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Artikel und Hintergründe zum Thema

Kräne

Max Kandler,

Austausch dachmontierter Fassadenkräne mit Mammoet

Großstädtische Infrastrukturprojekte im Bestand stellen höchste Anforderungen an Planung, Sicherheit und Ausführungspräzision. Besonders in dicht bebauten Regierungsvierteln wie in Den Haag sind Schwerlastarbeiten nicht nur eine technische, sondern auch eine logistische und sicherheitsrelevante Herausforderung.

Beim Aufbau des Mobilkrans nutzte das Team nur so viel Platz, wie unbedingt erforderlich war. © Mammoet

Im Rahmen eines komplexen Austauschs dachmontierter Fassadenkrane unterstützte Mammoet gemeinsam mit Façade Access Solutions, einem Unternehmen der Alimak Group, den Rückbau bestehender Systeme sowie die Installation neuer Building Maintenance Units (BMUs) an zwei benachbarten Regierungsgebäuden im Herzen von Den Haag.

Komplexes Projekt: Austausch von Building Maintenance Units unter Restriktionen

Die neuen Manntech-BMUs bestanden aus insgesamt sechzehn Einzelkomponenten pro Einheit. Diese reichten von vergleichsweise leichten Bauteilen wie Winden mit rund 200 Kilogramm bis hin zu massiven Konstruktionselementen wie Säulen und Unterwagen mit bis zu 3.500 Kilogramm Gewicht.

Die Herausforderung lag nicht allein im Gewicht der Lasten, sondern insbesondere in der Kombination aus begrenztem Raumangebot auf Straßenniveau, der sensiblen Umgebung eines Regierungsstandorts sowie der Notwendigkeit, den laufenden städtischen Betrieb weitgehend unbeeinträchtigt zu lassen.

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Kranwahl unter extremen Rahmenbedingungen: Der LTM 11200 im Fokus

Zentrale Bedeutung für den Projekterfolg hatte die Wahl des geeigneten Krantyps. Gefordert war eine Hubhöhe von rund 180 Metern bei gleichzeitig stark eingeschränkten Aufstellflächen im urbanen Raum.

Zunächst wurde der Einsatz eines Raupenkrans geprüft. Diese Option wurde jedoch aufgrund potenzieller Kollisionsrisiken mit einem nahegelegenen Viadukt verworfen.

Die finale Lösung fiel auf einen Mobilkran vom Typ LTM 11200, einen der leistungsstärksten Teleskopkrane weltweit mit 1.200 Tonnen Tragfähigkeit. In Kombination mit einem Y-Rahmen am Hauptausleger konnte die erforderliche Stabilität für die anspruchsvollen Hubarbeiten sichergestellt werden.

Die besondere ingenieurtechnische Herausforderung bestand darin, eine einzige, exakt definierte Aufstellposition zu identifizieren, von der aus beide Gebäude sicher erreicht werden konnten, ohne Konflikte mit der bestehenden Infrastruktur zu verursachen.

Präzise Montageplanung und minimierte städtische Eingriffe

Die bestehenden Fassadenkräne wurden demontiert, heruntergehoben und abtransportiert. © Mammoet

Die Positionierung des Krans war so gewählt, dass keine Umsetzungen erforderlich wurden. Dies reduzierte nicht nur die Bauzeit, sondern auch die Belastung für den innerstädtischen Verkehr im politischen Zentrum von Den Haag erheblich.

Der Aufbau des Mobilkrans erfolgte in einer sequenziell optimierten Fläche. Während in den ersten Tagen nur ein minimaler Montagebereich benötigt wurde, wurde dieser lediglich für die Endmontage des Auslegers kurzfristig erweitert. Dadurch konnte eine zentrale Verkehrsachse auf einen einzigen Tag Sperrzeit reduziert werden.

Diese Vorgehensweise zeigt exemplarisch, wie moderne Schwerlastlogistik im urbanen Raum durch präzise Planung signifikant an Effizienz gewinnen kann.

Hebekonzept von Façade Access Solutions: Sicherheit als Planungsgrundlage

Im Zuge der Demontage der bestehenden Fassadenkrane und der Installation der neuen BMUs wurde ein streng definiertes Hebekonzept umgesetzt. Façade Access Solutions und Mammoet arbeiteten dabei eng zusammen, um eine exakte Reihenfolge der Hubvorgänge sicherzustellen.

Die einzelnen Komponenten wurden in einer festgelegten Abfolge auf die Dächer gebracht, wodurch eine parallele Montage beider Systeme ermöglicht wurde. Dies führte zu einer deutlichen Optimierung der Projektlaufzeit.

Eine angrenzende Straße wurde temporär als Logistik- und Lagerfläche genutzt. Ergänzend kamen klar definierte Hebezonen zum Einsatz, die nach Bauteilgröße getrennt organisiert wurden, um Risiken im innerstädtischen Umfeld zu minimieren.

Sicherheitskonzept und strukturelle Schutzmaßnahmen

Ein entscheidender Aspekt des Projekts war die Tragfähigkeit der Dachflächen. Da diese nicht für mögliche Stoßbelastungen schwerer Komponenten ausgelegt waren, wurden zusätzliche Schutzkonstruktionen in Form von sogenannten Crash Decks installiert.

Darüber hinaus wurden strenge Windgrenzwerte für Hebevorgänge definiert sowie feste Anschlagpunkte vorgeschrieben, um die Kontrolle über jede einzelne Lastbewegung zu maximieren. Flexible Anschlagmittel wie Schlingen wurden bewusst ausgeschlossen, um die Systemstabilität weiter zu erhöhen.

Fazit: Präzisionsarbeit im urbanen Hochlastbereich

Der Austausch der dachmontierten Fassadenkrane in Den Haag zeigt exemplarisch, wie moderne Schwerlasttechnik, spezialisierte Kranlösungen wie der Mobilkran LTM 11200 und präzise Projektkoordination ineinandergreifen müssen, um komplexe Aufgaben im innerstädtischen Raum zu realisieren.

Mammoet demonstrierte gemeinsam mit Façade Access Solutions, dass selbst hochkomplexe Hebeoperationen in sensiblen politischen Zentren sicher, effizient und mit minimaler Beeinträchtigung der Umgebung umgesetzt werden können

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