Gips und Modulbau – ein perfektes Match
Gipsplatten steigern die Zirkularität der Holz-Modulbauweise
„Die Bauart der Zukunft ist modular. Mit Modulbaulösungen lässt sich nach dem Baukastenprinzip kurzfristig Raumbedarf schaffen,“ sagt Werner Hansmann, Sprecher der Geschäftsführung der Brüggemann Holzbau GmbH in Neuenkirchen, die als Spezialist für die Realisierung unterschiedlichster Objekte in vorgefertigter Holztafelbauweise auch im flexiblen Bauen aktiv ist. „Wenn nach Konzepten gesucht wird, um in kurzer Zeit neuen Wohnraum zu schaffen, liegt es nahe, sich für die Holzmodulbauweise zu entscheiden“, meint auch Stefan Höötmann, Geschäftsführer der SH Holz & Modulbau GmbH in Lingen.
Der Zimmerermeister, der seinen traditionellen Zimmereibetrieb zu einem innovativen Modulraumhersteller weiterentwickelt hat, übernimmt als Generalunternehmer alle Aufgaben, die bei der Realisierung eines Modulgebäudes anfallen und ist überzeugt: „Modulbauten stehen in Sachen Qualität herkömmlichen Massivbauten in nichts nach.“
Ursprünglich als ‚Containerbauweise‘ ohne erkennbare architektonische Qualitäten eher skeptisch betrachtet, ist es der Branche gelungen, die Vorurteile durch die Realisierung hochwertiger Modulbauten abzubauen. Dabei werden ganze Raumeinheiten – komplett mit Fenstern, Türen und allen Gas-, Sanitär- und Elektroleitungen – im Werk vorgefertigt und dann auf dem vorgesehenen Grundstück schnell und mit relativ wenig Aufwand zu einem kompletten Gebäude zusammengesetzt und an die öffentlichen Versorgungsnetze angeschlossen. Die Systeme sind konstruktiv ausgereift, energietechnisch optimiert und inzwischen auch architektonisch anspruchsvoll.
Ein Effekt, der sicherlich dazu beiträgt, dass die Nachfrage nach Modulbauten weiter steigt. „Wir werden mehr Marktanteile gewinnen. Der Massivbau wird immer seine Berechtigung haben, aber der Holzmodulbau wird vor allem im Standardbau seine Marktanteile deutlich und kontinuierlich ausbauen“, ist sich Stefan Höötmann sicher. „Die Modulbauweise wird sich immer mehr durchsetzen“, erwartet auch Johannes Fleischmann, Leiter Technik bei der Zimmerei Stark GmbH in Auhausen. „Der hohe Vorfertigungsgrad spart Zeit.“
Zwischen 70 bis 80 Prozent der Bauleistungen werden im Werk erbracht. Diese standardisierte Vorfertigung unter kontrollierten, witterungsunabhängigen Bedingungen in industriellen Produktionshallen ist die Grundlage für ein gleichbleibend, hohes Qualitätsniveau und gewährleistet einen effizienten Materialeinsatz. „Die Prozessoptimierung sorgt dabei nicht nur für Planungs-, Kosten- und Ausführungssicherheit, sondern ermöglicht kurze Bauzeiten, reduziert den Arbeitsaufwand vor Ort und minimiert Baulärm sowie CO2-Emissionen“, fasst Johannes Fleischmann, die Vorzüge zusammen. Hinzu kommen die Vorteile des Baustoffs Holz als heimischer, nachwachsender Rohstoff mit positiver Ökobilanz. Holz ist zudem recycelbar und kann bei Bedarf problemlos entsorgt werden. Durch seine geringe Wärmeleitfähigkeit sorgt Holz für angenehm warme Wände und ein behagliches Raumklima.
Der Innenausbau erfolgt mit Gipsplatten und Gipsfaserplatten. Sie unterstützen und ergänzen die Qualitäts- und Zeitvorteile der modernen Holzmodulbauweise. „Als erfahrener Holzmodulbauer setzen wir individuell für jedes Projekt auf die bestmögliche Kombination möglichst nachhaltiger Baustoffe. Gips- und Gipsfaserplatten sind dabei von großer Bedeutung“, erklärt Werner Hansmann. Bei der Vorfertigung im Werk punkten Gipsplatten durch ihre schnelle und einfache Montage. Sie können für Boden-, Wand-, und Deckenkonstruktionen eingesetzt werden. Aufeinander abgestimmte Systeme der Hersteller gewährleisten eine sichere, schnelle und wirtschaftliche Umsetzung. Dabei wird keine Feuchtigkeit eingebracht, so dass auch keine Trocknungszeiten abgewartet werden müssen.
„Gleichzeitig bieten Gipsplatten aufgrund ihres Leistungsprofils die Möglichkeit, sowohl einen sehr guten Schall- als auch Brandschutz zu erreichen“, ergänzt Werner Hansmann. Doch während im Massivbau die Masse für gute Schalldämmwerte sorgt, wird im Modulbau der geforderte Schallschutz durch einen intelligenten Wandaufbau aus aufeinander abgestimmten Komponenten in Kombination mit modernen Dämmstoffen erreicht. Hinzu kommt Sicherheit bei Feuer. Als Baustoff der Baustoffklasse A gehören Gipsplatten zu den nichtbrennbaren Baustoffen.
Mehr zu diesem Thema unter: Bundesverband der Gipsindustrie e. V.









