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Artikel und Hintergründe zum Thema

Gerüsten und Schalungen

Kai Ingmar Link,

Systemlösungen für Taktschiebebrücke von Peri

Standardisierte Systemlösungen können die Sanierung und den Neubau von Infrastrukturbauwerken wesentlich vereinfachen und beschleunigen.

Beim Neubau der Talbrücke Krondorf kommt ein umfassendes Peri-Gesamtpaket zum Schalen der Widerlager und Pfeiler sowie des Überbaus und der Gesimskappen zum Einsatz. © Peri

Und die Kombination aus Schalungslösungen nach dem Baukastenprinzip und Engineering-Know-how erlaubt wirtschaftliche Herstellungskonzepte für nahezu alle Anforderungen. Das wissen auch die Experten von Peri.

Die Sanierung von Straßen- und Eisenbahnbrücken hat oberste Priorität, um eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur zu gewährleisten. Die Bandbreite ist dabei sehr weit gefächert: Kleine, kommunale Brücken müssen ebenso saniert und erhalten werden wie große Autobahnbrücken. Häufig sind sogar ein Abbruch und der Ersatzneubau der maroden Brückenbauwerke notwendig. Hinzu kommt in der Regel die Notwendigkeit, einschneidende Beeinträchtigungen des laufenden Verkehrs zu minimieren.

Neubau ersetzt alte Brücke

Ein Beispiel aktueller Ersatzneubauten stellt die 455 m lange Talbrücke Krondorf dar, die zwischen Nürnberg und Regensburg die Autobahn A3 südlich der Raststätte Jura über das Tal des Dürner Bachs führt. Die 50 Jahre alte Bestandsbrücke war den heutigen Anforderungen nicht mehr ausreichend gewachsen und wird daher von der Eiffage Infra-Bau komplett ersetzt. Nach dem Abbruch der östlichen Brücke wird derzeit in der ersten Bauphase die Richtungsfahrbahn Nürnberg fertiggestellt. Der Verkehr wird währenddessen temporär auf der parallel verlaufenden Bestandsbrücke geführt.

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Ausgereiftes Gesamtpaket

Kleine bis mittlere Maßnahmen unterstützt der Schalungs- und Gerüsthersteller Peri mit standardisierten, mietbaren Systemlösungen auf Basis des Variokit-Ingenieurbaukastens. Variokit stellt aber auch die Basis für komplexere Brückenbauprojekte mit speziellen Baumethoden dar. Stets gepaart mit ausgereiftem Infrastruktur-Know-how der Peri-Ingenieure. So kommt beim Neubau der Talbrücke Krondorf ein umfassendes Gesamtpaket zum Schalen der Widerlager und Pfeiler sowie des Überbaus und der Gesimskappen zum Einsatz. Dieses Konzept wurde gemeinsam mit der bauausführenden Eiffage Infra-Süd projektspezifisch erarbeitet. Bereits in der frühen Angebotsphase konnten die Beteiligten alle relevanten Details betrachten und baustellengerechte Lösungen anbieten. Und in der Ausführungsphase unterstützen vormontierte Schalungseinheiten sowie der Peri-Vor-Ort-Support durch Projektleiter und Richtmeister das Eiffage-Baustellenteam.

Um die komplexe Formgebung mit Brettstrukturbelegung zu realisieren, wurden die dreidimensional gekrümmten Sonderschalungselemente vormontiert und auf die Baustelle geliefert. © Peri

Taktschiebebrücke im Wochentakt

Knapp 15 Monate nach Abriss der alten Ostbrücke und dem Beginn der Rohbauarbeiten ist der neue Überbau bereits am gegenüberliegenden, nördlichen Talende angekommen. Mittels Taktschiebeverfahren wanderte die 15 m breite Balkenbrücke ausgehend vom Taktkeller am südlichen Widerlager im regelmäßigen Wochentakt in 30-m-Schritten nach vorn. Zur Herstellung des Spannbeton-Brückenüberbaus mit einzelligem Hohlkastenquerschnitt kam das Variokit-enTaktschiebesystem VIL zum Tragen. Hierbei erfolgen Absenken und Ausschalen der Außenschalung mittels speziellem Ausschalmechanismus in einem Arbeitsvorgang. Für die nachfolgende, rasche Herstellung der Trogdecke sorgt die Deckenschalungseinheit mit Schubladenprinzip. Diese lagert seitlich auf Wandlagern mit Rollen-Fallkopf auf, um ein schnelles Ausschalen, einfaches Verschieben und cleveres Einschalen zu ermöglichen.

Brückenpfeiler mit aufwendiger Geometrie

Bereits die acht tragenden Brückenpfeiler, jeder zwischen 10,00 m und 36,50 m hoch, wurden zuvor schon mit Peri-Know-how geschalt. Die aufwendige Pfeilergeometrie mit nach oben verschlanktem Schaftquerschnitt und aufgeweitetem Pfeilerkopf erforderte von Beginn an eine projektspezifisch angepasste Kletterschalungslösung. Das SCS-Klettersystem bildete zusammen mit Vario-GT-24-Schalungselementen die passende Basis. Damit konnten teilweise zwei 5-m-Regeltakte pro Woche betoniert werden. Bühnen und Schalung bildeten hierbei jeweils eine Eckeinheit, sodass die Verschlankung bei jedem Klettertakt an den mittig positionierten Passelementen vorgenommen werden konnte. Das Ergebnis: kurze Taktfolgen und ein sehenswertes Sichtbetonergebnis. Um die komplexe Formgebung mit Brettstrukturbelegung zu realisieren, wurden die dreidimensional gekrümmten Sonderschalungselemente von Peri maßgenau vormontiert und einsatzfertig auf die Baustelle geliefert.

Arbeitsbühnen und Gesimskappen

Zur Montage der Auflager und beim Vorschub des Überbaus diente das an den Pfeilerköpfen montierte Variokit-Gesimskappen- und Konsolsystem VGK als sichere, umlaufende Arbeitsbühne in großer Höhe. Üblicherweise wird das VGK-System zur Herstellung und Sanierung von Gesimskappen verwendet, ist aber auch flexibel als Arbeitsbühne im Brücken- und Hochbau mit vor- oder rückgeneigten Wänden einsetzbar. Die wirtschaftliche Herstellung der Gesimskappen an der Talbrücke Krondorf erfolgt im Nachgang aufgrund der großen Brückenlänge mit der Variokit-Gesimskappenbahn, die über Fahrschienen und Rolleneinheiten an der Brückenunterseite angehängt wird.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 10/23

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