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Artikel und Hintergründe zum Thema

Krane

Max Kandler,

Sechs Wolff Krane im Großeinsatz: 60.000 Kubikmeter Beton für das Klinikum Memmingen

Mit dem Neubau des Klinikum Memmingen entsteht auf rund 7,7 Hektar eine der bedeutenden Hochbaumaßnahmen in der Region. Das Projekt umfasst sechs Geschosse, 480 Betten sowie eine Bruttogeschossfläche von mehr als 75.000 Quadratmetern. Seit Februar 2025 befindet sich der Bau im Rohbau – und stellt hohe Anforderungen an Bauablauf, Materiallogistik und Krantechnik.

Grüner wird es nicht: Fünf von sechs „Wölffen“ sind aktuell auf der Memminger Baustelle dafür verantwortlich 60.000 Kubikmeter Beton und 10.000 Tonnen Stahl umzuschlagen. Sie werden noch bis Ende 2026 dort arbeiten. © Wolffkran

Im Zentrum der Baustellenorganisation stehen sechs Wolff Krane, die nicht nur das Erscheinungsbild prägen, sondern als zentrale Taktgeber für den Baufortschritt fungieren. Innerhalb ihrer rund 16-monatigen Einsatzzeit bewegen sie insgesamt etwa 60.000 Kubikmeter Beton sowie rund 10.000 Tonnen Bewehrungsstahl. Diese Größenordnung verdeutlicht die Dimension der Materialströme und die Bedeutung einer präzise abgestimmten Kranlogistik im modernen Klinikbau.

Leistungsfähigkeit trifft auf Dauerbetrieb

Die eingesetzten Krane sind auf kontinuierliche Hochleistung ausgelegt. Mit Traglasten von bis zu 16,5 Tonnen und Hubgeschwindigkeiten von bis zu 185 Metern pro Minute ermöglichen sie einen reibungslosen Materialumschlag auch unter hoher Auslastung. Der Baustellenbetrieb erfolgt im Regelfall über zwölf Stunden täglich – ein Szenario, das robuste Technik und zuverlässige Einsatzplanung voraussetzt.

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Bereits in der frühen Bauphase kam ein Kran für vorbereitende Maßnahmen zum Einsatz und wurde nach Abschluss dieser Arbeiten wieder zurückgebaut. Die verbleibenden fünf Krane sichern seitdem den kontinuierlichen Baufortschritt. Entscheidend ist dabei nicht allein die technische Leistungsfähigkeit, sondern die Fähigkeit, mehrere Krane parallel und kollisionsfrei in überlappenden Arbeitsbereichen zu betreiben.

Standortplanung als Schlüssel zum Projekterfolg

Eine der zentralen Herausforderungen beim Bau des Klinikum Memmingen liegt in der statisch anspruchsvollen Positionierung der Krane. Bereits in der Planungsphase wurde deutlich, dass die Standorte nicht frei gewählt werden konnten, sondern sich an den zukünftigen Gebäudestrukturen orientieren mussten.

Ein Teil der Krane wurde in Bereichen positioniert, die später als Lichthöfe dienen. Gleichzeitig verlaufen dort Rigolen, also unterirdische Versickerungssysteme für Regenwasser. Hinzu kommt ein tieferliegender Gebäudeteil mit sensibler Infrastruktur unterhalb eines Kranstandorts.

Diese Rahmenbedingungen erfordern eine präzise statische Planung. Die Fundamentierung musste so ausgelegt werden, dass Lasten gezielt in tragfähige Bodenschichten abgeleitet werden. Dabei spielen sowohl die Einhaltung zulässiger Ecklasten als auch die Sicherstellung der Grundbruchsicherheit eine entscheidende Rolle. Parallel dazu mussten Hakenhöhen und Auslegerpositionen so abgestimmt werden, dass ein effizienter und sicherer Parallelbetrieb aller Krane möglich bleibt.

Rückbaubarkeit und Nachhaltigkeit im Fokus

Auch die spätere Bauphase wurde frühzeitig berücksichtigt. Die Krane stehen auf Kreuzrahmen mit speziell dimensionierten Betonfertigteilgewichten, die projektseitig gefertigt wurden. Diese Konstruktion ermöglicht einen kontrollierten Rückbau nach Abschluss der Rohbauarbeiten.

Einzelne Elemente können gezielt demontiert und entweder durch benachbarte Turmdrehkrane oder ergänzend durch Mobilkrane abtransportiert werden. Dadurch bleibt die Funktion der Rigolen vollständig erhalten, was insbesondere im Hinblick auf nachhaltige Entwässerungskonzepte von Bedeutung ist.

Praxisbeispiel für integrierte Bauplanung

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie eng technische Planung, Bauausführung und Logistik im modernen Hochbau verzahnt sind. Der Einsatz von sechs Wolff Krane in Kombination mit einer frühzeitigen Einbindung statischer Expertise verdeutlicht, dass Effizienz auf der Baustelle maßgeblich von der Qualität der Planung abhängt.

Gerade bei Projekten dieser Größenordnung entscheidet nicht allein die Leistungsfähigkeit einzelner Maschinen, sondern das Zusammenspiel aller Gewerke. Das Klinikum Memmingen liefert damit ein praxisnahes Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung komplexer Bauvorhaben unter realen Bedingungen – und unterstreicht die Bedeutung integrierter Kran- und Baustellenkonzepte im Baugewerbe.

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