Aus Baugewerbe Unternehmermagazin 10\2019
Die Kleidung wird zur Marke
Berufskleidung – was Profis sich wünschen: Workwear ist Kleidung, die zweckmäßig, komfortabel, professionell und schick sein muss. Sie hat Schutzfunktion, stiftet Identität und fördert das Selbstbewusstsein.
Die Erwartungen der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter an ihre Berufskleidung haben sich verändert. Es geht nicht mehr nur um Funktionalität, sondern zunehmend auch um Identität. Die Kleidung soll zeigen, wer man ist – gerade das Handwerk drückt auch über die Kleidung Kompetenz und Zuverlässigkeit aus – sie zeigt sein Markenbild. Konfektionäre und Mietdienstleister reagieren auf diese Entwicklung. So sind die optischen Übergänge zwischen Berufskleidung sowie Trekking- und Outdoormode längst fließend. Nahm bislang die Freizeitkleidung vorwiegend Einfluss auf die Arbeitskleidung, funktioniert es heute zunehmend umgekehrt. Vor allem auch, weil Arbeitskleidung pfiffig designt ist und sich obendrein komfortabel tragen lässt. Allerdings gilt weiterhin: „Auch wenn die Optik bei der Arbeitskleidung einen immer stärkeren Stellenwert hat, muss sie die Träger durch Funktionalität und Tragekomfort überzeugen“, so Carla Cacitti, Leiterin Produktmanagement und Entwicklung bei BP Bierbaum & Proenen, dem Kölner Hersteller von Arbeitskleidung. „Die Professionalität ist den Trägern extrem wichtig.“
Dahinter stecken auch ein verstärkter Wunsch nach Identität und ein neues Selbstbewusstsein. So meint Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Modeinstituts (DMI): „Das Handwerk hat in einem überakademisierten Deutschland wirtschaftlich und gesellschaftlich eine deutliche Aufwertung erfahren. Gesteigerter Berufsstolz – das drückt sich in ästhetischen Selbstäußerungen, sprich Berufskleidung, aus. Hier ist wieder identitätsstiftende Berufskleidung gewünscht, mit der sich die Menschen nach außen definieren können und innerhalb privater und beruflicher Gruppen anerkannt werden.“
Fragen, was die Anwender wollen
Doch wie finden Hersteller und Anbieter von Berufskleidung heraus, was bei den Trägern gut ankommt, welche Erwartungen sie haben? Wie vereinen sie gewünschte, berufsspezifische Funktion mit lässigem Style? Wie ist Tragekomfort mit starker Optik zu verbinden? „Wir machen für den Bereich Workwear – ebenso wie für medizinische Berufe – regelmäßig Trägerbefragungen mit ausgewählten Zielgruppen, stellen Kleidung vor, sehen uns an, wie die Träger darauf reagieren – und bieten entsprechende Kollektionen an“, beschreibt Carla Cacitti das Vorgehen.
Eines der Ergebnisse: Es geht heute verstärkt um das Wohlgefühl, die Souveränität und die Wertschätzung der Arbeitnehmer. Es ist weniger ein Trend als ein gesellschaftlicher Wandel, dass Arbeitnehmer ihr Mitspracherecht bei der Auswahl der Arbeitskleidung einfordern, sich in ihrer Kleidung wohlfühlen und sich in ihrer Professionalität bestätigt sehen möchten. Und: Die Arbeitgeber folgen diesem Anspruch nach Wertschätzung. Hier findet in nahezu allen Branchen ein Umdenken statt.
Kollektion Meisterstück: klare Ansprüche
Vorbei sind die Zeiten, als die Mitarbeiter stillschweigend akzeptiert haben, was die Arbeitgeber ihnen an Kleidung stellten. Das stellt auch die DBL, ein bundesweiter Verbund mittelständischer textiler Mietdienstleister, fest. Bei der Entwicklung der eigenen Premiumkollektion wurden deshalb im Vorfeld Kritik, Anregungen und Meinungen der deutschen Kunden gesammelt. „Daraus entstand eine Liste, die den Maßstab für unsere Premiumkollektion DBL Meisterstück bildete. Erst danach luden wir Gewebehersteller, Konfektionäre und Designer zu ersten Gesprächen ein“, beschreibt Thomas Krause, DBL, die Entwicklungsgeschichte der Kollektion. „Aus den Ab fragen wurde klar, dass die Ansprüche der Menschen an die Optik, an das Design und die Qualität der Berufskleidung enorm gestiegen sind.“
Authentischer Auftritt plus Tragekomfort
Die DBL ist davon überzeugt, dass viele Menschen heute nach einer wirklich besonderen Berufskleidung suchen. Und reagierte mit der – inzwischen mit dem German Design Award ausgezeichneten – Kollektion. Diese bildet, so Thomas Krause, in ihrem Erscheinungsbild, in ihrer Funktionalität und ihrem Tragekomfort genau diese Erwartungen ab. „Denn schließlich wollen die Träger heute eine solche Wertigkeit und Professionalität zur Darstellung ihrer eigenen Kompetenz nutzen. Und sie wollen sich gleichzeitig absolut authentisch und wohl in der Kleidung fühlen.“
Für die Bekleidungsingenieurin Corinna Horndahl vom Hamburger Konfektionär teamdress, die maßgeblich an der Entwicklung der Kollektion DBL-Meisterstück beteiligt war, steht vor allem der Wohlfühlcharakter im Fokus. Dazu gehört für sie eine entsprechende Auswahl an Artikeln innerhalb einer Kollektion. Laut der Bekleidungsexpertin reichen Latzhose, Bundhose und Jacke nicht mehr aus. „Gewünscht werden verstärkt zum Design passende Funktionstextilien wie Softshell- und Fleecejacken. Hier ist die Nachfrage sehr stark. Auswahl und Vielfalt in einer Kollektion sind heute für den individuellen Auftritt und das eigene Wohlgefühl ein absolutes Muss.“ Dazu gehören zum Beispiel auch deutlich mehr Stretchelemente und elastische Gewebe, auf das die meisten Träger auch im Job nicht verzichten möchten.
Die DBL
Die Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH (DBL) ist ein Verbund aus rechtlich unabhängigen, wirtschaftlich selbstständigen Anbietern der textilen Mietbranche. Es sind inhabergeführte mittelständische Familienunternehmen, die bundesweit an 24 Standorten professionelles Textilleasing von Berufskleidung und Fußmatten im Zeichen der DBL anbieten. Aktuell zählt die DBL zu den führenden Anbietern von textilem Mietservice in Deutschland. Partner in Österreich, Dänemark und Polen erweitern das Liefergebiet in die europäischen Nachbarländer. Die Dienstleistung aller Vertragswerke im Verbund ist einheitlich.











