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Artikel und Hintergründe zum Thema

Dekarbonisierung im Fokus:

Kai Ingmar Link,

Rohrdorfer Zement startet Pilotprojekt zur Herstellung von getempertem Ton

Mit Blick auf eine nachhaltige Zukunft startet das Net Zero Emission Team von Rohrdorfer Zement ein Pilotprojekt zur Untersuchung der prozessintegrierten Herstellung von getemperten Tonen. Die Pilotanlage wird im Zementwerk Rohrdorf entwickelt und gebaut, um eine nahtlose Integration in den bestehenden Betrieb zu ermöglichen.

Bei Rohrdorfer freut man sich über die Förderung des Pilotprojektes. V.l.n.r. Mike Edelmann, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, Dr. Christopher Ehrenberg, technischer Leiter der Sparte Zement, Dr. Helmut Leibinger, Leiter des Net Zero Emission-Teams, sowie die drei Projektmitarbeiter Dr. Florian Wesenauer, Dennis Pemsel und Dr. Simon Breuer. © Rohrdorfer

Ziel ist ein effizientes Verfahren, das auf andere Zementwerke übertragbar ist und in der gesamten Branche Anwendung findet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und die Europäische Union fördern das Projekt im Rahmen des Programms „NextGenerationEU” zu 50 Prozent.

Getemperter und gemahlener Ton für den Ersatz von Klinkern im Zement. © Rohrdorfer Zement

Weltweit erste Integration in ein bestehendes Zementwerk
Die CO2-neutrale Herstellung von Zement erfordert die Dekarbonisierung der Produktionsschritte und der eingesetzten Rohstoffe. Ein entscheidender Schritt ist dabei der Einsatz von CO2-armen oder CO2-freien Alternativen für den Zementklinker, wie zum Beispiel mineralische Komponenten à la Tone. Diese sollen durch eine thermische Behandlung, auch „Tempern” genannt, aktiviert werden. Im Pilotprojekt wird dies mit einem Flash-Calcinator erprobt, wobei die besondere Herausforderung darin besteht, die Anlage nahtlos in den laufenden Zementherstellungsprozess zu integrieren.

Beispiel eines Rohtones für die spätere Anwendung auf der Pilotanlage. © Rohrdorfer

Bei Erfolg dieses Integrationsansatzes wird eine rasche Verbreitung dieser Technologie in der gesamten Zementindustrie erwartet. Aufgrund des hohen Innovationspotenzials wird das Projekt vom BMWK und der Europäischen Union mit bis zu 8,65 Millionen Euro gefördert.

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Normenprüfung der Biegezug- und Druckfestigkeiten. © Rohrdorfer

Energieeffizienz durch neues Anlagenkonzept
Das Net Zero Emission Team von Rohrdorfer geht noch einen Schritt weiter und verfolgt ein Anlagenkonzept, das darauf abzielt, die vorhandene Abwärme der Klinkerproduktionslinie zu nutzen. Dadurch wird der Primärenergiebedarf für die thermische Behandlung der Tone reduziert. Zusätzlich wird der Einsatz von Wasserstoff als nachhaltiger Energieträger zur Erzeugung der benötigten Wärmemenge geprüft. Die beim Betrieb entstehenden Abgase werden nach Verlassen der Pilotanlage in die bestehende Abgasreinigung der Klinkerproduktionslinie zurückgeführt, so dass keine zusätzlichen Emissionen entstehen.

Herstellung von Mörtelprismen. © Rohrdorfer

Nach erfolgreicher Erprobung ist der Bau einer Großanlage geplant, die zu einer deutlichen Senkung des Klinker/Zement-Faktors führen wird. Bei unverändertem Energiemix sind CO2-Einsparungen von 16 bis 18 Prozent möglich. Bei einer CO2-freien Energiebereitstellung könnten sogar bis zu 30 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden. Dr. Helmut Leibinger, Leiter des Net Zero Emission-Teams in Rohrdorf, betont: „Temperierte Tone leisten einen wichtigen Beitrag zur CO2-Vermeidung.

Normenprüfung der Biegezug- und Druckfestigkeiten. © Rohrdorfer

Mit dem Pilotprojekt zur prozessintegrierten Herstellung von getemperten Tonen machen wir nicht nur einen Schritt, sondern einen Sprung in unserer Dekarbonisierungs-Roadmap“. Das Jahr 2024 wird von der Planung des Pilotprojekts und zahlreichen Prozesssimulationen geprägt sein. Die Inbetriebnahme der Pilotanlage ist für das Frühjahr 2025 geplant und das Projekt soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

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