Konjunkturausblick 2026
Kjuup: "Planen und Bauen werden immer schneller"
Die Bauwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Nach Jahren geprägt von Kostensteigerungen, Auftragsrückgängen und politischer Unsicherheit richtet sich der Blick nun auf 2026.
Zwischen anhaltender Krise und vorsichtiger Zuversicht stellt sich für viele Unternehmen dieselbe Frage: Bleibt der Druck hoch – oder beginnt eine Phase der Stabilisierung?
Im Interview sprechen wir darüber, wie die Branche das Jahr 2026 einschätzt, welche wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen entscheidend werden und wo trotz aller Herausforderungen neue Perspektiven entstehen. Es geht um Zahlen und Trends – aber auch um Stimmungen, Erwartungen und konkrete Handlungsoptionen für die Praxis
Baugewerbe Magazin: Wie blicken Sie auf das kommende Geschäftsjahr: Welche Entwicklungen erwarten Sie für Ihr Unternehmen und für die Baubranche insgesamt?
Michael Boldt, Geschäftsführer von Kjuup: Positiv: Es ergeben sich aktuell in vielen Branchenbereichen neue Auftragsanfragen, insbesondere von öffentlichen Auftraggebern.
BGW: Welche größten Herausforderungen erwarten Sie im kommenden Jahr für Ihr Unternehmen?
Boldt: Planen und Bauen werden immer schneller und komplexer und für die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen kommt es immer mehr auf Struktur und gute Organisation an. Dazu kommen immer mehr Herausforderungen aus der Personalknappheit, beides führt zwangsläufig und spürbar zum Verstärken von Bemühungen die Unternehmen
digitaler zu machen.
BGW: Welche Erwartungen haben Sie an Politik, Auftraggeber und die Branche insgesamt für das kommende Jahr?
Boldt: Die Politik setzt Rahmenbedingungen und will die Bürokratie zurückfahren. Erste Schritte sind gemacht, aber das Problem der überbordenden Bürokratie ist sicher eines der größten Probleme. Ich erwarte partielle Verbesserungen, insbesondere zum Thema schnellere Baugenehmigungen. Die Zinsen sind aktuell relativ stabil, die Baupreise verweilen aber auf einem extrem hohen Niveau und werden nicht zurückgehen. Maximal geringere weitere Anstiege sind realstische Erwartungen. Große Probleme sehe ich aktuell bei den Kreditinstituten, die offenbar in weiten teilen der Branche die Baufinanzierung nur noch als Randgeschäft betrachten und zudem sehr hohe Sicherheitsstellungen einfordern, was nicht zu einer belebung beiträgt.












