Sanierung
Tonality-Fassade von Leipfinger-Bader bringt gestalterische und funktionelle Aufwertung
Die Revitalisierung bestehender Hochhäuser gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben im modernen Bauwesen. Neben gestalterischen Anforderungen stehen insbesondere energetische Optimierung, technische Modernisierung und langfristige Wirtschaftlichkeit im Fokus. Wie diese Ziele erfolgreich miteinander verbunden werden können, zeigt das Frankfurter Wohnhochhausensemble The Saxxon. Im Zuge einer umfassenden Sanierung erhielt der Gebäudekomplex eine neue Gebäudehülle in Form einer individuell gefertigten Tonality-Fassade von Leipfinger-Bader. Die eingesetzte Keramik-VHF verbindet architektonische Qualität mit funktionalen Vorteilen und trägt wesentlich zur nachhaltigen Zukunftsfähigkeit des Gebäudes bei.
The Saxxon: Wohnhochhaus mit neuem Erscheinungsbild
Im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen prägen zwei Wohnhochhäuser mit 20 beziehungsweise 22 Geschossen das Stadtbild. Das Ensemble The Saxxon umfasst rund 400 Wohneinheiten auf etwa 15.000 Quadratmetern Wohnfläche und zählt zu den größeren reinen Wohnhochhäusern der Mainmetropole.
Im Rahmen eines umfassenden Revitalisierungskonzepts nach Plänen von AS+P Albert Speer + Partner wurde nicht nur die technische Infrastruktur modernisiert, sondern auch die gesamte Gebäudehülle neu gedacht. Ergänzt wurde die Maßnahme durch die Neugestaltung der Eingangsbereiche sowie die Umsetzung eines zeitgemäßen Energiekonzepts. Die Fassaden- und Fensterkonstruktionen orientieren sich dabei an den Anforderungen förderfähiger Einzelmaßnahmen gemäß den geltenden BAFA-Vorgaben.
Anspruchsvoller Fassadenrückbau als Ausgangspunkt der Sanierung
Vor Beginn der Neugestaltung stand ein komplexer Rückbauprozess. Die bestehende Fassade bestand teilweise aus asbesthaltigen Zementfaserplatten und musste entsprechend den gesetzlichen Vorgaben fachgerecht demontiert und entsorgt werden.
Gleichzeitig stellte die differenzierte Gebäudestruktur hohe Anforderungen an die Planung der neuen Gebäudehülle. Zahlreiche Rücksprünge, unterschiedliche Fassadenebenen, Balkonbereiche und Fensterachsen erforderten eine Lösung, die sowohl technisch als auch gestalterisch flexibel umsetzbar ist.
Individuell gefertigte Tonality-Fassade für komplexe Fassadengeometrien
Die Wahl fiel auf eine vorgehängte hinterlüftete Fassadenkonstruktion mit keramischer Bekleidung. Die Keramik-VHF übernimmt dabei mehrere Funktionen gleichzeitig. Sie schützt die tragende Bausubstanz dauerhaft vor Witterungseinflüssen, verbessert die bauphysikalischen Eigenschaften des Gebäudes und unterstützt die energetische Leistungsfähigkeit der Gebäudehülle.
Für The Saxxon wurden mehr als 5.000 Quadratmeter keramische Fassadenelemente verbaut. Die Elemente entstanden projektbezogen und wurden speziell für die Anforderungen des Bauvorhabens gefertigt. Diese objektspezifische Produktion zählt zu den besonderen Merkmalen der Tonality-Fassade von Leipfinger-Bader und ermöglicht eine präzise Anpassung an individuelle Architekturkonzepte.
Keramik-VHF reduziert Fassadengewicht deutlich
Gerade bei der Sanierung von Bestandsgebäuden spielt das Eigengewicht der Fassadenkonstruktion eine zentrale Rolle. Die eingesetzten keramischen Fassadenelemente weisen ein vergleichsweise geringes Flächengewicht auf. Dadurch konnte das Gesamtgewicht der neuen Gebäudehülle gegenüber der Bestandsfassade um mehr als 50 Tonnen reduziert werden.
Für die statische Planung eines Hochhauses bedeutet dies erhebliche Vorteile. Bestehende Tragstrukturen werden entlastet, während gleichzeitig Montageprozesse, Logistikaufwand und Materialeinsatz optimiert werden können. Die Gewichtsersparnis leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer ressourcenschonenden und wirtschaftlichen Sanierung.
Auch die Montage erwies sich als effizient. Die keramischen Elemente werden ohne zusätzliche Bohrungen in die Unterkonstruktion eingehängt. Gerade bei großflächigen Hochhausfassaden bietet dieses Prinzip Vorteile hinsichtlich Bauzeit, Ausführungsqualität und Wartungsfreundlichkeit.
Strukturierte Fassadengestaltung durch keramische Lisenen
Neben den funktionalen Eigenschaften spielte die architektonische Wirkung der neuen Gebäudehülle eine zentrale Rolle. Für The Saxxon wurden weiß matt glasierte Keramikelemente gewählt, die den Hochhäusern ein deutlich helleres und zeitgemäßes Erscheinungsbild verleihen.
Zusätzliche gestalterische Akzente entstehen durch keramisch ausgeführte Lisenen. Diese vertikalen und horizontalen Gliederungselemente strukturieren große Fassadenflächen und erzeugen eine differenzierte Tiefenwirkung. Durch gezielte Variationen einzelner Fassadenelemente entstehen rhythmische Fassadenbilder, die den Baukörper optisch gliedern und die Hochhausarchitektur betonen.
Insbesondere bei großmaßstäblichen Gebäuden wie The Saxxon tragen solche Gestaltungselemente dazu bei, die Dimensionen des Bauwerks architektonisch ausgewogen wirken zu lassen.
Hohe Anforderungen an Brandschutz und Dauerhaftigkeit
Als Hochhaus unterliegt The Saxxon besonderen Anforderungen an Brandschutz, Sicherheit und Materialbeständigkeit. Die eingesetzte Keramik-VHF erfüllt diese Anforderungen zuverlässig. Die Fassadenbekleidung ist nicht brennbar und entspricht der Baustoffklasse A1 nach DIN EN 13501-1.
Darüber hinaus zeichnet sich die keramische Oberfläche durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen, Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit aus. Die geringe Wasseraufnahme unterstützt die langfristige Werterhaltung der Gebäudehülle und minimiert den Instandhaltungsaufwand über den gesamten Lebenszyklus.
Integrierter Graffitischutz für urbane Standorte
Gerade in innerstädtischen Lagen spielen Robustheit und Pflegeleichtigkeit eine wichtige Rolle. Die keramische Oberfläche der Tonality-Fassade bietet hier einen besonderen Vorteil. Durch den Herstellungsprozess wird der Graffitischutz dauerhaft in die Oberfläche integriert.
Im Gegensatz zu nachträglich aufgebrachten Beschichtungen entsteht dadurch keine zusätzliche Wartungsanforderung. Graffiti und andere Verschmutzungen lassen sich entfernen, ohne die Oberfläche zu beeinträchtigen. Gleichzeitig bleibt die hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen Belastungen sowie Umwelteinflüssen dauerhaft erhalten.
Für urbane Standorte wie Sachsenhausen bedeutet dies einen nachhaltigen Mehrwert hinsichtlich Werterhalt, Betriebskosten und Erscheinungsbild.
Nachhaltige Perspektive für den Hochhausbestand
Die Revitalisierung von The Saxxon verdeutlicht, welchen Beitrag moderne Fassadensysteme zur Zukunftsfähigkeit bestehender Hochhäuser leisten können. Die Kombination aus energetischer Verbesserung, architektonischer Aufwertung und langlebigen Materialien schafft die Grundlage für eine langfristige Nutzung des Gebäudes.
Mit der individuell gefertigten Tonality-Fassade von Leipfinger-Bader wurde eine Lösung gewählt, die technische Leistungsfähigkeit und gestalterische Qualität miteinander verbindet. Die eingesetzte Keramik-VHF unterstützt darüber hinaus die Anforderungen an nachhaltiges und kreislaufgerechtes Bauen, da die keramischen Elemente im Rückbaufall wiederverwendet oder recycelt werden können.
Damit zeigt das Projekt The Saxxon beispielhaft, wie sich Bestands-Hochhäuser durch intelligente Fassadenkonzepte wirtschaftlich, energetisch und architektonisch in die Zukunft führen lassen.










