Zukunft Altbau: Batteriespeicher sind inzwischen profitabel

Damir Mioc,

Mit dem Solarstromspeicher Geld verdienen

Entscheidend sind vor allem die Zahl der Speicherzyklen, die Lebensdauer des Solarspeichers und der Preis pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Als Faustregel gilt: Kostet der Speicher weniger als 600 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität und hat im Schnitt eine Lebensdauer von 15 Jahren, kann sich die Investition lohnen. Auf dem Markt sind inzwischen zahlreiche Systeme zu Einkaufspreisen um 300 Euro pro Kilowattstunde verfügbar – sie sparen damit meist weit mehr ein, als sie in der Anschaffung kosten.

Hauseigentümer aufgepasst: Solarstromspeicher rechnen sich inzwischen © Zukunft Altbau/Daniel Döbler

Neue Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach oder an der Fassade erzeugen Strom für durchschnittlich nur noch rund zehn bis 13 Cent pro Kilowattstunde und sind damit deutlich günstiger als Netzstrom, der derzeit im Schnitt bei etwa 33 Cent pro Kilowattstunde liegt. Wer Solarstrom selbst nutzt, spart also einen zweistelligen Centbetrag pro Kilowattstunde. Batteriespeicher erhöhen den Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms: ihre Anschaffung ist inzwischen meist profitabel. Das ist insbesondere deshalb interessant, da die Alternative Stromnetzeinspeisung für Neuanlagen mit rund acht Cent pro Kilowattstunde nicht kostendeckend ist und künftig sogar ganz wegfallen könnte.

Kern der Wirtschaftlichkeitsrechnung ist die Frage, wie viel Solarstrom der Speicher über seine Lebensdauer tatsächlich bereitstellt und welche Stromkosten man dadurch vermeidet. „Gut ausgelegte Systeme erreichen in Einfamilienhäusern typischerweise 200 bis 250 Vollzyklen pro Jahr, also vollständige Be- und Entladungen“, sagt Birgit Groh vom Deutschen Energieberater-Netzwerk (DEN). „Die vom Speicher insgesamt zur Verfügung gestellte Energiemenge ergibt sich aus den Faktoren Vollzyklen pro Jahr, Speicherkapazität in Kilowattstunden und Lebensdauer in Jahren.“ Zu berücksichtigen sind außerdem typische Speicherverluste von etwa 15 Prozent, die durch Be- und Entladen sowie Stand-by-Verbrauch entstehen.

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So können Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer die Wirtschaftlichkeit des Speichers in drei Schritten selbst grob überschlagen. Ein Beispiel:

  1. Zuerst muss man die Ersparnis berechnen, die sich daraus ergibt, dass man statt einer Kilowattstunde Strom aus dem Netz eine selbst erzeugte und gespeicherte Kilowattstunde nutzt. Eine Kilowattstunde aus dem Netz kostet rund 33 Cent. Für das Einspeisen des eigens produzierten Stroms würde man knapp acht Cent erhalten. Die Ersparnis pro Kilowattstunde beträgt somit rund 25 Cent, nutzt man den Solarstrom selbst.
  2. Danach ermittelt man die Kosteneinsparung pro Kilowattstunde Speicherkapazität über die Lebensdauer der Batterie: Dabei kann man von 225 Vollzyklen pro Jahr ausgehen. Das heißt eine Kilowattstunde der Batterie wird in einem Jahr 225-Mal durch die eigene Photovoltaikanlage vollgeladen und durch die Eigennutzung des Stroms wieder vollständig entladen. Somit spart man rechnerisch über 15 Jahren Lebensdauer rund 840 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität ein (225 Zyklen multipliziert mit 25 Cent Ersparnis hochgerechnet auf die 15 Jahre).
  3. Schließlich zieht man noch die Speicherverluste ab: Abzüglich der Verluste von 15 Prozent bleiben etwa 720 Euro Ersparnis pro Kilowattstunde Speicherkapazität über die Lebensdauer der Batterie übrig. Liegen die Anschaffungskosten des Batteriespeichers pro Kilowattstunde Kapazität unter diesem Wert, ist der Speicher voraussichtlich wirtschaftlich, liegen sie darüber, rechnet er sich finanziell eher nicht.

Für die Praxis gilt: „Der Speicher sollte nicht wesentlich größer sein als der Jahresstromverbrauch in Megawattstunden“, so Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Ein Haushalt mit 6000 Kilowattstunden Jahresverbrauch, das sind sechs Megawattstunden, fährt in der Regel mit einer Speicherkapazität von rund sechs bis acht Kilowattstunden gut. Mit Blick auf eine Zukunft mit Elektroauto und Wärmepumpe kann allerdings bereits heute die Anschaffung eines größeren Speichers sinnvoll sein.“ Die Leistung der Photovoltaikanlage in Kilowatt sollte mindestens so hoch sein wie die Speicherkapazität in Kilowattstunden, damit der Speicher in ausreichend vielen Stunden vollgeladen werden kann. Ein guter Aufstellort im Haus ist ein Raum mit moderaten Temperaturen zwischen fünf und 20 Grad Celsius. Das maximiert die Lebensdauer.

Fragen beantwortet das Team von Zukunft Altbau kostenfrei am Beratungstelefon unter 08000 12 33 33 (Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr) oder per E-Mail an [email protected].

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