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Susanne Frank,

Baubranche mit Nachholbedarf beim Digitalen Wandel

Im Rahmen der Initiative UnternehmerPerspektiven der Commerzbank wurden 4.000 mittelständische Unternehmen ab 2,5 Mio. Euro Jahresumsatz zu Ihren Digitalisierungs-Strategien befragt. Exklusiv für Sie veröffentlichen wir hier die wichtigsten Umfrageergebnisse der 210 befragten Bauunternehmen.

Laut der fühlt sich die Bauwirtschaft vom digitalen Wandel eher wenig betroffen. Nur jedes fünfte Unternehmen berichtet, dass sich Schlüsseltechnologien im Umbruch befinden, elf Prozent geben an, dass Geschäftsmodelle durch die digitale Entwicklung in Frage gestellt werden.

Digitalisierung hat für die Bauwirtschaft insgesamt wenig aktuelle Relevanz. Die Unternehmen planen den Einsatz neuer digitaler Techniken am ehesten zur Optimierung administrativer Abläufe, zum Beispiel durch flexiblere Arbeitsformen oder Online-Services. Vielversprechend, aber noch Zukunftsmusik, sind Möglichkeiten zur Vernetzung der Wertschöpfungskette (vom Lieferanten bis zum Kunden).

Eine stärkere Individualisierung und Automatisierung der Herstellung sind aus Sicht der Unternehmen denkbare, aber noch unkonkrete Einsatzgebiete. Disruptive Innovationen (neue Geschäftsmodelle und neue Produkte) werden nicht ausgeschlossen, aber erst in ferner Zukunft erwartet. Die Branche versteht sich offenbar nicht als Vorreiter von digitalen Zukunftsvisionen wie dem „Smart Home“.

Bauunternehmen gehen generell recht zurückhaltend mit Digitalisierung um. Sie sehen Chancen im mobilen Internet, wohl mit Blick auf Administration, Steuerung und Arbeitsplanung. Die neuen und zukunftsweisenden Themen wie Industrie 4.0, Big Data oder Cloud-Computing hält die Breite der Bauunternehmen dagegen für wenig relevant.

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Insgesamt herrscht in der Bauwirtschaft sehr viel Unsicherheit und Unwissen bezüglich des digitalen Wandels. Besonders schwer einschätzbar sind Industrie 4.0, Shared Economy und Crowdsourcing, sowie weitere digitale Trends – also vor allem die Themen, die derzeit, zumeist mit hoher medialer Präsenz, von Experten diskutiert werden.

Sechs Prozent der Bauunternehmen ziehen heute schon stärkeren Nutzen aus digitalen Trends. Es gibt in der Branche damit vergleichsweise wenig digitale Innovatoren. Diese Vorreiter setzen in fast allen Handlungsfeldern besonders häufig neue digitale Technologien ein, z.B. um ihre Wertschöpfungsketten zu vernetzen, um Produkte zu individualisieren oder um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Digitale Innovatoren reagieren auf enge Märkte und neue Nischenanbieter durch ein klares Bekenntnis zu Innovation. Auf dieser Basis entwickeln sie überdurchschnittlich häufig eine klare Wachstumsstrategie.

Die meisten Bauunternehmen beobachten die digitalen Entwicklungen in der eigenen Branche, bleiben im Dialog und reagieren ggf. ad hoc auf Kundenanforderungen und Trends. Sie nehmen damit eine eher passive und abwartende Haltung ein.

Digitale Innovatoren initiieren deutlich häufiger Pilotprojekte, schaffen kreative Freiräume und investieren in technische Spezialisten. Der digitale Wandel ist durch Beobachtung allein nicht zu bewältigen: Es geht darum, frühzeitig eigene Erfahrungen zu machen, um digitale Potenziale prüfen und zum eigenen Vorteil nutzen zu können.

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