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Artikel und Hintergründe zum Thema

Mulde-Brücke in Lunzenau:

Kai Ingmar Link,

Historische Substanz mit Liapor-Leichtbeton saniert

Seit dem 1. August 2025 ist die Dreifeld-Gewölbebrücke über die Zwickauer Mulde in Lunzenau nach umfassender Sanierung wieder vollständig freigegeben. Die 1850 errichtete Brücke war durch Risse, Abplatzungen und Durchfeuchtung stark geschädigt. Ziel der Sanierung war nicht nur die Erhaltung des Baudenkmals, sondern auch die Anpassung an die Anforderungen des modernen Straßenverkehrs.

Um asymmetrische Lasteinwirkungen zu vermeiden, erfolgte der Eintrag des Liapor-Leichtbetons seitlich vom Fluss aus. © Liapor

Ein zentraler Baustein der Restaurierung war Liapor-Leichtbeton, der die historische Bausubstanz effektiv entlastet und gleichzeitig dauerhafte Tragfähigkeit garantiert. Mit einem Gewichtsvorteil von rund 220 Tonnen gegenüber konventionellem Beton konnte die Belastung der Bögen, Pfeiler und Widerlager signifikant reduziert werden.

Präzise Sanierung dank moderner Baustoffe

Nach Entfernung des Oberbaus und Ausräumen der Verfüllung aus Steinen und Schotter wurden die freigelegten Gewölbebögen mit 280 Kubikmetern Liapor-Leichtbeton LC25/28D1,6 schichtweise verfüllt. Die luftporendurchsetzten Liapor-Blähtonkugeln sorgen bei vergleichbarer Druckfestigkeit für deutlich geringere Eigenlast.

Gewölbebögen entlastet das historische Bauwerk um insgesamt rund 220 Tonnen. © Hundhausen-Bau GmbH Eisenach

Technisch erfolgte die Verfüllung vom Fluss aus, um lokale Überlastungen zu vermeiden. Beidseitig aufgeständerte Baustraßen ermöglichten die sichere Zuführung des Materials per Bagger und Schüttkübel. Die bis zu zwei Meter starke Schüttung wurde verdichtet und mit einer Gleitfolie, einer 30 Zentimeter starken Stahlbetonplatte sowie dem abschließenden Fahrbahnbelag überdeckt – ein dauerhafter Verbund zwischen historischer Gewölbestruktur und modernem Oberbau.

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Mehr als nur Erhaltung: Verkehrstechnische Optimierung

Die Sanierung bot die Gelegenheit zur Verbreiterung der Brücke auf 9,80 Meter. Daraus resultiert eine sechs Meter breite Fahrbahn und zwei 2,50 Meter breite Kappen für Geh- und Radwege. Gleichzeitig wurden die Stützwände instand gesetzt, Natursteinverblendungen angebracht und Pfeiler, Widerlager sowie Untersicht aufbereitet.

Fit für die Zukunft: Die sanierte Mulde-Brücke nach Abschluss aller Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen im August 2025. © Hundhausen-Bau GmbH Eisenach

Die temporär errichtete Behelfsbrücke und die Baustraßen flussabwärts wurden nach Fertigstellung rückgebaut. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie historische Brücken denkmalgerecht und zugleich funktional für den modernen Straßenbau ertüchtigt werden können.

Liapor-Leichtbeton: Schlüssel zu Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit

Die Verwendung von Liapor als Baustoff ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Der Leichtbeton kombiniert hohe Druckfestigkeit mit deutlich geringerem Eigengewicht, was insbesondere bei historischen Gewölbebauwerken Vorteile bringt. Gleichzeitig wird die Lebensdauer der Brücke erhöht, ohne die Bausubstanz durch zusätzliche Lasten zu gefährden.

Die Lunzenauer Mulde-Brücke ist damit ein Beispiel dafür, wie moderne Baustoffe und Straßenbau-Know-how historische Bauwerke für künftige Verkehrsanforderungen sichern können.

Projektinformationen:

  • Bauwerk: Dreifeld-Gewölbebrücke über die Zwickauer Mulde
  • Standort: Lunzenau, Sachsen
  • Bauzeit: September 2023 – August 2025
  • Baustoffe: Liapor-Leichtbeton LC25/28D1,6
  • Bauausführung: Hundhausen-Bau GmbH, Standort Erzgebirge
  • Transportbeton: Olbernhauer Transportbeton GmbH, Neukirchen
  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
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