Baustelle
Wolff & Müller startet Revitalisierung der Königstraße 1c in Stuttgart
Mit der Revitalisierung der Königstraße 1c im Schlossgartenquartier Stuttgart beginnt eines der bedeutendsten Bauprojekte der Stuttgarter Innenstadt. Das traditionsreiche Familienunternehmen Wolff & Müller übernimmt im Auftrag der LBBW Immobilien den konstruktiven Rückbau sowie die Arbeiten am Rohbau, an der Gebäudehülle und am Dach. Das Projekt steht exemplarisch für die steigende Bedeutung des Bauens im Bestand und zeigt, wie bestehende Immobilien durch moderne Bauverfahren an neue Nutzungsanforderungen angepasst werden können.
Die ehemalige Karstadt-Immobilie, deren Ursprünge bis in die 1960er-Jahre zurückreichen, wird zu einem modernen Gebäude mit Büro-, Einzelhandels- und Gastronomieflächen umgebaut. Gleichzeitig soll der Standort seine Funktion als städtebauliches Bindeglied zwischen der Königstraße und dem Schlossgarten künftig deutlich stärker erfüllen.
Bauen im Bestand gewinnt weiter an Bedeutung
Die Revitalisierung bestehender Gebäude entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Aufgabe der Bauwirtschaft. Statt bestehende Bausubstanz vollständig zu ersetzen, rücken Sanierung, Ertüchtigung und Umnutzung immer stärker in den Fokus. Das Projekt an der Königstraße 1c verdeutlicht diesen Wandel besonders anschaulich.
Während tragfähige Gebäudeteile erhalten bleiben, werden andere Bereiche vollständig zurückgebaut und anschließend neu errichtet. Dadurch lassen sich vorhandene Ressourcen weiter nutzen und gleichzeitig moderne Anforderungen an Architektur, Nutzung und Gebäudetechnik umsetzen. Gerade innerstädtische Großprojekte erfordern dabei eine präzise Planung, da Bestandsstrukturen, neue Konstruktionen und laufende Nutzungen miteinander kombiniert werden müssen.

Bilanz 2025: Wolff & Müller steigert Jahresleistung auf 1,092 Milliarden Euro
Wolff & Müller erreicht 2025 1,092 Mrd. Euro Jahresleistung. Rekord im Tiefbau und starke Auftragseingänge prägen die Bilanz 2025.
Komplexe Bauabläufe prägen die Revitalisierung
Die bauliche Umsetzung erfolgt in mehreren aufeinander abgestimmten Bauphasen. Zunächst werden die oberen Geschosse sowie Teile der bestehenden Theaterpassage zurückgebaut. Anschließend werden Fundamente und die unteren Geschosse statisch ertüchtigt, damit sie die zukünftigen Lasten des neuen Gebäudes dauerhaft aufnehmen können.
Zum technischen Konzept gehören unter anderem Spezialtiefbaumaßnahmen zur Verbesserung des Baugrunds sowie die Sanierung chloridbelasteter Betonbauteile. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten beginnt die Errichtung der neuen Obergeschosse.
Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei die Holzhybridbauweise. Die Kombination aus Beton, Stahl und Holz verbindet die Tragfähigkeit massiver Konstruktionen mit den konstruktiven Vorteilen moderner Holzbauelemente und zählt inzwischen zu den etablierten Lösungen für anspruchsvolle Hochbauprojekte.
Neue Architektur verbindet Innenstadt und Schlossgarten
Mit der Neugestaltung verändert sich nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch dessen städtebauliche Einbindung. Die bisher überdachte Theaterpassage wird geöffnet und schafft künftig eine direkte Verbindung zwischen der Königstraße und dem Schlossgarten.
Prägend für die neue Architektur sind eine großflächige Pfosten-Riegel-Fassade aus Aluminium mit weitläufigen Verglasungen sowie terrassenförmig angelegte Dachflächen. Das begrünte und begehbare Dach erweitert die Nutzungsqualität des Gebäudes und schafft zusätzliche Aufenthaltsbereiche im innerstädtischen Umfeld. Ergänzend verbessert ein neu geplanter Innenhof die natürliche Belichtung und Belüftung der Gebäudestruktur.
Nach Fertigstellung entstehen rund 12.600 Quadratmeter Mietfläche. Im Erdgeschoss sind Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen, während die oberen Ebenen moderne Büroflächen aufnehmen.
Baustellenlogistik als entscheidender Erfolgsfaktor
Für Bauunternehmen stellt die Revitalisierung innerstädtischer Bestandsgebäude regelmäßig hohe Anforderungen an Bauablauf und Logistik. Auch die Königstraße 1c bildet hierbei keine Ausnahme.
Das Baufeld liegt unmittelbar an der stark frequentierten Fußgängerzone und grenzt zusätzlich an bestehende Nachbargebäude. Gleichzeitig bleibt die vorhandene Tiefgarage während der gesamten Bauzeit in Betrieb. Materialtransporte, Sicherheitskonzepte und Bauabläufe müssen deshalb exakt koordiniert werden, um den Baustellenbetrieb mit dem öffentlichen Raum in Einklang zu bringen.
Digitale Planungsmethoden wie Building Information Modeling (BIM) unterstützen dabei die Abstimmung komplexer Bauprozesse. Sie ermöglichen eine frühzeitige Kollisionsprüfung, erhöhen die Transparenz in der Projektsteuerung und tragen dazu bei, Termin- und Qualitätsziele auch bei anspruchsvollen Bestandsprojekten einzuhalten.
Revitalisierung als Zukunftsmodell für die Bauwirtschaft
Das Projekt im Schlossgartenquartier Stuttgart verdeutlicht, welche Rolle die Revitalisierung bestehender Immobilien künftig im Hochbau spielen wird. Angesichts knapper Flächen, steigender Nachhaltigkeitsanforderungen und wachsender Anforderungen an urbane Quartiere gewinnen intelligente Umnutzungskonzepte kontinuierlich an Bedeutung.
Mit der Umsetzung der Königstraße 1c realisiert Wolff & Müller ein technisch anspruchsvolles Bauvorhaben, das die Verbindung von Bestandserhalt, moderner Bauweise und städtebaulicher Weiterentwicklung in den Mittelpunkt stellt. Für Bauunternehmen und Projektentwickler liefert das Projekt zugleich praxisnahe Erkenntnisse darüber, wie komplexe Innenstadtstandorte wirtschaftlich und zukunftsorientiert entwickelt werden können.










