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Artikel und Hintergründe zum Thema

Bau-Turbo kommunal:

Kai Ingmar Link,

DGNB fordert verantwortungsvollen Einsatz

Bau-Turbo kommunal unterstützt Städte, neue Baugesetz-Reformen nachhaltig umzusetzen – für Klimaschutz, effiziente Flächennutzung und soziale Balance.

Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand DGNB e.V.. © DGNB

Bau-Turbo: Chancen und Risiken für Kommunen

Mit der Initiative „Bau-Turbo kommunal“ appelliert ein Bündnis aus Architektur-, Umwelt- und Klimaschutzorganisationen an die politischen Entscheidungsträger der Städte und Gemeinden, die erweiterten Handlungsspielräume des sogenannten Bauturbos verantwortungsvoll zu nutzen. Die jüngste Reform des Baugesetzbuchs schafft zusätzliche Möglichkeiten für beschleunigte Genehmigungen. Ohne klare Leitplanken drohen jedoch erhöhter Flächenverbrauch, Zersiedelung und steigende Klimabelastungen.

Neue Paragraphen wie §31 Absatz 3, §34 Absatz 3b und §246e BauGB erlauben es, Bauvorhaben schneller und mit mehr kommunalem Entscheidungsspielraum zu genehmigen. Dies stärkt die Rolle der Kommunen bei der räumlichen, sozialen und wirtschaftlichen Stadtentwicklung. Gleichzeitig steigt die Verantwortung der Städte, die neuen Instrumente gezielt einzusetzen und die Bauwende voranzutreiben.

Fachliche Orientierung und Nachhaltigkeit als Grundlage

Das Bündnis fordert verbindliche Kriterien, die den Bauturbo an Fachlichkeit, Nachhaltigkeit und soziale Ausgewogenheit koppeln. Die DGNB betont, dass Gemeinden nur dann langfristige Mehrwerte schaffen können, wenn Aspekte wie Energieeffizienz, Ressourcenschonung, soziale Infrastruktur und Freiraumqualität verbindlich berücksichtigt werden. Ähnlich mahnt die Bundesarchitektenkammer, dass Beschleunigung von Planungsprozessen nicht zulasten von Architekturqualität und Gemeinwohl gehen darf.

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Um Risiken für Natur- und Agrarflächen zu vermeiden, unterstreicht der BUND, dass klar definierte Grenzen nötig sind, um Artenvielfalt, Klimaziele und die Lebensqualität zukünftiger Generationen zu sichern.

Kommunale Leitlinien als Werkzeug für die Bauwende

Die Initiative stellt Musterbeschlüsse bereit, die Städten und Gemeinden helfen, transparente und faire Grundsätze für ihre Entscheidungen im neuen Rechtsrahmen zu entwickeln. Vorgaben zu Flächeneffizienz, Klimaanpassung und sozialer Ausgewogenheit sollen sicherstellen, dass beschleunigte Verfahren nicht zu unkontrollierter Zersiedelung führen.

Kommunen werden damit zu zentralen Akteuren einer nachhaltigen Baupolitik. Ziel ist, dass der Bauturbo nicht nur tempoeffiziente Genehmigungen, sondern auch klimaresiliente und sozial ausgewogene Stadtentwicklung ermöglicht.

Politik, Wirtschaft und Bau im Dialog

Die Initiative macht deutlich: Die Verantwortung liegt bei den lokalen Entscheidungsträgern. Nur durch eine integrierte Planung von Bau, Politik und Wirtschaft können die Chancen des Bauturbos für nachhaltige, lebenswerte Städte genutzt werden. Das Bündnis ruft Kommunen dazu auf, die neuen Freiheiten gezielt einzusetzen, den Gebäudebestand effizient zu nutzen und so den Weg für eine ressourcenbewusste und zukunftsfähige Stadtentwicklung zu ebnen.

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