Stromversorgung
Solothurnische Gebäudeversicherung setzt auf Stromerzeuger von Atlas Copco
Die steigende Bedeutung resilienter Infrastrukturen stellt Bauwirtschaft und öffentliche Träger gleichermaßen vor neue Anforderungen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Einsatzfähigkeit und Versorgungssicherheit bei großflächigen Stromausfällen gewährleistet bleiben können. Die Solothurnische Gebäudeversicherung (SGV) hat hierzu ein umfassendes Beschaffungskonzept umgesetzt, das Feuerwehrmagazine im gesamten Kanton technisch auf Notfallszenarien ausrichtet.
Ziel ist es, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren auch bei längeren Stromunterbrüchen sicherzustellen und gleichzeitig grundlegende Versorgungsfunktionen in den Feuerwehrgebäuden aufrechtzuerhalten.
Strukturierte Beschaffung für den flächendeckenden Einsatz
Im Rahmen einer kantonsweiten Ausschreibung hat die SGV insgesamt 38 Stromerzeuger von Atlas Copco beschafft und damit nahezu alle Gemeinden im Kanton Solothurn ausgestattet. Bereits eine erste Beschaffungsrunde Jahre zuvor hatte den Grundstein gelegt, nun wurde die Ausstattung konsequent erweitert und vereinheitlicht.
Die Entscheidung für den Anbieter fiel auf Basis eines Gesamtkonzepts, das technische Leistungsfähigkeit, Lebenszykluskosten, Servicequalität und Betriebssicherheit in den Mittelpunkt stellte. Im Ergebnis wurden unterschiedliche Leistungsklassen eingesetzt, um den variierenden Anforderungen der Feuerwehrmagazine gerecht zu werden.
Die Dimensionierung der Systeme erfolgte nicht pauschal, sondern auf Basis konkreter Bedarfsanalysen der einzelnen Standorte. Dazu wurden Messungen durchgeführt und die jeweiligen Feuerwehren in die Ermittlung der Lastprofile eingebunden. Diese Vorgehensweise entspricht einer zunehmend praxisorientierten Planung im Bereich kritischer Infrastruktur im Bau- und Gebäudemanagement.
Technische Auslegung der Stromerzeuger für den Realbetrieb
Zum Einsatz kommen fahrbare Stromerzeuger, die sowohl kleinere als auch größere Lastprofile abdecken. Die Systeme sind so ausgelegt, dass sie nicht nur die Grundversorgung der Feuerwehrmagazine sichern, sondern auch zusätzliche Verbraucher versorgen können.
Dazu zählen unter anderem Heizsysteme, Küchenbereiche sowie technische Anlagen wie Atemluftkompressoren. Diese Kombination ist insbesondere im Einsatzfall relevant, wenn Einsatzkräfte über längere Zeit autark arbeiten müssen.
Ein zentraler Aspekt der Planung war die praktische Nutzbarkeit im realen Einsatz. Die Stromerzeuger verfügen über mehrere Anschlussmöglichkeiten und sind auf flexible Einsatzszenarien ausgelegt. Damit wird sichergestellt, dass sie sowohl im regulären Übungsbetrieb als auch im Ernstfall zuverlässig eingesetzt werden können.
Praxisanforderungen im Fokus der Dimensionierung
Die SGV verfolgte bei der Auslegung einen klaren Grundsatz: so kompakt wie möglich, so leistungsfähig wie nötig. Diese Balance ist insbesondere im kommunalen Umfeld entscheidend, da sowohl Kosten als auch Handhabung und Einsatzlogistik berücksichtigt werden müssen.
In der Praxis bedeutet dies, dass unterschiedliche Gemeinden unterschiedlich dimensionierte Aggregate erhalten haben. Während einige Standorte bereits über bestehende Notstromsysteme verfügen, wurden andere vollständig neu ausgestattet.
Diese differenzierte Herangehensweise entspricht modernen Standards im infrastrukturellen Risikomanagement, wie sie auch im Baugewerbe zunehmend Anwendung finden.
Integration von Zusatzfunktionen und Sonderlösungen
Ein besonderer Fokus lag auf der Erweiterbarkeit der Systeme. Neben der reinen Stromversorgung wurden auch optionale Lichtmastlösungen berücksichtigt, die insbesondere bei nächtlichen Einsätzen oder Übungen einen entscheidenden Mehrwert bieten.
Die technische Integration erforderte dabei individuelle Lösungen, da unterschiedliche Systemtechnologien kombiniert werden mussten. Während einige Beleuchtungssysteme pneumatisch ausgelegt sind, arbeiten andere elektrisch. Diese Schnittstellenproblematik wurde projektbezogen gelöst und zeigt exemplarisch, wie technische Anpassungen im Rahmen öffentlicher Beschaffungen umgesetzt werden können.
Auch fahrtechnische Parameter wie die Stützlast wurden im Verlauf der Umsetzung optimiert. Durch konstruktive Anpassungen am Fahrgestell konnten die Systeme an die zulässigen Anforderungen der Zugfahrzeuge angepasst werden, ohne die Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen.
Betrieb, Wartung und Lebenszyklusbetrachtung
Die Gesamtverantwortung für die Anlagen liegt bei der SGV, einschließlich Investition und Wartung. Die Feuerwehren selbst tragen ausschließlich die Betriebskosten, insbesondere für den Kraftstoffeinsatz.
Ergänzt wird das Konzept durch einen mehrjährigen Wartungsvertrag, der regelmäßige Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen sicherstellt. Dieses Vorgehen reduziert Ausfallrisiken und erhöht die langfristige Verfügbarkeit der Systeme.
Die eingesetzten Geräte entsprechen aktuellen Emissionsstandards und sind auf einen wirtschaftlichen sowie regelkonformen Betrieb im öffentlichen Umfeld ausgelegt.
Bedeutung für Bauwirtschaft und Infrastrukturplanung
Für das Baugewerbe und angrenzende Infrastrukturdisziplinen zeigt dieses Projekt exemplarisch, wie technische Resilienz in öffentlichen Liegenschaften umgesetzt werden kann. Feuerwehrmagazine entwickeln sich zunehmend zu multifunktionalen Infrastruktureinheiten, deren Planung weit über klassische Gebäudefunktionen hinausgeht










