Baukrise 2025
Der Bau braucht zwei wesentliche Impulse
Die Bau- und Immobilienbranche steht vor erheblichen Veränderungen, heißt es im „United Interim Wirtschaftsreport 2025“.
Der Bericht basiert auf einer Umfrage unter 550 Führungskräften auf Zeit (Interim Managern), den die Management-Community United Interim durchgeführt hat.
Der auf die Bau- und Immobilienbranche spezialisierte Interim Manager Klaus-Peter Stöppler, der zum Autorenkreis gehört, erklärt: „Um aus der Baukrise herauszukommen, bedarf es zwei wesentlicher Impulse. Erstens muss mindestens ein Drittel des neuen Sondervermögens von 500 Milliarden Euro für Bauprojekte verwendet werden, vor allem für die Verkehrsinfrastruktur und den Wohnungsbau.
Zweitens muss die Branche selbst erheblich innovativer werden. Dazu bedarf es einer Digitalisierungsoffensive sowohl auf Unternehmensseite als auch vor allem von staatlicher Seite. Sprich: Die Digitaltechnik muss endlich großflächig Einzug halten in die Bauämter.“
Über 80 Prozent erwarten substanzielle Neuerungen
Laut Wirtschaftsreport sehen 81 Prozent der befragten Führungskräfte substanzielle Neuerungen auf die Bau- und Immobilienbranche zukommen. 28 Prozent davon gehen sogar von einem „fundamentalen Umbruch“ aus. Als die derzeit größten Herausforderungen stufen die Experten die Rohstoff- und Energiepreisentwicklung ein (69 Prozent), gefolgt vom Fachkräftemangel (55 Prozent; Mehrfachnennungen waren erwünscht) und dem anhaltend schwachen wirtschaftlichen Umfeld (50 Prozent).
Die hohen bürokratischen Anforderungen etwa in Bezug auf Nachhaltigkeit werden von knapp drei Viertel (74 Prozent) der Befragten als Hemmschuh gewertet.
„Das Sondervermögen von 500 Milliarden Euro stellt eine historische Chance für die Bauwirtschaft dar“, sagt Klaus-Peter Stöppler. Aber er gibt zu bedenken: „Die Branche wird es nur nutzen können, wenn es gelingt, die bürokratischen Hürden drastisch abzubauen und die Digitalisierung quer durch alle Leistungsträger in diesem Wirtschaftszweig massiv voranzubringen.“ An den Staat richtet der Fachmann für die Bau- und Immobilienwirtschaft dazu zwei Forderungen: deutliche Vereinfachung des Baurechts durch den Gesetzgeber und eine zügige Digitalisierung der Bauämter.“
Kaum Fortschritte bei der Digitalisierung in den Bauämtern
Nach Erfahrungen des Experten haben viele Unternehmen rund ums Bauen in den letzten Jahren erheblich in die Digitalisierung investiert. Er zählt auf: Architektur- und Ingenieurbüros, Bauunternehmen, Projektentwickler, Bauträger, Baustoffhersteller und -händler, Branchendienst¬leister, Facility-Management-Firmen und nach Stöpplers Einschätzung auch „erstaunlich viele Handwerksbetriebe“.
Aber in den Bauämtern kann der Fachmann „kaum Fortschritte bei der Digitalisierung“ ausmachen.
„Das behindert die ganze Branche“, sagt Klaus-Peter Stöppler, und warnt: „Wenn die Bauämter in der Akten- und Papierbürokratie verharren, wird der für den Bau- und Immobiliensektor vorgesehene Teil des 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens verpuffen.“ Er verweist auf Schätzungen, wonach zwischen 150 und 250 Milliarden Euro davon in den Bausektor fließen sollen, etwa um die Verkehrsinfrastrukturen in den nächsten zehn Jahren zu modernisieren.
Mangelhafte Infrastrukturen belasten den Wirtschaftsstandort Deutschland
Wie dringend dies notwendig ist, hat die Umfrage des „United Interim Wirtschaftsreport 2025“ unter 550 Interim Managern zutage gefördert. Demnach stufen 83 Prozent der Führungskräfte die mangelhaften Infrastrukturen als eine Belastung für den Wirtschaftsstandort Deutschland ein.
Den größten Rückstand sehen die Manager bei der Schiene (83 Prozent). Über drei Viertel (77 Prozent) testieren dem Straßenverkehr Nachholbedarf, 40 Prozent halten Verbesserungen auf diesem Sektor für „dringend geboten“, um Deutschland wieder wirtschaftlich attraktiver zu machen. „Die Sanierung von Verkehrswegen, vor allem Straßen und Brücken, und von öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Krankenhäusern, ist vordringlich“, stellt Klaus-Peter Stöppler die Prioritäten klar.
Hinzu kämen die unübersehbaren Defizite im Wohnungsbau. 2024 waren nur etwa 250.000 statt der geplanten 400.000 neuen Wohnungen fertiggestellt worden. „Ohne Entbürokratisierung und Digitalisierung wird sich daran auch in den nächsten Jahren nicht viel ändern““, befürchtet Klaus-Peter Stöppler.
Gesetzgeber, Bauwirtschaft und Bauämter müssten enger zusammenarbeiten, um Innovationen den Weg zu bereiten, fordert der Experte. Er zählt das Spektrum möglicher Neuerungen auf: „Künstliche Intelligenz, serielles Bauen, 3D-Druck, Bauroboter und viele weitere Innovationen werden in den nächsten Jahren Einzug in die Baubranche halten und zu nachhaltigen Veränderungen führen. Aber die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht, liegt maßgeblich in staatlicher Hand, von der Entbürokratisierung über die Digitalisierung bis zur Zulassung dieser Neuerungen auf dem Bausektor.“
Deutsche Verwaltungscloud DVC: Schritt in die richtige Richtung
Als einen „Schritt in die richtige Richtung“ wertet Klaus-Peter Stöppler den Start der „Deutschen Verwaltungs¬cloud“ (DVC) im April dieses Jahres. Es handelt sich dabei um eine Art digitaler Marktplatz für Behörden auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene, über den sie Cloud-Anwendungen von IT-Dienstleistern der öffentlichen Verwaltung Deutschlands standardisiert beziehen können.
„Es ist zu hoffen, dass wir in der DVC sobald wie möglich spezialisierte Anwendungen für Bauplanung wie zum Beispiel Building Information Modeling oder Geoinformationssysteme für Infrastrukturprojekte vorfinden werden“, sagt Klaus-Peter Stöppler. „Das Potenzial für massive Veränderungen zum Guten für das gesamte Bauwesen in Deutschland ist zum Greifen nahe“, schwärmt er, und ist zugleich realistisch:
„Aber es werden wohl noch Jahre vergehen, bis sich dort auch digitale Genehmigungs¬plattformen für Bauanträge, Ausschreibungs- und Vergabeportale für öffentliche Bauaufträge oder Projektmanagement-Tools für Großprojekte wie Brücken- oder Schienenbau, die vom Sondervermögen finanziert werden, verfügbar werden.“
Baukrise 2025: Ursachen, Auswirkungen und Lösungsansätze
Das Baugewerbe sieht sich gegenwärtig mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, die als "Baukrise" bezeichnet werden müssen. Diese Krise hat weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Aspekte der Baubranche, angefangen bei der Materialbeschaffung bis hin zur Fertigstellung von Bauprojekten. In diesem Artikel werfen wir einen genauen Blick auf die Ursachen, Auswirkungen und potenziellen Lösungsansätze für die aktuelle Baukrise.
Chancen für die Bauwirtschaft
Die Baubranche durchlebt derzeit eine ungewöhnlich Krise, die viele Unternehmen mit Sorgen und Unsicherheit erfüllt. Die Ursachen sind vielfältig: Angefangen bei einer schwächelnden Konjunktur bis hin zu politischen Unsicherheiten. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Aufträge zu erfüllen und gleichzeitig die Zukunft ihrer Mitarbeitenden zu sichern. In dieser Zeit der Krise möchte das Baugewerbe Magazin die Stimme der Bauunternehmen stärken und hat die Aktion BauZukunft ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, den Unternehmen ein Forum zu bieten, um ihre Wünsche und Forderungen an Politik und Gesellschaft zu kommunizieren.
Die Zukunft der Baubranche: Elektrische Antriebe und innovative Lösungen
Alternative Antriebe sind nur eine Initiative der Baubranche, trotz Krise neue Wege für eine nachhaltige Zukunft zu finden. Elektro-Motoren, Wasserstoffmotoren und Hybridantriebe werden immer mehr entwickelt, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und CO2-Neutralität zu erreichen. Doch damit stößt der Innovationsgeist der Branche noch lange nicht am Ende.
Über United Interim
United Interim ist die führende Online-Community für qualitätsgeprüfte Interim Manager in Deutsch¬land, Österreich und der Schweiz. Die Reichweite erstreckt sich auf weit über 12.000 Führungskräfte auf Zeit in der DACH-Region. Aus dieser Gruppe heraus haben zehn der erfahrensten und renommier¬testen Interim Manager gemeinsam mit United Interim eine Studie über den Stand und die Zukunft der deutschen Wirt¬schaft durchgeführt.
Diese zehn Elite Interim Manager sind Dr. Bodo Antonić, Ulvi Aydin, Ulf Camehn, Ruben Faust, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock, Jane Enny van Lambalgen, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich und Karlheinz Zuerl. Die Studienleitung obliegt Dr. Harald Schönfeld und Jürgen Becker als Gründer und Geschäftsführer von United Interim.
An der Befragung für die Studie haben über 550 ausgewählte Interim Manager teilgenommen. Interim Management gilt als die „Königsklasse“ im Management, weil die Führungskräfte auf Zeit mehr berufliche Heraus¬forderungen in mehr Unter¬nehmen bewältigen als Führungskräfte im Angestelltenverhältnis und daher über einen größeren Überblick verfügen. Im Unterschied zu Beratern entwickeln sie nicht nur Konzepte, sondern sorgen für eine bestimmte Zeit im Unternehmen auch für die Umsetzung.
Über Klaus-Peter Stöppler
Klaus-Peter Stöppler zählt zu den renommiertesten Executive Interim Managern Deutschlands mit über 35 Jahren Erfahrung in den Branchen Bauwirtschaft, Immobilien, Energie und Industrie. Er begleitet mittelständische Unternehmen als permanenter Beirat oder als Interim Manager auf Zeit.
Seine Expertise umfasst Bauprojektmanagement, Unternehmensrettung und strategische Beratung. Klaus-Peter Stöppler ist Mitglied der Denkfabrik Diplomatic Council mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. Er gehört zum kleinen Kreis der Verfasser des vielbeachteten „United Interim Wirtschaftsreport 2025“.
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