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Artikel und Hintergründe zum Thema

Baustoffe

Max Kandler,

Cemex liefert Beton für Kirchenneubau in Nürnberg

Innerstädtische Bauvorhaben stellen das Baugewerbe regelmäßig vor besondere Herausforderungen. Enge Verkehrsführungen, sensible Nachbarschaften und hohe technische Anforderungen verlangen nach exakt abgestimmten Prozessen. Beim Kirchenneubau der neuapostolischen Kirche in der Nürnberger Altstadt wurde deutlich, wie entscheidend das Zusammenspiel von Planung, Betontechnologie und Logistik ist. Cemex übernahm dabei die Lieferung und betontechnologische Betreuung für zentrale Bauteile des Neubaus.

Neuapostolische Kirche – Blick von der Vorderseite © Cemex

Neubau statt Sanierung als strategische Entscheidung

Das ursprüngliche Kirchengebäude aus dem Jahr 1960 entsprach weder den funktionalen noch den baulichen Anforderungen einer modernen Gemeindestruktur. Fehlende Barrierefreiheit, eine überholte energetische Qualität sowie eine ungünstige Raumaufteilung führten zur Entscheidung, den Bestandsbau abzubrechen und einen Ersatzneubau zu realisieren. Der Standort an der Pegnitz blieb erhalten, wodurch sich das Projekt bewusst in den sensiblen Kontext der Nürnberger Altstadt einfügte.

Rund 700 Kubikmeter Beton für den Rohbau

Mit der Ausführung des Rohbaus wurde 2023 die Wengertsmann Bau GmbH aus Nürnberg beauftragt. Für Fundamente, Bodenplatte und aufgehende Wände kamen insgesamt rund 700 Kubikmeter Beton von Cemex zum Einsatz. Produziert wurden Betone der Druckfestigkeitsklassen C25/30 bis C35/45 im Transportbetonwerk Nürnberg. Die Anforderungen reichten dabei von statischer Sicherheit bis zu einer gleichbleibend hohen Verarbeitungsqualität unter wechselnden Baustellenbedingungen.

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Monolithische Betonage als technischer Schwerpunkt

Ein zentrales bautechnisches Element des Neubaus bildet die Stirnwand des Kirchenschiffs. Mit einer Höhe von 13 Metern und einer Breite von 15 Metern wurde sie in einer durchgehenden Betonage hergestellt. Für diesen Abschnitt wurden etwa 60 Kubikmeter Transportbeton der Klasse C35/45 ohne Unterbrechung eingebaut. Solche monolithischen Bauteile erfordern eine exakt abgestimmte Rezeptur, um sowohl die Frischbetoneigenschaften als auch das Erhärtungsverhalten sicher zu steuern.

Angepasste Rezeptur für sommerliche Bedingungen

Die Betontechnologen von Cemex entwickelten für dieses Bauteil eine projektspezifische Mischung. Ziel war es, die Verarbeitbarkeit über einen längeren Zeitraum sicherzustellen und gleichzeitig das Risiko temperaturbedingter Spannungen zu reduzieren. Durch die Wahl einer Sieblinie mit Größtkorn 16 Millimeter konnte die Verdichtbarkeit verbessert werden. Zusätzlich kam ein Verzögerer zum Einsatz, um die Hydratation zu verlangsamen und die Wärmeentwicklung während der Betonage im Hochsommer zu kontrollieren. Die Qualität des Betons wurde sowohl im Werk als auch direkt auf der Baustelle kontinuierlich überwacht.

Präzise Taktung im innerstädtischen Verkehr

Neuapostolische Kirche © Cemex

Neben der Betontechnologie spielte die Logistik eine zentrale Rolle. Um den Einbau „frisch in frisch“ sicherzustellen, trafen die Fahrmischer im Halbstundentakt auf der Baustelle ein. Für die Zufahrt in die Altstadt war eine Sondergenehmigung erforderlich, da die Vierachser durch das Hallertor geführt werden mussten. Disposition und Fahrpersonal von Cemex sorgten für eine reibungslose Abfolge der Lieferungen, trotz der verkehrlichen Einschränkungen im historischen Stadtkern von Nürnberg.

Sorgfältiger Einbau sichert Bauteilqualität

Der Einbau des Betons erfolgte lagenweise mit geringer Fallhöhe. Eine gleichmäßige und intensive Verdichtung stellte sicher, dass Entmischungen oder Kiesnester vermieden wurden. Die enge Abstimmung zwischen Bauunternehmen und Betonlieferant erwies sich dabei als entscheidender Faktor für die Qualität des sichtbaren und statisch relevanten Bauteils.

Moderne Nutzungskonzepte und archäologische Funde

Der Neubau setzt auch funktional neue Maßstäbe. Der Kirchensaal wurde ins Erdgeschoss verlegt, die Sitzplatzanzahl auf etwa 300 reduziert und durch flexible Nebenräume erweiterbar gestaltet. Energetische Standards und vollständige Barrierefreiheit prägen das Gebäude. Gleichzeitig führte die historische Bedeutung des Grundstücks zu einer Verzögerung des Bauablaufs. Archäologische Funde aus mehreren Jahrhunderten, darunter Überreste eines Patrizierhauses aus dem 14. Jahrhundert und eines späteren Gasthauses, machten eine umfangreiche Dokumentation erforderlich und verlängerten die Bauzeit um rund ein Jahr.

Erfolgreicher Abschluss eines komplexen Bauprojekts

Ende November wurde die neue Kirche im kleinen Kreis geweiht, Anfang Dezember folgte die offizielle Kirchenweihe mit Vertretern aus Kirche, Stadtgesellschaft und Bauwesen. Der Kirchenneubau in Nürnberg zeigt exemplarisch, wie anspruchsvolle Betonarbeiten unter innerstädtischen und denkmalrelevanten Rahmenbedingungen erfolgreich umgesetzt werden können. Für Bauunternehmen und Projektverantwortliche verdeutlicht das Projekt, welchen Stellenwert eine frühzeitige betontechnologische Beratung und eine präzise abgestimmte Logistik bei komplexen Bauvorhaben haben.

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