Hybridbau
Leipfinger-Bader: Seriell saniert mit System
Vorgefertigte Holzwände bringen mehr Tempo und Struktur in die Bestandssanierung. Bei einem ehemaligen Hotel in Bayern wurden sie bereits werkseitig mit Rollladenkästen und Lüftungstechnik ausgestattet – und auf der Baustelle als Einheit montiert.
Deutschland steht vor einer doppelten Aufgabe: Der energetische Sanierungsbedarf im Wohnungsbestand ist hoch, gleichzeitig fehlt bezahlbarer Wohnraum. Serielles Bauen und Sanieren gilt dabei als ein Ansatz, um Projekte wirtschaftlicher und planbarer umzusetzen – mit verkürzten Bauzeiten, geringerem Fachkräftebedarf und konstanter Ausführungsqualität.
Ein Beispiel dafür ist das Projekt "Peterhof" im oberbayerischen Neumarkt-St. Veit. Das ehemalige Hotel- und Gaststättengebäude wurde nach Plänen der Wimmer Bauplanung zu einem Mehrfamilienhaus mit zwölf barrierearmen Wohnungen umgebaut. Auf rund 675 m² Wohnfläche entstand ein zeitgemäßer Wohnungsmix in einem viergeschossigen Gebäude.
Zentrales Element der Sanierung war ein serieller Fassadenansatz: Vorgefertigte Holzwände wurden
vor die bestehende Ziegelkonstruktion gesetzt. Diese Elemente kamen bereits inklusive Fenster sowie werkseitig integrierter Holz-Rollladenkästen mit dezentralen Lüftungssystemen von Leipfinger-Bader auf die Baustelle. Die Montage erfolgte abschnittsweise als komplette Einheit – eine Methode, die Abläufe strafft und die Bauzeit reduziert.
Technisch wurde das Konzept durch vorbereitete Anschlussdetails unterstützt. Nach Kernbohrungen durch die Bestandswand konnten die Lüftungsleitungen in die vormontierten Kastenmodule eingeführt werden. In Bereichen ohne Rollladenkästen kamen kompakte Wandeinbaublöcke zum Einsatz. Das Lüftungskonzept wurde objektspezifisch ausgelegt und auf eine effektive Querlüftung je Wohneinheit abgestimmt. Nach Abschluss der Installation wurden die Holzwandelemente mit Einblasdämmung verfüllt.
Insgesamt wurden 63 Holz-Rollladenkästen mit teilweise integrierter Lüftung sowie fünf Wandeinbaublöcke verbaut, ergänzt durch 37 dezentrale Lüftungsgeräte. Die Kästen bestehen aus Holzfaserplatten mit Hanf-Jute-Dämmung. Das verwendete Dämmmaterial bindet aktiv CO2 reduziert den Energiebedarf bei der Herstellung und trägt zur Nachhaltigkeit des Gesamtprojekts bei. Die Kästen entsprechen zudem der Brandschutzklasse B1. Auch energetisch wurde der Bestand deutlich aufgewertet: Neben der neuen Gebäudehülle tragen dreifach verglaste Fenster und eine Biomasse-Fernwärmeversorgung zu einem niedrigen Primärenergiebedarf bei. Darüber hinaus wurden Rückbaumaterialien vor Ort aufbereitet und wiederverwendet.
Das Projekt zeigt, wie sich serielle Sanierung im Bestand umsetzen lässt – mit vorgefertigten Bauteilen, klaren Montageprozessen und einer engen Verzahnung von Planung und Ausführung.












