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Artikel und Hintergründe zum Thema

In Darmstadt

Kai Ingmar Link,

Porr schließt Megaprojekt FAIR erfolgreich ab

Nach sechs Jahren Bauzeit nähert sich Porr dem Abschluss der Rohbauarbeiten am Baufeld Nord des Teilchenbeschleunigers FAIR in Darmstadt.

Die Porr realisierte den Bau des kreisförmigen Beschleunigertunnels sowie von neun ober- und unterirdischen Gebäude für Experimente, Betriebs- und Versorgungseinrichtungen im Baufeld Nord. © Porr

Mit über 340.000 Kubikmetern Stahlbeton und 40.000 Tonnen Bewehrungsstahl markiert das letzte Betonbauteil – eine kleine Außentreppe – den Schlusspunkt eines außergewöhnlichen Bauprojekts.

FAIR: Ein einzigartiges Bauprojekt für die Spitzenforschung

Am GSI Helmholzzentrum für Schwerionenforschung entsteht mit FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) eine der weltweit bedeutendsten Forschungsanlagen. Der zentrale Bestandteil der Anlage ist der 1,1 Kilometer lange Ringbeschleuniger SIS100, eingebettet in einen komplexen Mix aus unter- und oberirdischen Bauwerken. Neben dem eigentlichen Teilchenbeschleuniger umfasst das Projekt zahlreiche Experimentier-, Betriebs- und Versorgungseinrichtungen, die baulich miteinander verbunden sind.

Tiefbau und Mauerwerksbau für eine hochkomplexe Infrastruktur

Porr verantwortete den Bau des kreisförmigen Beschleunigertunnels sowie neun weiterer Gebäude im Baufeld Nord. Dabei kamen bis zu 550 Fachkräfte aus den Bereichen Ingenieurbau, Spezialtiefbau und Planung zum Einsatz. Eine der größten Herausforderungen war die Logistik der enormen Erdmassen und die Integration des hochkomplexen Rohrleitungssystems. Nach dem Prinzip „form follows beam“ wurden notwendige Komponenten direkt im Tunnel installiert, während Be- und Entlüftungssysteme sowie Kabelschutzrohre extern verlegt wurden.

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Herausfordernd war bei diesem Projekt nicht nur die Logistik der großen Menge an Erdmassen. Auch die große Masse an benötigten Rohren für die Ver- und Entsorgung des Teilchenbeschleunigers stellte den Rohrleitungsbau vor neue Herausforderungen. © Porr

Insgesamt wurden 4.400 Meter HDPE-Wickelrohre und 3.000 Meter hitzebeständige C-Stahl-Rohre für die Be- und Entlüftung verlegt. Hinzu kamen 100.000 Meter Kabelschutzrohre sowie 2.500 druckwasserdichte Elektroleerrohre, die mit speziellen Kompensatoren zur Aufnahme von Vertikalbewegungen ausgestattet wurden. Die Verlegung der Rohre, teils bis zu 13 Meter hoch, erfolgte auf Basis eines präzisen 3D-Modells.

Innovative Betonlösungen für höchste Stabilität

Besonders herausfordernd war die Konstruktion des dreizelligen Tunnels in offener Stahlbetonbauweise. Die Decke mit einer Spannweite von 29 Metern und einer Dicke von 6,35 Metern wurde auf einem Traggerüst errichtet. Da das gesamte Bauwerk 18 Meter unter der Erde liegt und später überschüttet wird, mussten spezielle Betonmischungen entwickelt werden. Eine der größten Herausforderungen war der extrem hohe Bewehrungsgrad von bis zu 750 Kilogramm pro Kubikmeter Beton. Hier setzte Porr auf einen eigens für das Projekt entwickelten, selbstverdichtenden Beton, der die Verarbeitung erheblich erleichterte.

Letzte Arbeiten und erfolgreiche Übergabe

Mit dem Abschluss der Rohbauarbeiten konzentrieren sich die letzten Maßnahmen auf Beton- und Verfüllarbeiten sowie den Rückbau der Baustelleneinrichtung. Sieben der neun Gebäude konnten bereits erfolgreich teilabgenommen werden.

In der Beschleunigeranlage werden Teilchen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und mit herausragender Intensität und Qualität für die physikalische Grundlagenforschung zur Verfügung gestellt. © Porr

Projektleiter Thomas Kühnert zieht eine positive Bilanz: „Der große Vorteil der PORR bei diesen Projekten ist die Fähigkeit, viele Gewerke parallel abzuwickeln, und das umfassende Wissen über Beton und dessen Verarbeitung. Das Projekt FAIR ist so weit gekommen, weil alle Beteiligten ihre ganze Erfahrung eingebracht und eine außerordentliche Feedback-Kultur entwickelt haben.“

Mit der erfolgreichen Fertigstellung dieses anspruchsvollen Bauvorhabens setzt Porr neue Maßstäbe im Tiefbau und Mauerwerksbau und leistet einen wichtigen Beitrag zur internationalen Spitzenforschung.

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