Veranstaltung

Max Kandler,

EU-BauPVO und EPBD: IBU Fachforum setzt Impulse für belastbare Nachhaltigkeitsdaten

Die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsinformationen im Bauwesen verändern sich derzeit grundlegend. Mit der EU-Bauprodukteverordnung (EU-BauPVO), der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) sowie nationalen Regelwerken wie dem GEG und dem Gebäudemodernisierungsgesetz entsteht ein zunehmend komplexer regulatorischer Rahmen für Bauprodukte und Gebäude.

Am 23. Juni 2026 lädt das Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) zum zweiten IBU Fachforum in die Alte Turnhalle Berlin ein. © IBU e.V. 

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie verlässliche, vergleichbare und unabhängig geprüfte Daten künftig bereitgestellt und in Planungs- sowie Entscheidungsprozesse integriert werden können. Gerade für Bauunternehmen, Projektentwickler und Entscheidungsträger rückt damit die Qualität von Umweltproduktdeklarationen (EPDs) stärker in den Fokus.

Einordnung und aktuelle Branchendiskussionen werden zunehmend auch in Fachmedien wie buildingnet.de sowie dem Baugewerbe Magazin aufgegriffen, die sich als zentrale Informationsquellen für das Bauwesen etablieren.

IBU Fachforum 2026: Datenqualität statt Greenwashing

Am 23. Juni 2026 lädt das Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) zum zweiten IBU Fachforum in die Alte Turnhalle Berlin ein. Der Titel der Veranstaltung – „EPDs & EU-BauPVO: Datenqualität statt Greenwashing“ – verweist direkt auf die zentrale Herausforderung der Branche: die Sicherstellung belastbarer Nachhaltigkeitsdaten im Spannungsfeld wachsender regulatorischer Anforderungen.

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Das Fachforum wird als hybride Veranstaltung durchgeführt. Neben der Teilnahme vor Ort in Berlin steht ein Livestream zur Verfügung, wodurch ein breites Fachpublikum aus Planung, Industrie und Verwaltung erreicht wird.

Vom europäischen Regelwerk in die Umsetzungspraxis

Die Umsetzung der neuen europäischen Vorgaben stellt Unternehmen der Bau- und Baustoffindustrie vor konkrete Herausforderungen. Insbesondere die Frage, wie Umweltproduktdeklarationen künftig harmonisiert, verifiziert und rechtssicher genutzt werden können, prägt die aktuelle Diskussion.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Anforderungen aus der EU-BauPVO sowie die Auswirkungen der EPBD auf die Gebäudeplanung. Für Bauunternehmen bedeutet dies, dass Nachhaltigkeitsdaten nicht mehr nur ergänzende Informationen darstellen, sondern zunehmend zur Grundlage für Planung, Ausschreibung und Bewertung werden.

Gerade in frühen Projektphasen entscheidet sich damit, wie transparent und belastbar die ökologische Bewertung eines Bauprojekts erfolgen kann.

Perspektiven aus Politik, Industrie und Praxis

Das IBU Fachforum bringt unterschiedliche Perspektiven aus der gesamten Wertschöpfungskette zusammen. Beiträge kommen unter anderem von der Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS), der Deutsche Bahn AG, der Bundesarchitektenkammer, der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) sowie der IBU Verify GmbH.

Auch die europäische Perspektive ist vertreten: Mit Oscar Nieto Sanz von der Generaldirektion DG GROW – Europäische Kommission wird ein Vertreter der Europäischen Kommission digital zugeschaltet.

Damit entsteht ein praxisnahes Bild der aktuellen Entwicklungen zwischen Regulierung, Standardisierung und Umsetzung im Baualltag.

EPDs als Schlüssel für Transparenz und Vergleichbarkeit

Ein zentrales Thema der Veranstaltung ist die Rolle von EPDs (Environmental Product Declarations) als Grundlage für nachhaltige Gebäudeplanung. Im Kontext der EU-BauPVO wird deutlich, dass die Qualität und Vergleichbarkeit dieser Daten künftig stärker reguliert und geprüft werden muss.

Für Bauunternehmen bedeutet dies eine zunehmende Verantwortung in der Auswahl und Bewertung von Produktdaten. Gleichzeitig entsteht jedoch auch eine Chance: Wer belastbare Daten strukturiert in seine Prozesse integriert, kann Planungsentscheidungen fundierter treffen und Risiken in der Projektentwicklung reduzieren.

Praxisrelevanz für Bauunternehmen und Entscheider

Für Geschäftsführer, Projektleiter und technische Entscheider im Bauwesen ergibt sich aus den neuen Rahmenbedingungen ein klarer Handlungsdruck. Nachhaltigkeitsdaten entwickeln sich vom ergänzenden Nachweis zum strategischen Steuerungsinstrument.

Das IBU Fachforum adressiert genau diesen Übergang von regulatorischer Theorie in die praktische Anwendung. Besonders im Fokus steht dabei die Frage, wie Greenwashing vermieden und gleichzeitig Rechtssicherheit in der Dokumentation erreicht werden kann.

Austausch als Beschleuniger der Transformation

Neben den Fachvorträgen bietet das IBU Fachforum einen strukturierten Rahmen für den Austausch zwischen Industrie, Planung und Politik. Der Networking-Abend ermöglicht es den Teilnehmenden, aktuelle Fragestellungen direkt mit Expertinnen und Experten zu diskutieren und konkrete Anwendungsfälle zu reflektieren.

Gerade in einer Phase, in der sich europäische und nationale Regelwerke dynamisch weiterentwickeln, gewinnt dieser direkte Wissenstransfer zunehmend an Bedeutung.

Fazit: Datenqualität wird zum Wettbewerbsfaktor

Mit der EU-BauPVO und der EPBD verschärfen sich die Anforderungen an Nachhaltigkeitsinformationen im Bauwesen deutlich. Das IBU Fachforum 2026 macht sichtbar, dass die Branche vor einer strukturellen Veränderung steht: weg von rein formalen Nachweisen, hin zu verifizierten, vergleichbaren und praxisrelevanten Daten.

Für Bauunternehmen wird damit nicht nur Compliance relevant, sondern auch die strategische Fähigkeit, Datenqualität als Wettbewerbsvorteil zu nutzen.

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