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Artikel und Hintergründe zum Thema

Blaupause für den vernetzten Steinbruch:

Kai Ingmar Link,

VisionLink - Effizienz im Lhoist-Kalkwerk Flandersbach

Im Spitzensport entscheiden Hundertstelsekunden über Sieg oder Niederlage. Ähnlich ambitioniert ist der Einsatz von VisionLink Productivity, der Telematiklösung von Caterpillar.

Die cloudbasierte Plattform erfasst und analysiert Daten von Baumaschinen und erstellt ein vollständiges Bild von deren Auslastung. Um die Effizienz im Abbau zu maximieren und die Kosten pro Tonne Rohstoff zu minimieren, setzt das Kalkwerk Flandersbach der belgischen Lhoist-Gruppe VisionLink für seine Maschinenflotte im Kalksteinabbau in Wülfrath ein - mit beeindruckenden Ergebnissen.

Cat-Radlader mit VisionLink

Ziel war, die spezifische Produktionsleistung pro Stunde zu erhöhen und zeitlich begrenzte Spitzenleistungen mit einer bestehenden Flotte gewährleisten zu können. © Zeppelin

Die Flotte besteht aus verschiedenen Cat-Radladern, darunter ein 992 der neuen Generation, ein 992K, zwei 988K sowie elf Skws, darunter zehn Cat-Modelle wie die Baureihen 777G und 777D. Dank ihrer Sensoren werden Daten zu Kraftstoffverbrauch, Betriebsstunden, Leerlauf und Fehlercodes aufgezeichnet. Diese Daten helfen, Ressourcen wie Betriebsmittel, Fahrzeuge und Personal optimal aufeinander abzustimmen. „Die Daten werden zusätzlich in ein Analysetool von Caterpillar auf Basis von Power BI eingespielt, um noch spezifischere Auswertungen zu erhalten“, erklärt Stefan Lanio, Leiter der Zeppelin Niederlassung Köln. „Diese Daten nutzen wir gemeinsam mit Caterpillar auch für die begleitende Beratung.“

Den Wegebau zu verbessern, dient dazu, die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit anzuhe- ben. © Zeppelin

Mit der Business Intelligence Plattform werden Betriebsdaten erfasst, visualisiert und in valide Informationen umgewandelt, die als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen dienen. Diese Informationen sind exakt auf die Anforderungen des Unternehmens und seine geologischen Gegebenheiten zugeschnitten, die den Einsatz der Baumaschinen massiv beeinflussen.

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Um maximale Effizienz beim Abbau anzustreben, setzt das Kalkwerk Flandersbach der bel- gischen Lhoist-Gruppe auf VisionLink Productivity. © Zeppelin

Das Projekt wurde von Gabor Lang initiiert und von Dorian Kunert geleitet. Die Testphase begann im Mai 2022 und endete im November 2023. „Da wir eine große Flotte mit überwiegend Cat-Maschinen im Einsatz haben, lag es nahe, die Telematiklösung unseres Hauptlieferanten zu implementieren“, erklärt Dorian Kunert. „Mit sechs Schachtöfen und vier Drehrohröfen ist Flandersbach das größte Kalkwerk Europas.“ Ziel war es, die spezifische Produktionsleistung pro Stunde zu erhöhen und mit der bestehenden Flotte Spitzenleistungen zu garantieren. Die Digitalisierung spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Dorian Kunert (rechts), Hauptbetriebsleiter Gewinnung im Lhoist-Werk Flandersbach, im Austausch mit Stefan Lanio, Zeppelin Niederlassungsleiter Köln. © Zeppelin

Grundlegende Anforderungen an VisionLink Productivity waren die Zuverlässigkeit der Datenübertragung und die Genauigkeit der übertragenen Werte. „Anfangs gab es Abweichungen bei den Tonnagen, aber diese Schwierigkeiten haben wir inzwischen gut in den Griff bekommen“, sagt Dirk Unverricht, Asset Manager im Lhoist-Werk Flandersbach. Ein weiterer Schritt war die Definition verschiedener Geofences, um den Standort der Maschinen einzugrenzen. Es gibt Bereiche wie die Verladestellen, den Brecher, die Werkstatt und die Tankstelle. Ein Tunnel verbindet die Abbaubereiche Silberberg und Rohdenhaus. „Wartezeiten wurden zunächst als Kippen der Mulden interpretiert“, erklärt Unverricht. Die Lösung: ein zusätzlicher Sensor, der den tatsächlichen Kippvorgang aufzeichnet.

VisionLink auch für Cat-Grader

Dirk Unverricht, Asset Manager für die Gewinnung im Lhoist-Werk Flandersbach, schaut sich die Daten an, die mit VisionLink Productivity erfasst werden. © Zeppelin

„Unsere Anlage dient Caterpillar als Blaupause für das gesamte System“, sagt Dorian Kunert. „Das Projekt ist kontinuierlich gewachsen, immer neue Anforderungen und Parameter kamen hinzu.“ Eine Schulung der Radladerfahrer im Caterpillar-Schulungszentrum in Málaga sowie die kontinuierliche Verbesserung der Fahrwege und der Einsatz eines Cat-Motorgraders 140M im Vertrieb von Zeppelin haben zur Effizienzsteigerung beigetragen. Durch den Abbau in tieferen Sohlen werden die Fahrwege länger, was sich auf den Produktionsprozess auswirkt.

Dorian Kunert (rechts), Hauptbetriebsleiter Gewinnung im Lhoist-Werk Flandersbach, im Austausch mit Stefan Lanio, Zeppelin Niederlassungsleiter Köln. © Zeppelin

„Wir haben die Fahrer einbezogen und ihnen gezeigt, wie wichtig ihre Rolle ist“, betont Kunert. Die akribische Datenerfassung und -auswertung setzt voraus, dass die Fahrer die Vorteile dieser Prozesse verstehen. „Unproduktive Leerlaufzeiten müssen analysiert werden“, sagt Unverricht. „Wir suchen das Gespräch mit dem Schichtleiter, um die Ursachen zu verstehen und Lösungen zu finden.“

Um herauszufinden, wie hoch die Zuladung ist und wie viele Tonnen pro Liter Sprit bewegt werden, wurde auch ein „Scale Truck“ von Caterpillar, eine Art Wiege-Lkw, eingesetzt. © Zeppelin

Dirk Unverricht ist seit 1986 im Unternehmen und seit 2023 für das Projekt Produktivität verantwortlich. „Wir können uns nur gemeinsam im Team weiterentwickeln“, betont er. „Der Erfolg unseres Unternehmens ist ein Gruppenerfolg“, unterstreicht Dorian Kunert. „Wichtig ist, dass sich langfristig etwas ändert. Wir müssen akzeptieren, dass ein Steinbruchbetrieb vielen Einflüssen ausgesetzt ist, die wir nicht kontrollieren können“, schließt Kunert.

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