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Artikel und Hintergründe zum Thema

Konjunkturausblick 2026

Kai Ingmar Link,

Kuhn Baumaschinen: "Notwendig sind gezielte Investitionsanreize"

Die Bauwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Nach Jahren geprägt von Kostensteigerungen, Auftragsrückgängen und politischer Unsicherheit richtet sich der Blick nun auf 2026.

Friedrich Mozelt ist Geschäftführer von Kuhn Baumaschinen. © Kuhn Baumaschinen

Zwischen anhaltender Krise und vorsichtiger Zuversicht stellt sich für viele Unternehmen dieselbe Frage: Bleibt der Druck hoch – oder beginnt eine Phase der Stabilisierung?

Im Interview sprechen wir darüber, wie die Branche das Jahr 2026 einschätzt, welche wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen entscheidend werden und wo trotz aller Herausforderungen neue Perspektiven entstehen. Es geht um Zahlen und Trends – aber auch um Stimmungen, Erwartungen und konkrete Handlungsoptionen für die Praxis

Baugewerbe Magazin: Wie blicken Sie auf das kommende Geschäftsjahr: Welche Entwicklungen erwarten Sie für Ihr Unternehmen und für die Baubranche insgesamt?

Friedrich Mozelt, Geschäftsführer Kuhn Baumaschinen: Wir blicken bei Kuhn Baumaschinen mit vorsichtigem Optimismus auf das kommende Geschäftsjahr. Der in den vergangenen Jahren entstandene Investitionsstau sowie die insgesamt zurückhaltende Stimmung in der Branche werden sich nach unserer Einschätzung im Laufe des Jahres schrittweise auflösen.

Hierzu tragen sowohl bereits angestoßene politische Maßnahmen als auch zahlreiche Bauprojekte bei, die sich aktuell in der Planungsphase befinden und nun zur Umsetzung kommen sollen. Erfahrungsgemäß gilt: Sobald wieder gebaut wird, steigt auch die Investitionsbereitschaft. Mit unserem breiten und modernen Produktportfolio – insbesondere im Bereich Kettenbagger und Radlader – sehen wir uns gut positioniert, um an diesen Investitionen aktiv zu partizipieren.

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BGW: Welche größten Herausforderungen erwarten Sie im kommenden Jahr für Ihr Unternehmen?

Mozelt: Eine der zentralen Herausforderungen bleibt die Geschwindigkeit, mit der Bauprojekte realisiert werden. Diese wirkt sich unmittelbar auf die Stimmung der Unternehmerinnen und Unternehmer sowie auf die gesamtwirtschaftliche Leistungsfähigkeit aus.

Darüber hinaus ist der Fachkräftemangel weiterhin deutlich spürbar. Um dem entgegenzuwirken, muss die berufliche Ausbildung wieder attraktiver gestaltet werden. Gleichzeitig sind Entlastungen bei den Lohnnebenkosten notwendig. Hier ist die Politik gefordert, effizienter mit öffentlichen Mitteln umzugehen und klare Prioritäten zu setzen. Eine einseitige Mehrbelastung der arbeitenden Bevölkerung und der Unternehmen greift aus unserer Sicht zu kurz und hemmt langfristig Wachstum und Investitionsbereitschaft.

BGW: Welche Erwartungen haben Sie an Politik, Auftraggeber und die Branche insgesamt für das kommende Jahr?

Mozelt: Unternehmen und ihre Eigentümer benötigen wieder mehr Planungssicherheit sowie eine verlässliche wirtschaftliche Perspektive. Die Werte und Tugenden, die den Wirtschaftsstandort Deutschland über viele Jahrzehnte ausgezeichnet haben – Verlässlichkeit, Leistungsbereitschaft und Innovationskraft – sollten wieder stärker in den Fokus rücken.

Notwendig sind gezielte Investitionsanreize, verbunden mit einer klaren, positiven Zukunftsperspektive für die deutsche Wirtschaft insgesamt. Nur so kann der Standort Deutschland nachhaltig gestärkt und als international wettbewerbsfähiger Wirtschaftsfaktor erhalten werden. Hier sind die politischen Entscheidungsträger gefordert, über Parteigrenzen hinweg tragfähige und langfristig wirksame Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

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