Denkmalschutzprojekt mit Aerogel-Wärmedämmputz
Mit Hasit aus dem Dornröschenschlaf erweckt
Im Rahmen der Sanierung von Bestandswohnungen in einem innerstädtischen Quartier im Zentrum von Gotha verfolgte die Wohnungsbaugenossenschaft Gotha (wbg) gemeinsam mit ihren Architekten der Projektscheune Planungsgesellschaft mbH das Ziel, ein 100 Jahre altes Gebäude sowie zwei Baulücken in ihre Planung zu integrieren. Für die Projektentwicklung legten die Architekten einen Entwurf vor, der die Schließung der Baulücken durch zwei Neubauten und den Umbau des historischen Amtshauses zu einem Wohnhaus vorsah. Insgesamt sollten 23 neue Wohnungen und eine Tagespflege entstehen. Eine Mammutaufgabe.
Revitalisierung eines historischen Amtshauses mit Hasit
Bei dem historischen Gebäude handelt es sich um ein ehemaliges Amtshaus. Es stammt aus dem 17. Jahrhundert, Teile des Mauerwerks gehen sogar auf das 14. 200 Jahre als Amtssitz und Wohnhaus genutzt, erfolgte im 19. Jahrhundert der Umbau zu einer Schule mit starken Eingriffen in die Tragstruktur. Nach über 100-jähriger Nutzung als Schule stand das alte Gebäude seit 1987 leer und verfiel zusehends. 1993 begann die Stadt mit ersten Sicherungs- und Sanierungsarbeiten.
Mehrfach durch Setzungs- und Feuchtigkeitsschäden unterbrochen, wurden die Sanierungsarbeiten 2014 schließlich eingestellt und ein neues Nutzungskonzept gesucht. Im Jahr 2018 stellten die Wohnungsbaugenossenschaft und ihre Architekten die Revitalisierungspläne der Stadt vor und stießen auf großes Interesse. Mit Hilfe von Städtebaufördermitteln wurden das ursprüngliche statische System wiederhergestellt und die schadhaften Bauteile saniert. Im Jahr 2020 konnte das Gebäude von der wbg übernommen und mit der eigentlichen Sanierung begonnen werden.
Die Planung sah vor, in den beiden Obergeschossen des Amtshauses sechs Wohnungen passgenau in die historische Bausubstanz zu integrieren - jeweils zwei 3-Zimmer-Wohnungen und eine 2-Zimmer-Wohnung mit Balkon, alle Wohnungen mit einer gestalterischen Mischung aus modernem Komfort und historischem Ambiente. Das gesamte Erdgeschoss wurde für eine Tagespflegeeinrichtung umgebaut. Der angrenzende dreigeschossige Neubau schließt mit einer Fuge an, über die die Geschosse beider Gebäude barrierefrei erschlossen werden.
Bautechnische Voruntersuchungen
Bereits in der Planungsvorbereitung hatten die denkmalerfahrenen Planer verschiedene Gutachter hinzugezogen. So untersuchte ein Holzgutachter das Innenfachwerk und die Holzbalkendecken, die teilweise Durchbiegungen von 38 Zentimetern aufwiesen. Diese konnten nach der Wiederherstellung des ursprünglichen Tragwerks mit Doppelböden ausgeglichen werden, um ebene Flächen zu erhalten. Auf der Suche nach einem geeigneten Putzsystem wurde das gipshaltige Mauerwerk von einem Natursteinsachverständigen auf Salzbelastung untersucht.
Das Mauerwerk des Amtshauses besteht zum größten Teil aus heimischem Keupersandstein, dessen Fugen im 17. Jahrhundert zeittypisch mit gipshaltigem Mörtel geschlossen wurden. Dies schließt die Verwendung moderner zementhaltiger Putze aus, da bei nachträglicher Feuchtigkeitsaufnahme die Bildung von Ettringit zu befürchten ist. Der durch die rasche Volumenvergrößerung von Ettringit und Gips entstehende Kristallisationsdruck verursacht mechanische Spannungen, die zu Rissen und Abplatzungen bis hin zur Zerstörung des Mauerwerks führen können.
Hasit - das richtige Putzsystem finden
In einem ausführlichen Dialog mit den Fachberatern und Anwendungstechnikern des Trockenmörtelspezialisten Hasit wurden alle Aspekte erörtert: die Auflagen der Denkmalschutzbehörde, der Zustandsbericht des Mauerwerksgutachters, die Wünsche des Bauherrn sowie die Planungen der Architekten. Hasit schlug vor, die Innenwände mit dem zementfreien Kalkputzsystem Hasolan und die Außenwände mit dem Aerogel-Wärmedämmputz Hasit Fixit 222 zu verputzen. Im nächsten Schritt wurden zwei Musterwände erstellt, eine Innenwand und eine Außenwand, an denen in den folgenden Monaten die möglichen Auswirkungen der Putzsysteme inklusive Anstrich auf die Bausubstanz und deren Vorschäden untersucht wurden - mit Erfolg, denn es gab keine Beanstandungen. Von Anfang an dabei waren auch die Verarbeiter von AM Putz. Das Unternehmen hatte die Ausschreibung sowohl für den Innen- als auch für den Außenputz gewonnen.
Historische Flächen mit besten Dämmwerten dank Hasit
Das Wärmedämmputz-System Hasit Fixit 222 basiert auf hochwertigem Kalk und ermöglicht einen diffusionsoffenen Materialaufbau, der höher ist als bei anderen Kalkbindemitteln. Dank der zugesetzten hochdämmenden Aerogele wird bereits bei geringen Putzdicken eine hervorragende Wärmedämmwirkung erzielt. Wesentlich für die energetische Bewertung ist der Dämmwert von 0,028 W/mK, der nach den Berechnungen der Architekten bei diesem Projekt die Förderung nach KfW Effizienzhaus Denkmal ermöglichte.
Der Gesamtaufbau mit mehreren Putzschichten war für die Verarbeiter zunächst ungewohnt. Teilweise waren drei bis vier Spritzgänge erforderlich, bis die Wand entsprechend modelliert werden konnte. Nach dem Grundputz, der die Hohlstellen in der Wand ausfüllte, wurde ein Unterputz aufgetragen und ein Gewebe eingearbeitet. Die darauf folgende Aerogelschicht hatte eine Aufbaustärke von bis zu acht Zentimetern. Darauf folgte eine weitere Armierungsschicht und schließlich der Oberputz mit Anstrich. Die Oberflächen wurden steinsichtig ausgeführt und sorgfältig an die Sandsteinbossen angearbeitet - eine für die Verarbeiter ungewohnte, aber anspruchsvolle Aufgabe.
Teamarbeit für ein gutes Ergebnis
Für das Planungsbüro, das bereits auf viele erfolgreiche Denkmalprojekte zurückblicken kann, war die Ausführung mit dem Aerogel-Wärmedämmputz eine Premiere. Andreas Köhler, Projektleiter bei der Projektscheune, hebt die gute Zusammenarbeit mit den Beratern und Anwendungstechnikern von Hasit hervor: „Das Projekt hat uns gezeigt, wie wichtig eine gute Projektbegleitung durch den Hersteller von den ersten Gesprächen bis zur Ausführung ist. Beim nächsten Mal würde ich den Hersteller noch enger in die Ausführung einbinden“.




















