Konjunkturausblick 2026
Rimatem und Riffel: "Es gibt einen klar erkennbaren Bedarf"
Die Bauwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Nach Jahren geprägt von Kostensteigerungen, Auftragsrückgängen und politischer Unsicherheit richtet sich der Blick nun auf 2026.
Zwischen anhaltender Krise und vorsichtiger Zuversicht stellt sich für viele Unternehmen dieselbe Frage: Bleibt der Druck hoch – oder beginnt eine Phase der Stabilisierung?
Im Interview sprechen wir darüber, wie die Branche das Jahr 2026 einschätzt, welche wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen entscheidend werden und wo trotz aller Herausforderungen neue Perspektiven entstehen. Es geht um Zahlen und Trends – aber auch um Stimmungen, Erwartungen und konkrete Handlungsoptionen für die Praxis
Baugewerbe Magazin: Wie blicken Sie auf das kommende Geschäftsjahr: Welche Entwicklungen erwarten Sie für Ihr Unternehmen und für die Baubranche insgesamt?
Tobias Riffel, Geschäftsführer Rimatem und Riffel Bau und Fertigteile:
a, Die Rimatem GmbH profitiert vom Wandel in der Bauwirtschaft (nicht nur in Deutschland), weg von traditionellen handwerklichen Abläufen hin zu industriellen und automatisierten Prozessen, konkret vom steigenden Vorfertigungsgrad (hier Mauerwerksmodulwände). Dieser Trend wird sich auch in 2026 und darüber hinaus fortsetzen und zunehmend an Fahrt gewinnen.
b, Die Riffel Bau & Fertigteile GmbH wächst aktuell nur im überregionalen Bereich der Fertigteilherstellung und dem Fremdverkauf von Ziegelwänden an andere Bauunternehmen, der Bereich Bauunternehmen ist abhängig von der regionalen Wohnungsbautätigkeit stagniert auf niedrigem Niveau, eine allgemeine Belebung der Bautätigkeit ist frühestens im 3. Quartal 2026 zu erwarten, abhängig der politischen Rahmenbedingungen. Im Bereich der Produktion von Ziegelwandelementen erwarten wir auch für 2026 Vollauslastung im 2-Schichtbetrieb.
BGW: Welche größten Herausforderungen erwarten Sie im kommenden Jahr für Ihr Unternehmen?
Riffel:
a, Die Rimatem GmbH muss sich auf den wachsenden Markt einstellen und den Anforderungen ihrer Kunden hin zu immer höherer Automatisierung und Robotik bei gleichzeitig immer komplexer werdenden Modulwänden aus Mauersteinen (die auch die Ausbaugewerke beinhalten) weiterhin voranbringen.
b, Die Riffel Bau & Fertigteile GmbH muss ihre weitreichende Erfahrung in der Vorfertigung von massiv gebauten Wohngebäuden nutzen um hier als Dienstleister und Partner auch andere Bauunternehmen auf dem Weg zum konsequenten Einsatz von vorgefertigten Bauteilen als Lösung des Facharbeitermangels zu unterstützen.
BGW: Welche Erwartungen haben Sie an Politik, Auftraggeber und die Branche insgesamt für das kommende Jahr?
Riffel:
a, Die Rimatem GmbH stellt keine Erwartungen an die Politik oder ihre Auftraggeber sondern reagiert auf den aktuellen und aus unserer Sicht klar erkennbaren Bedarf an einem höheren Industrialisierungs- und damit Vorfertigungsgrad der etablierten Baustoffe, in unserem Fall Mauersteine die sich als regionale und kostengünstige Baumaterialien bewährt haben.
b, Die Riffel Bau & Fertigteile GmbH erwartet als Bauunternehmen von der Politik, dass konkrete Maßnahmen zur Schaffung des erforderlichen Wohnraums getroffen werden, um sowohl für Investoren als auch für Mieter günstige Bedingungen zu gewährleisten. Die Branche und auch die Auftraggeber befinden sich aus unserer Sicht bereits in der Transformation der Baubranche und werden diesen Weg der Digitalisierung und Industrialisierung von Prozessen weiter konsequent gehen.












