer zählt jetzt zum Naturstein-Welterbe

Der Union der Geologischen Wissenschaften IUGS (International Union of Geological Sciences) wurden gleich zwei Gründe für die Auszeichnung des Deutschen Dachschiefers vorgeschlagen: Nicht nur die historischen - und die noch aktiven Vorkommen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern - sondern auch die handwerklich besonderen Deutschen Deckarten mit schuppenförmigen Schiefern waren die Gründe.

Das Gestein Schiefer prägt ganze Dach-Landschaften

© Pixabay/Foulon Richard

Sowohl der Abbau als auch die Verwendung gehen bis in die Römerzeit und das Mittelalter zurück und stellen eine regionale Besonderheit in Mitteleuropa dar, die es auf der Welt sonst so nicht gibt. Besonders im Mittelalter wurden die Deckarten bis zur handwerklichen Perfektion entwickelt. Spezielle Leiendeckerzünfte (auf Dachschiefer spezialisierte Zünfte) sind in vielen Städten nachgewiesen. Bis heute bemühen sich Unternehmen und Schulen des Handwerks, diese Tradition zu bewahren. Mehrere dieser Schulen sind seinerzeit mithilfe der benachbarten Schieferindustrie/-gewinnung gegründet worden.

Das Gestein Schiefer prägt ganze Landschaften. Nicht umsonst erhielten das Rheinische– und das Thüringisch-Fränkisch-Vogtländische Schiefergebirge so ihre Namen. Viele Gebäude, die zum UNESCO-Welterbe zählen, sind in Mitteleuropa mit Dachschiefer gedeckt, so auch das Schweriner Schloss als jüngstes deutsches Welterbe. Damit erfüllt das Gestein die Anforderung der IUGS, die Natursteine nur dann auszeichnet, wenn sie als integraler Bestandteil der menschlichen Kultur anerkannt sind. Besondere Großprojekte wie die neue Altstadt Frankfurt (Dom-Römer-Viertel) sind auch in Zukunft ohne Schieferdeckungen in den deutschen Deckarten nicht durchführbar.

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Die internationale Auszeichnung mahnt die Bauherren und insbesondere die Denkmalpflege, heimische Dachschiefer bevorzugt zu erhalten und bei Neueindeckungen zu verwenden. Neben dem Deutschen Dachschiefer erhielten auch der Juramarmor und der Solnhofener Plattenkalk die IUGS-Auszeichnung. Zuvor war bereits der Rochlitzer Porphyrtuff ausgezeichnet worden.

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