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Betonbau

Stefan Beck,

TRBS-konforme Gerüste bei Wahner

Der Vorteil gegenüber den Rahmen- und Modulgerüsten ist das systemintegrierte voreilende Geländer, das von den TRBS gefordert wird. © Wahner

Als Konsequenz aus den Vorgaben der TRBS 2121 verwendet Eugen Wahner aus Sulzfeld am Main zunehmend aufgelöste Systeme.

Der Vorteil gegenüber den Rahmen- und Modulgerüsten ist das systemintegrierte voreilende Geländer, das von den TRBS gefordert wird. © Wahner

Dabei setzt das Unternehmen auf Produkte von zwei etablierten Herstellern. Seit ihrem Inkrafttreten im Dezember 2018 sorgen die TRBS 2121 für Bewegung in der Gerüstbaubranche. Die Technischen Regeln für Betriebssicherheit in ihrer seitdem geltenden Fassung beinhalten Vorgaben, die viele der vorher verwendeten Gerüstsysteme nicht mehr erfüllen.

Unter anderen betreffen die Änderungen sowohl Schutzmaßnahmen bei Montage- und Demontagearbeiten als auch die Verwendung von Arbeitsmitteln und Formularen. Für die Praxis besonders relevant sind etwa der Einbau eines voreilenden Geländers sowie verschärfte Vorgaben für den Materialtransport. Wichtige Neuerung ist auch, dass eine technische Absturzsicherung der persönlichen Schutzausrüstung (Gurt) vorzuziehen ist.

Um diesen und weiteren Vorgaben Rechnung zu tragen, haben die etablierten Gerüsthersteller ihre Systeme angepasst oder neue TRBS 2121-konforme Systeme entwickelt. Die Anwender wiederum standen und stehen vor der Herausforderung, ihr bestehendes Sortiment regelkonform zu erweitern und/oder komplett in neue Systeme zu investieren.

Eugen Wahner stellt um auf aufgelöste Systemgerüste

Das traditionsreiche Bauunternehmen Eugen Wahner mit Sitz im unterfränkischen Sulzfeld am Main, das das Gerüstbauhandwerk seit dem Jahr 1853 betreibt, arbeitet aufgrund der Vielseitigkeit seit Jahren hauptsächlich mit Rahmen- und Modulgerüsten von Layher.

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Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, testet das etwa 70-köpfige Wahner-Gerüstbauteam seit zwei Jahren sogenannte aufgelöste Systeme von Layher sowie von Scafom-Rux.

Aufgelöste Systeme ähneln den Modulgerüsten. Der Vorteil gegenüber den Rahmen- und Modulgerüsten ist das systemintegrierte voreilende Geländer, das von den TRBS gefordert wird.

"Wir sind ja immer noch am Testen, welches aufgelöste System für uns das beste ist. Eine Entscheidung, mit welchem System wir in die Zukunft gehen, steht noch aus", sagt Geschäftsführer Thorsten Wahner. Beide Systeme beinhalten ein integriertes voreilendes Geländer, wodurch die Monteure sich automatisch im von den TRBS geforderten geschützten Bereich befinden.

Das traditionsreiche Bauunternehmen Eugen Wahner mit Sitz im unterfränkischen Sulzfeld am Main, das das Gerüstbauhandwerk seit dem Jahr 1853 betreibt, arbeitet aufgrund der Vielseitigkeit seit Jahren hauptsächlich mit Rahmen- und Modulgerüsten von Layher. © Wahner

Gewöhnungsbedürftig und zeitaufwändig sind die vom bisherigen Prozedere abweichenden Abläufe in der Logistik, Montage und einigem anderen. Veränderungen seien halt nicht jedermanns Sache, erwähnt Thorsten Wahner und erklärt damit die anfängliche Ungeduld mancher seiner Mitarbeiter im Umgang mit dem neuen Material: "Der Montageaufwand ist am Anfang wesentlich höher, spielt sich aber relativ bald wieder in einem ‚normalen‘ Bereich ein."

In Bezug auf das korrekte Handling kann sich der Firmenchef auf seine Fachkräfte verlassen. Aufwändige Schulungsmaßnahmen waren nicht nötig, da das neue System den Modulgerüsten sehr ähnlich ist. Für die Feinheiten in den Arbeitsabläufen gilt das Prinzip "Learning by Doing". Aus den Erkenntnissen werden Logistik und Montage entsprechend angepasst.

Zwei Systeme im Test

Zurzeit hat der Sulzfelder Betrieb gut 7.000 m² des Rux Super an verschiedenen Baustellen im Einsatz. Neben drei weiteren Bauprojekten entschied sich Wahner bei einem Großprojekt in Würzburg für das System von Scafom-Rux. Aufgrund der stattlichen Höhe von 52 Metern und der geforderten Lastklasse sei zum damaligen Zeitpunkt nur dieses System ohne Bauteile aus dem Modulgerüst möglich, erklärt Thorsten Wahner seine Wahl. Auf anderen Baustellen testet er das AGS-System der Firma Layher. Beide Hersteller entwickeln ihre Systeme derweil kontinuierlich weiter.

So arbeitet Scafom-Rux laut Wahner an einer neuen Aufnahme des Geländerholms. Ein großes Plus des Super RS liegt darin, dass es mit den bei Wahner vorhandenen Bauteilen aus dem Rahmengerüst kompatibel ist. Geländer und Bordbretter können problemlos verwendet werden. Gleichwohl will sich der Betrieb noch nicht auf einen Hersteller festlegen. Bei allen Vorteilen, die die aufgelösten Gerüstsysteme bieten, gibt es für die Gerüstkäufer und -nutzer einen Haken. Dieser liegt im Preis, denn sie müssen mit einem Aufschlag von 30 bis 40 % gegenüber Standardgerüsten rechnen. Trotzdem lassen ihnen die TRBS 2121 keine Wahl. Thorsten Wahner: "Die Neuregelung war der Stein des Anstoßes, die bisherige Arbeitsweise zu überdenken. Da wir immer für Neues offen sind, war klar, dass wir es definitiv probieren."

Auch im Industriegerüstbau setzt Wahner seit Jahrzehnten hauptsächlich Gerüste von Layher und Scafom-Rux ein. Aufgrund der speziellen Anforderungen in diesem Segment sind besonders variable Systeme gefragt, mit denen sich auch ungewöhnlichste Baukörper einrüsten lassen. Als geeignetste und auch wirtschaftlichste Varianten haben sich für den unterfränkischen Betrieb Modulgerüste der beiden genannten Hersteller erwiesen. Diese seien flexibel einsetz- und anpassbar und besäßen eine hohe Tragfähigkeit, betont Thorsten Wahner.

Digitalisierung in der Gerüstbauplanung

Vor dem Gerüstbau steht die Planung. Unabhängig von den verwendeten Systemen spielen hierbei innovative Hilfsmittel eine wachsende Rolle und Wahner ist vorn mit dabei. Seit gut fünf Jahren arbeitet das Unternehmen mit der Gerüstplanungssoftware Scaffmax. Zur digitalen Datengewinnung investierte Wahner in einen 3D-Laserscanner und kombiniert diese Methode bei Bedarf mit Drohnenflügen, um ein möglichst exaktes 3D-Modell des einzurüstenden Objekts zu erhalten.

"Wir zeichnen jedes Gerüst, egal wie groß oder klein, in Scaffmax. Bestandsgebäude werden mittlerweile zu 80 % gescannt. Das vereinfacht die Planung enorm", erklärt Thorsten Wahner. Noch werden die von Scaffmax generierten Ladelisten in Papierform von der Logistik bearbeitet. Doch auch dies soll bald der Vergangenheit angehören, denn das Backoffice testet derzeit das KI-gestützte Lagerprogramm des Start-ups Stocadro.

Dieser Artikel erschien zuerst in Augabe 12_23.

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