Steinkohleförderung
Amiblu GFK-Rohre sichern die Zukunft des Grubenwassermanagements
Mit dem Ende der Steinkohlenförderung 2018 in Deutschland endete eine Ära, doch die sogenannten Ewigkeitsaufgaben bleiben. Im Ruhrgebiet und Saarland ist dies insbesondere das Grubenwassermanagement, das den Schutz des Grundwassers oberhalb stillgelegter Schachtanlagen gewährleistet.
Die RAG AG bündelt diese Aufgaben seitdem an sechs zentralen Wasserhaltungsstandorten, darunter Lohberg in Dinslaken, Walsum in Duisburg und Haus Aden in Bergkamen. Die alten Schachtanlagen werden in moderne Brunnenwasserhaltungen umgebaut. Eine entscheidende Komponente sind dabei Hüllrohre, in denen die Tauchmotorkreiselpumpen das Grubenwasser auf kontrollierte Weise fördern.
GFK-Rohre von Amiblu: Schwarz wie Kohle, robust wie Stahl
Die Wahl der richtigen Rohre ist essenziell: Amiblu liefert GFK-Rohre, die korrosionsbeständig, stabil und explosionsgeschützt sind. Durch die Grafitmodifizierung der Rohre wird die elektrostatische Aufladung verhindert – ein entscheidender Sicherheitsfaktor im Tunnel- und Tiefbau.
Die Rohre werden im Wickelverfahren hergestellt, haben Längen von sechs Metern, Durchmesser von 1.000 bis 1.400 Millimetern und verfügen über eine längskraftschlüssige Verbindung. Ihr Sandwichaufbau aus hochfesten Glasfasern und Quarzsandkern garantiert Druck- und Biegefestigkeit selbst unter extremen Einsatzbedingungen.
Einbau und Technik im Tiefbau
Der Einbau der Hüllrohre erfolgt senkrecht innerhalb der stillgelegten Schachtanlagen. Je nach Standort werden zwei bis sechs Rohrleitungen pro Schacht verbaut, wobei das Pumpniveau zwischen -280 m NN und -630 m NN liegt. Ein spezieller Verschlussmechanismus am unteren Rohrende verhindert das Eindringen von Gas und schützt die Einsatzkräfte.
Der Transport der Rohre in die Tiefe erfolgt über geführte oder ungeführte Systeme. Mit Montageballast ausgestattete Rohre gleiten in die Muffen der bereits eingebauten Rohrsegmente, bevor der Schacht lagenweise mit Beton verfüllt wird. So wachsen die Hüllrohrleitungen Stück für Stück in die Tiefe. Bei einer Schachttiefe von 600 Metern werden bis zu 100 Rohre pro Leitung installiert.
Nachhaltigkeit und Zukunftsfokus
Durch die zentralisierte Brunnenwasserhaltung sinkt die notwendige Fördertiefe der Pumpen, wodurch der Energiebedarf deutlich reduziert wird. Insgesamt spart die neue Anlage rund 50 Prozent CO₂ gegenüber der bisherigen Wasserhaltung ein. Bis 2030 soll der Betrieb der Pumpen klimaneutral erfolgen.
Die Zusammenarbeit von RAG, Thyssen Schachtbau und Amiblu zeigt, wie moderne GFK-Rohre die Herausforderungen von Tiefbau, Tunnelbau und Grubenwassermanagement im ehemaligen Kohle-Tagebau langfristig lösen. Damit sind sie ein entscheidender Baustein, um die Ewigkeitsaufgaben des Bergbaus nachhaltig zu bewältigen.














