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Artikel und Hintergründe zum Thema

Konjunkturausblick 2026

Kai Ingmar Link,

Peri: "In vielen Segmenten zeichnen sich positive Impulse ab"

Die Bauwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Nach Jahren geprägt von Kostensteigerungen, Auftragsrückgängen und politischer Unsicherheit richtet sich der Blick nun auf 2026.

Thomas Imbacher, Geschäftsführer Vertrieb & Technik bei Peri Deutschland. © Peri

Zwischen anhaltender Krise und vorsichtiger Zuversicht stellt sich für viele Unternehmen dieselbe Frage: Bleibt der Druck hoch – oder beginnt eine Phase der Stabilisierung?

Im Interview sprechen wir darüber, wie die Branche das Jahr 2026 einschätzt, welche wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen entscheidend werden und wo trotz aller Herausforderungen neue Perspektiven entstehen. Es geht um Zahlen und Trends – aber auch um Stimmungen, Erwartungen und konkrete Handlungsoptionen für die Praxis.

Baugewerbe Magazin: Wie blicken Sie auf das kommende Geschäftsjahr: Welche Entwicklungen erwarten Sie für Ihr Unternehmen und für die Baubranche insgesamt?

Thomas Imbacher, Geschäftsführer Vertrieb & Technik bei Peri Deutschland: Wir blicken mit vorsichtigem Optimismus auf das kommende Geschäftsjahr. Nach mehreren herausfordernden Jahren sehen wir 2026 als eine Phase der Stabilisierung und ersten Erholung für die Baubranche. In vielen Segmenten zeichnen sich positive Impulse ab, und wir erwarten insgesamt eine leichte, aber spürbare Verbesserung. Die Entwicklung wird je nach Bausegment unterschiedlich ausfallen, insgesamt gehen wir jedoch davon aus, dass sich der Markt wieder moderat positiv entwickelt.

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Besonders im Verkehrswege- und Infrastrukturbau, im Bahnsektor sowie in Bereichen wie Energieversorgung und IT-Infrastruktur erwarten wir eine gute Geschäftsentwicklung. Oft sind das große Projekte mit enger Taktung und sehr herausfordernden Bauzeiten. Der Wohnungsbau bleibt das Sorgenkind der Baubranche, auch wenn der strukturell hohe Bedarf langfristig Chancen bietet. Der Investitionsbedarf ist unübersehbar – entscheidend ist jetzt, wie konsequent und mit welchem Tempo dieses Wachstum tatsächlich realisiert wird.

Bei PERI richten wir unsere strategischen Schwerpunkte genau auf diese Entwicklungen aus. Mit der neuen Generation unserer MAXIMO

Rahmenschalung, dem PERI UP Gerüstbaukasten mit seinen neuen Lösungen sowie unseren innovativen Digitalisierungslösungen – von PERI Tracking über Beton-Sensorik bis hin zum 3D-Betondruck – unterstützen wir unsere Kunden dabei, Bauprozesse effektiv zu beschleunigen, die Qualität zu steigern und dabei Kosten zu reduzieren.

Insgesamt bietet das Jahr 2026 trotz der großen Herausforderungen auch viele Chancen – insbesondere dann, wenn Politik und Baubranche gemeinsam anpacken. Ich bin davon überzeugt, dass PERI auch im kommenden Jahr einen wesentlichen Beitrag leisten kann, um Bauprojekte effizient, sicher und wirtschaftlich voranzubringen. Wir freuen uns darauf, die Zukunft des Bauens gemeinsam mit unseren Kunden aktiv mitzugestalten.


BGW: Welche größten Herausforderungen erwarten Sie im kommenden Jahr für Ihr Unternehmen?

Imbacher: Eine der größten Herausforderungen wird es sein, beim Einsetzen eines signifikanten Aufschwungs das Wachstum stemmen zu können. Die Baubranche hat nun mehrere schwache Jahre hinter sich und musste sich diesen Gegebenheiten anpassen. Sobald sich das wieder dreht, kommen schnell neue Herausforderungen, Ressourcen – Personal und Mietgeräte – müssen schnell an den Bedarf angepasst werden, das Wachstum bewältigt werden. Dann entsteht kurzfristig ein spürbarer Investitionsbedarf. Um schnell und flexibel reagieren zu können, setzen wir auf den intensiven Austausch mit unseren Kunden und Geschäftspartnern. Wir haben das Ohr am Markt.

Unabhängig davon bleibt der steigende Zeit- und Kostendruck auf Bauprojekte eine zentrale Herausforderung. Bauzeiten werden kürzer, Personal ist knapp, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Für uns bedeutet das, unsere Systeme, die vielfältigen Dienstleistungen und digitalen Lösungen kontinuierlich weiterzuentwickeln – mit dem klaren Ziel, Bauprozesse zu vereinfachen, Lohnkosten zu senken und unsere Kunden operativ zu entlasten. Dieser Anspruch ist tief in unserer DNA verwurzelt.

Im Brücken- und Infrastrukturbau, wo der Bedarf aktuell besonders groß ist, erweitern wir unser Lösungsportfolio konsequent – von standardisierten Systembausteinen bis hin zu projektspezifisch entwickelten Gesamtlösungen. In diesem Segment entscheidet vor allem technisches Know-how und Erfahrung. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern entwickeln wir die technisch beste

Lösung für das jeweilige Bauvorhaben, die dann auch in der Praxis auch durch hohes Tempo und Wirtschaftlichkeit überzeugt. Genau darin liegt unsere Stärke im Ingenieurbau.


BGW: Welche Erwartungen haben Sie an Politik, Auftraggeber und die Branche insgesamt für das kommende Jahr?

Imbacher: Der Bau braucht vor allem langfristige Stabilität und Planungssicherheit. Hier ist die Politik gefordert, einen konstruktiven Beitrag zu leisten – auch mit schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren. Investitionsprogramme, Infrastrukturpakete und auch der Bau-Turbo können ihre Wirkung nur dann entfalten, wenn sie konsequent und zügig umgesetzt werden. Wenn es dann noch gelingt, Bürokratie abzubauen, kann der Bau schnell wieder spürbar an Dynamik gewinnen.

Darüber hinaus steht die Baubranche vor vielfältigen und großen Herausforderungen. Themen wie Digitalisierung, Industrialisierung und Nachhaltigkeit werden die Baubranche verändern. Diese Entwicklungen lassen sich im partnerschaftlichen Zusammenspiel aller Beteiligten am besten angehen.

Gleichzeitig braucht es Mut, neue Wege zu gehen – etwa bei der Digitalisierung von Bauprozessen oder beim Einsatz innovativer Technologien wie dem 3D-Druck oder der Sensortechnik. PERI ist darauf vorbereitet und wir freuen uns, diese Herausforderungen gemeinsam mit unseren Kunden anzugehen und den Fortschritt in der Baubranche voranzutreiben.

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