Jahresbilanz
Landesbetrieb LBB steigert Bau-Umsatz zum vierten Mal in Folge
Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) hat seinen Bau-Umsatz erneut gesteigert und 2025 ein Volumen von rund 905 Millionen Euro umgesetzt. Damit verzeichnet der Landesbetrieb LBB das vierte Wachstum in Folge. Gegenüber 2021 entspricht dies einer Steigerung um rund 240 Prozent – ein deutlicher Indikator für die anhaltend hohe Investitionstätigkeit von Bund und Land in Rheinland-Pfalz.
Für Bauunternehmer, Projektleiter und Entscheider im Bauwesen ist diese Entwicklung mehr als eine Kennzahl. Sie zeigt, dass der öffentliche Hochbau trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und komplexer Rahmenbedingungen ein stabiler Auftraggeber bleibt. Die Mittel stammen aus Steuergeldern und fließen in sicherheitsrelevante Infrastruktur, Hochschulbauten, Gesundheitsimmobilien und Verwaltungsgebäude.
Bundesbau als Umsatztreiber
Den größten Anteil am Bau-Umsatz generiert der Landesbetrieb LBB im Auftrag des Bundes in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Bundesbau Rheinland-Pfalz (ABB). Im Bundesbau wurden 2025 rund 670 Millionen Euro umgesetzt, was einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Ein Schwerpunkt lag auf Bauprojekten für die US-Gaststreitkräfte mit einem Volumen von 411 Millionen Euro. Hervorzuheben ist der Neubau des US-Militärklinikums in Weilerbach, das künftig die bestehenden Einrichtungen in Landstuhl und auf der Airbase Ramstein ersetzen soll. Allein für dieses Projekt wurden knapp 70 Millionen Euro umgesetzt. Für die Bauwirtschaft sind solche Vorhaben aufgrund ihrer technischen, sicherheitsrelevanten und logistischen Anforderungen besonders anspruchsvoll. Sie erfordern eingespielte Projektstrukturen, belastbare Terminsteuerung und eine präzise Kostenkontrolle.
Parallel dazu flossen 226 Millionen Euro in Maßnahmen für die Bundeswehr, unter anderem in den Ausbau und die Modernisierung von Standorten sowie in Bauaufgaben am NATO-Flugplatz Büchel. Ein wesentlicher Teil entfiel auf das Bundeswehr-Zentralkrankenhaus Koblenz, wo der Neubau eines OP- und Funktionsgebäudes vorangetrieben wurde. Solche Projekte verdeutlichen die zunehmende Komplexität im militärischen und medizinischen Bauwesen, insbesondere im Hinblick auf technische Gebäudeausrüstung und regulatorische Anforderungen.
Landesbau: Kontinuität und strukturelle Modernisierung
Auch im Landesbau zeigt sich eine stabile Entwicklung. Die Bau-Investitionen des Landes Rheinland-Pfalz stiegen auf 116,6 Millionen Euro. Abgeschlossen wurden unter anderem der zweite Bauabschnitt für die Hochschule Mainz sowie die Sanierung des Schlosses Villa Ludwigshöhe in Edenkoben.
Aktuell laufen mehrere strategisch bedeutsame Projekte. Dazu zählen der Neubau für den Landesbetrieb Mobilität in Cochem in nachhaltiger Holzbauweise, der Neubau des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen sowie die Generalsanierung eines Großgebäudes aus den 1970er-Jahren an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ab 2027 sollen dort Universitätsbereiche interimsweise untergebracht werden, während ihre Bestandsgebäude modernisiert werden.
Für Bauunternehmen ergeben sich daraus langfristige Perspektiven im Bereich komplexer Sanierungen und nachhaltiger Neubauten. Gerade im Hochschul- und Verwaltungsbau gewinnen flexible Nutzungskonzepte und energetische Optimierung zunehmend an Bedeutung.
Instandhaltung gewinnt strategisch an Gewicht
Ein wachsender Teil des Bau-Umsatzes entfällt auf die Instandhaltung. 118 Millionen Euro wurden 2025 für Maßnahmen zur Sicherung und Modernisierung der Bestandsgebäude umgesetzt. Damit steigt die Bedeutung der Substanzerhaltung im Portfolio des Landesbetrieb LBB kontinuierlich.
Neben kleinteiligen Maßnahmen wie der Beseitigung von Wasserschäden oder der Erneuerung von Bodenbelägen stehen auch größere Projekte im Fokus, etwa umfassende Dachsanierungen an Gebäuden der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern oder infrastrukturelle Anpassungen am Campus Germersheim der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Auffällig ist die konsequente Integration energetischer Standards. Sowohl bei Neubauten als auch bei Bestandsmaßnahmen setzt der Landesbetrieb LBB auf verbesserte Dämmung, Wärmepumpentechnik, LED-Beleuchtung und Photovoltaikanlagen. Für das Baugewerbe bedeutet dies eine steigende Nachfrage nach interdisziplinärer Planung und einer engen Verzahnung von Baukonstruktion und technischer Gebäudeausrüstung.
Beschleunigte Verfahren und neue Vergabestrukturen
Mit dem wachsenden Bau-Umsatz verändern sich auch die Realisierungsmodelle. Beschleunigte Verfahren mit Generalplanern und Generalunternehmern, funktionale Ausschreibungen sowie Rahmenverträge für mehrere Bauleistungen oder Gebäude gewinnen an Bedeutung. Für Unternehmen eröffnet dies Chancen, erfordert jedoch zugleich eine strategische Positionierung im Hinblick auf Partnerschaftsmodelle, Kapazitätsplanung und Risikomanagement.
Die Entwicklung des Landesbetrieb LBB zeigt exemplarisch, wie sich der öffentliche Bau in Rheinland-Pfalz strukturell weiterentwickelt. Für Bauunternehmer und Entscheider bietet das Investitionsvolumen von rund 905 Millionen Euro nicht nur Planungssicherheit, sondern auch ein klares Signal: Der öffentliche Hochbau bleibt ein tragender Pfeiler der Bauwirtschaft.












