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Artikel und Hintergründe zum Thema

ART2026 in Aachen

Kai Ingmar Link,

Asphaltrecycling im Fokus: Reclaim, Reuse, Rebuilt smarter

Asphaltrecycling wird praxisreif: ART2026 in Aachen zeigt Heiß- und Kaltrecycling als Schlüssel für nachhaltigen Straßenbau.

Besuch im TIVOLI Stadium wurde 2025 gleichzeitig zum Aus-tausch und Netzwerken genutzt © RWTH Aachen

Der Straßenbau steht unter wachsendem Druck: steigende Materialkosten, Ressourcenknappheit und der Anspruch an eine nachhaltigere Infrastruktur verändern die Anforderungen an Planung und Ausführung. Vor diesem Hintergrund rückt Asphaltrecycling zunehmend aus der Forschung in die praktische Anwendung.

Mit der International Conference on Asphalt Recycling Technologies (ART2026) in Aachen wird dieser Wandel erneut sichtbar. Die Veranstaltung zeigt, wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse und Baupraxis stärker verzahnen – und welche Rolle Recyclingtechnologien künftig im nachhaltigen Straßenbau spielen können.

Von der Forschung in die Anwendung: eine Branche im Übergang

Die ART2026, ausgerichtet von der RWTH Aachen University am Institut für Straßenwesen (ISAC), positioniert sich als internationale Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie und öffentlichen Auftraggebern.

Im Zentrum steht nicht mehr allein die Entwicklung neuer Verfahren, sondern deren tatsächliche Anwendung im Straßenbau. Damit verschiebt sich der Fokus der Diskussion deutlich: weg von experimentellen Ansätzen, hin zu belastbaren, realisierten Projekten.

Heißrecycling: mehr Rezyklat, stabile Qualität

Ein Schwerpunkt der Konferenz liegt auf dem Heißrecycling von Asphalt. Diskutiert werden Strategien zur Erhöhung des Anteils von Ausbauasphalt (RAP) sowie der gezielte Einsatz von Recyclingmaterial in Deckschichten.

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Auch temperaturabgesenkte Asphalttechnologien spielen eine zentrale Rolle, da sie sowohl energetische als auch emissionsbezogene Vorteile bieten können. Parallel dazu werden bestehende Verfahren weiterentwickelt, um Qualität und Dauerhaftigkeit trotz höherer Recyclinganteile sicherzustellen.

Damit rückt eine zentrale Frage in den Vordergrund: Wie viel Recycling verträgt die Asphaltkonstruktion, ohne ihre technischen Anforderungen zu verlieren?

Kaltrecycling: flexible Anwendung im Bestand

Neben dem Heißrecycling widmet sich ART2026 intensiv dem Kaltrecycling. Im Fokus stehen Konzeption, Spezifikation und praktische Anwendungen dieses Verfahrens, das insbesondere im Bestand eine wachsende Rolle spielt.

Dabei geht es auch um angepasste Prüfverfahren und die Bewertung realer Projekte. Der Anspruch ist klar formuliert: Kaltrecycling soll nicht nur als Alternative verstanden werden, sondern als vollwertiger Bestandteil moderner Straßenbaukonzepte.

Die Diskussion zeigt, dass die methodische Weiterentwicklung zunehmend an praktischen Baustellenerfahrungen ausgerichtet wird.

Internationale Perspektiven und praktische Erfahrung

Ein zentrales Merkmal der ART2026 ist die stärkere Gewichtung internationaler Erfahrungswerte. Neben Forschung und Industrie werden verstärkt auch öffentliche Auftraggeber eingebunden, um die Umsetzbarkeit von Recyclingtechnologien im Regelbetrieb zu bewerten.

Die Konferenz knüpft damit an die Vorjahre an, geht jedoch einen Schritt weiter: Während ART2024 und ART2025 vor allem technologische Grundlagen adressierten, steht nun die Anwendung im realen Projektumfeld im Vordergrund.

Dieser Perspektivwechsel ist entscheidend für die Skalierung der Technologien im Straßenbau.

Nachhaltiger Straßenbau als Systemfrage

Die Entwicklung im Asphaltrecycling zeigt, dass Nachhaltigkeit im Straßenbau nicht allein eine Materialfrage ist, sondern zunehmend eine Systemfrage wird. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Technologie, Ausschreibungspraxis und regulatorischen Rahmenbedingungen.

ART2026 verdeutlicht, dass die Branche sich nicht mehr nur mit der Frage beschäftigt, ob Recycling möglich ist, sondern unter welchen Bedingungen es wirtschaftlich und technisch stabil in großem Maßstab eingesetzt werden kann.

Einordnung: Reclaim, Reuse, Rebuilt smarter

Mit ART2026 wird sichtbar, dass Asphaltrecycling den Status einer Nischentechnologie zunehmend verlässt. Die Integration in den regulären Straßenbau hängt dabei weniger von einzelnen Innovationen ab, sondern von der Fähigkeit, bestehende Prozesse systematisch anzupassen.

Die entscheidende Entwicklung liegt in der Verbindung von Forschung, Praxis und öffentlicher Vergabepraxis. Erst wenn diese Schnittstellen stabil funktionieren, kann aus Recycling im Straßenbau ein flächendeckender Standard werden.

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