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Artikel und Hintergründe zum Thema

Gastbeitrag von Dr. Martina Schneller

Dr. Martina Schneller,

Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk: Welche Soft- und Hardware ist die richtige?

SMART Ziele und Herausforderungen formulieren. © Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk

Teil 2: Wie finde ich die richtigen Heinzelmännchen? Diese Frage konnten wir in der vergangenen Ausgabe nicht final beantworten, denn wir mussten feststellen: Es bedarf ein wenig Vorarbeit. Aber wie versprochen gehen wir gemeinsam auf die Suche.

Schritt für Schritt nähern wir uns den für Sie passenden Lösungen an. Vielleicht haben Sie es gemerkt, ich spreche nicht mehr von der richtigen Lösung, sondern von den für Sie passenden Lösungen. Und genau darin liegt die Schwierigkeit – richtig sind viele – aber sie müssen zu Ihren Arbeitsabläufen passen. Aus diesem Grund haben wir uns beim letzten Mal angeschaut, wie Sie Ihre aktuellen Prozessabläufe aufnehmen und über eine Schwachstellen- und Verbesserungspotentialanalyse die Grundlage für die Strategie zur Digitalisierung Ihres Betriebes, und damit der Auswahl von Heinzelmännchen – also den Lösungen – gelegt haben.

Nun stellen Sie sich wahrscheinlich die Frage: Wie geht es weiter und wo soll ich anfangen? Zur Beantwortung dieser Frage hat das Mittelstand Zentrum Handwerk (MDZH) einen Check entwickelt. Dieser Check soll Ihnen helfen, Ihre Situation einzuschätzen. Mit dem Klick auf "Check starten" oberhalb von Schritt 3 "Handlungsbedarf entdecken" im Digitalisierungspfad oder bei der Bearbeitung dieses Schritts starten Sie den Check. Diese Prüfplattform haben wir in 16 Handlungsfelder unterteilt. Zu jedem Handlungsfeld müssen Sie nur 10 Fragen beatworten und erhalten am Ende eine Auswertung, ob der Handlungsbedarf im jeweiligen Handlungsfeld bei Ihnen niedrig, mittel oder hoch ist.

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In diesen Handlungsfeldern werden Aufgaben beziehungsweise Funktionen zusammengefasst, die in der Wertschöpfungskette eines Betriebes von Bedeutung sind. Sie finden sich auch in verschiedenen Prozessen Ihres Betriebes wieder. Was sich genau hinter den Handlungsfeldern verbirgt, können Sie in Schritt 3 "Handlungsbedarf entdecken" nachlesen. Hier werden die Handlungsfelder in Videos genau erklärt und Sie können ein Dokument mit ausführlichen Informationen herunterladen.

Wie sie verknüpft sind, soll an dem Handlungsfeld Kundenkommunikation gezeigt werden. Es umfasst Funktionen, die an unterschiedlichen Stellen während der Auftragsabwicklung anfallen, und zwar immer dann, wenn Informationen mit dem Kunden ausgetauscht werden oder Abstimmungen stattfinden. Also in sechs von acht Prozessen – nicht in Human Resources und Fuhrpark (siehe Abbildung 2). Mit diesem Check sind wir gemeinsam einen weiteren Schritt auf dem Digitalisierungspfad auf dem Weg zu Ihrem persönlichen Leitbetrieb gegangen. Sie wissen nun nicht nur, wie die Prozesse und Arbeitsabläufe in Ihrem Betrieb tatsächlich aussehen und haben diese festgehalten, sondern auch wo Handlungsbedarf besteht. Vielleicht haben Ihnen die Fragen des Checks auch geholfen, neue Möglichkeiten zu entdecken, die Ihnen die Arbeit erleichtern können. Jetzt können Sie eine Priorisierung vornehmen.

Aktivitäten der 16 Handlungsfelder in den acht Prozesse © MDZH

Im nächsten Schritt geht es darum, Ihren Leitbetrieb aufzubauen. Ihren Leitbetrieb? Genau – Ihre Zukunftsvision von Ihrem Betrieb. Also so, wie Sie in der Zukunft arbeiten wollen, wenn Sie die Ideen, Wünsche … – einfach alles – umgesetzt haben. Und genau diese Zukunftsvision müssen alle Beteiligten bei der Erstellung der Strategie und der Umsetzung immer vor Augen haben. So nehmen Sie den direkten Weg zum Ziel, und Entscheidungen können auf einer soliden Basis getroffen werden. Dies betrifft insbesondere die Softwarelösungen mit den Schnittstellen bzw. -informationen und die Funktionalitäten der jeweiligen Lösungen sowie deren Kompatibilität untereinander.

Zum Aufbau Ihres Leitbetriebs empfehle ich Ihnen, sich Unterstützung zu holen. Es gibt so viele Möglichkeiten, die kann Ihnen das MDZH nicht alle benennen oder kennen – insbesondere, da sich in der digitalisierten Zeit schnell neue Möglichkeiten auftun. Holen Sie sich einen Experten, der Ihr Team und Sie bei der Erstellung Ihrer Zukunftsvision begleitet. Und dabei anbieterneutral, mit Fokus auf die Möglichkeiten und auf die technische Umsetzbarkeit schaut. Wir im MDZH nennen Ihn gern den Übersetzer, denn er sollte beide Branchen Baugewerbe und Software kennen.

Unterstützen bei der Visualisierung Ihres Leitbetriebs können Sie die Beispiele des Leitbetriebs der Glaserei Durchsichtig oder der Dachdeckerei First, welche Sie jeweils im Kapitel "Herausforderungen formulieren" finden. Auch diese können Sie sich – wie im Kapitel 2 – herunterladen und mit dem BPMN-Modellierer auf Ihre Bedürfnisse anpassen. Aber denken Sie daran – vielleicht gibt es nun schon neue Möglichkeiten, die Herr Durchsichtig bzw. Herr First und sein Team noch nicht berücksichtigen konnten.

Das nächste, wichtige Etappenziel ist erreicht: IHRE VISION – IHR LEITBETRIEB, der Sie bei der Umsetzung kontinuierlich begleiten wird und auf den jede Entscheidung abgestimmt sein muss. Als nächstes müssen Sie sich der Beantwortung der Frage widmen: Welche Anforderungen haben Sie an die neuen digitalen Werkzeuge? Dazu stellen wir Ihnen im Digitalisierungspfad die Funktionalitäten-Matrix zur Verfügung. Mit dieser können Sie den Anforderungskatalog erstellen. Der Katalog hilft Ihnen zusammen mit der Modellierung Ihres Leitbetriebes im Gespräch mit den Softwareanbietern. Auch hier unsere Empfehlung: Holen Sie den oben beschriebenen Übersetzer mit an den Tisch, wenn Sie mit den Softwareunternehmen sprechen, denn er oder sie kennt die Fragen, die gestellt werden müssen, damit die Lösungen auch zu Ihrer Vision und Ihren Anforderungen passen.

Eine gute Vorbereitung für das Gespräch mit den Softwareanbietern ist, die Ziele zu formulieren. Die Ziele wiederum bieten die Möglichkeit potenzielle Herausforderungen zu erkennen. So sind Sie bestens bestens auf den Umstellungsprozess vorbereitet. Wenn Sie sich fragen, wie Sie die Ziele formulieren? Hier ist der Ansatz der SMART-Technik hilfreich. SMART, denn Ihre Vorgaben sollten

- spezifisch,

- messbar,

- angemessen,

- realistisch und

- terminierbar sein.

Bei der Formulierung der Zielkriterien unterstützen Sie Kontrollfragen (siehe Abbildung 3). Weitere Informationen, wie Sie die SMART-Technik nutzen und ein paar Beispiele, finden Sie in Kapitel 4 des Digitalisierungspfades. Und wieder ist ein Etappenziel erreicht. Damit sind Sie einen großen Schritt gegangen. In der nächsten Ausgabe werden wir endlich dazu kommen die passende Lösung zu finden. Bis dahin hoffe ich, finden Sie ein wenig Zeit, um die Aufgaben, die sich Ihnen mit den Schritten 3 und 4 stellen, in Angriff zu nehmen. Aber denken Sie daran, immer Ihre Mitarbeitenden zu beteiligen. Und wie immer gilt: Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, kommen Sie auf uns zu. Dafür sind wir da, das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk.

Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 04/23.

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