Baugewerbe 360° - mit Umfrage

Kai Ingmar Link,

Baulogistik unter Druck

Baulogistik ist weit mehr als der reine Transport von Materialien. In einem zunehmend komplexen Umfeld wird der Materialfluss zu einem strategischen Hebel.

Logistik zur und auf der Baustelle ist einer der wichtigsten Hebel der Branche. © Pelemedia (Symbolbild, erstellt mit KI)

Der Lkw steht im Stau vor der Zufahrt, der Kran ist blockiert, Material wird provisorisch gelagert. Schon gerät der Bauablauf ins Wanken. Gute Baulogistik denkt daher nicht vom Transport, sondern vom Bauprozess aus.

Denn es ist ein komplexes Zusammenspiel: Gewerke, Lieferanten und Subunternehmer arbeiten parallel, oft mit eigenen Zeitplänen und Anforderungen. Glücklicherweise sind die Akteure auf den Baustellen schon lange Zeit so gut vernetzt, dass diese Probleme nicht mehr die Regel sind. "Für uns als Bauzulieferer ist natürlich die Optimierung der Materialmengen ein zentraler Faktor. Wir stellen sicher, dass nur so viel Material auf die Baustelle kommt, wie von Kunden für einzelne Bauabschnitte benötigt wird", erklärt Markus Hlawatsch, COO von Doka Deutschland.

Diese Einsicht haben viele, das heißt aber nicht, dass im Materialfluss keine Hürden mehr überwunden werden müssen. Die Bauleitung steht in der Verantwortung, Baustellen reibungslos abzuwickeln, und kämpft oft mit fragmentierten Daten- und Informationsflüssen. Unterschiedliche Systeme für Bestellungen, Lieferavisierungen oder Bauzeitenpläne führen ihrerseits zu Medienbrüchen und Verzögerungen.

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Digitale Lieferscheine und cloudbasierte Transportplanung schaffen Transparenz und beschleunigen Prozesse. Auch die Kommunikation mithilfe gemeinsamer BIM-Projekte und IoT-Lösungen hat sich mittlerweile bewährt. "Die intelligente Vernetzung als Kombination von BIM, IoT und KI ermöglicht eine punktgenaue, datengestützte Logistikplanung und reduziert deutlich Verzögerungen und die Fehleranfälligkeit", sagt Hlawatsch.

Die beste Software ist jedoch nutzlos, wenn es niemanden gibt, der sie bedienen kann. Der Fachkräftemangel und Ressourcenengpässe haben in den vergangenen Jahren neue Hürden aufgebaut. Telematiksysteme, GPS-gesteuerte Maschinen oder digital überwachte Lagerflächen reduzieren den personellen Aufwand und sorgen für stabile Prozesse.

Sie helfen, vorhandene Ressourcen effizienter einzusetzen. An anderer Stelle bleibt jedoch ein weiteres Problem bestehen: die deutsche Infrastruktur. Marode Straßen und Brücken bremsen viele Bauprojekte aus. Die Baulogistik steht also vor weiteren Problemen, die aber sicherlich mit dem gewohnten Erfindergeist der Branche bewältigt werden können.

 

 

 

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