Veranstaltung

Max Kandler,

Erstes Netzwerktreffen des Bundesverbandes effiziente und nachhaltige Gebäude e.V. (BenG)

Die Transformation des Bauwesens hin zu mehr Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Wirtschaftlichkeit ist eine der zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre. Dabei zeigt sich immer deutlicher: Technische Lösungen allein reichen nicht aus. Entscheidend ist der Wissenstransfer zwischen den Akteuren der Branche. Genau hier setzte das erste Netzwerktreffen des Bundesverbandes effiziente und nachhaltige Gebäude e.V. (BenG) an, das rund 60 Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen des Bauwesens zusammenbrachte.

BenG ist aus dem Verband Pro Passivhaus e. V. hervorgegangen. © Daniel Hamm

Vertreter aus Architektur, Fachplanung, Handwerk, Baustoffindustrie, Energieberatung und der öffentlichen Hand nutzten die Veranstaltung, um aktuelle Entwicklungen und praktische Lösungsansätze für nachhaltiges Bauen und Sanieren zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen Themen, die die Branche aktuell bewegen – vom seriellen Holzbau über beschleunigte Sanierungskonzepte bis hin zu digitalen und praxisnahen Instrumenten zur Gebäudebewertung.

Nachhaltigkeit beginnt nicht erst auf der Baustelle

Die Diskussionen des Netzwerktreffens machten deutlich, dass nachhaltiges Bauen längst mehr umfasst als die reine Energieeffizienz eines Gebäudes. Immer stärker rücken Fragen der Materialwahl, der Ressourcenschonung und der Kreislaufwirtschaft in den Fokus. Die Anforderungen an moderne Bauprojekte beginnen bereits in der Planungsphase und ziehen sich über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes.

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In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass viele Vorbehalte gegenüber nachhaltigen Bauweisen weiterhin bestehen. Insbesondere die Annahme höherer Baukosten hält sich in Teilen des Marktes hartnäckig. Fachleute aus dem Netzwerk verwiesen jedoch darauf, dass zusätzliche Kosten häufig dann entstehen, wenn Nachhaltigkeitsaspekte erst in späten Projektphasen berücksichtigt werden. Werden entsprechende Kompetenzen frühzeitig eingebunden, lassen sich ökologische und wirtschaftliche Ziele oftmals gleichermaßen erreichen.

Die Entwicklung nachhaltiger Baustoffe, moderner Planungsmethoden und effizienter Bauprozesse hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass ökologische Lösungen heute vielfach auf Augenhöhe mit konventionellen Bauweisen stehen. Für Bauunternehmen und Projektverantwortliche eröffnet dies neue Möglichkeiten, Nachhaltigkeitsziele wirtschaftlich umzusetzen.

Netzwerke als Erfolgsfaktor für die Bauwende

Das erste Netzwerktreffen des Bundesverbandes effiziente und nachhaltige Gebäude e.V. (BenG) verdeutlichte, dass die Bauwende nicht allein durch gesetzliche Vorgaben oder technische Innovationen vorangetrieben wird. Ebenso wichtig sind der persönliche Austausch, die Weitergabe von Erfahrungen und die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg.

Die Veranstaltung bot dafür einen praxisorientierten Rahmen. Fachvorträge, Best-Practice-Präsentationen und offene Gesprächsformate ermöglichten es den Teilnehmern, konkrete Erfahrungen aus Projekten zu diskutieren und neue Kontakte innerhalb der Branche zu knüpfen. Gerade bei komplexen Themen wie nachhaltiger Sanierung, energieeffizientem Neubau oder zirkulären Baustoffkonzepten gewinnt ein belastbares Netzwerk zunehmend an Bedeutung.

Austragungsort des Netzwerktreffens war der Standort von pro clima in Schwetzingen. Die Wahl des Veranstaltungsortes unterstrich den fachlichen Schwerpunkt der Veranstaltung auf bauökologische Lösungen und nachhaltige Baukonzepte.

Vom Passivhaus zur ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie

Mit seiner aktuellen Ausrichtung steht der Bundesverbandes effiziente und nachhaltige Gebäude e.V. (BenG) für einen erweiterten Nachhaltigkeitsansatz im Bauwesen. Der Verband ging aus dem früheren Verband Pro Passivhaus e.V. hervor und reagiert damit auf die veränderten Anforderungen des Marktes.

Das Passivhaus gilt weiterhin als Maßstab für besonders energieeffiziente Gebäude. Gleichzeitig hat sich das Verständnis nachhaltigen Bauens deutlich weiterentwickelt. Neben einem niedrigen Energieverbrauch rücken heute Aspekte wie Ressourceneffizienz, Materialgesundheit, Rückbaubarkeit und Kreislaufwirtschaft stärker in den Mittelpunkt.

Damit verfolgt der Verband einen ganzheitlichen Ansatz, der die ökologische Qualität von Bauprojekten bereits in der frühen Planungsphase berücksichtigt. Ziel ist es, Nachhaltigkeit nicht als Zusatzanforderung zu verstehen, sondern als integralen Bestandteil moderner Bauprozesse.

Bedeutung für Bauunternehmen und Projektverantwortliche

Für Bauunternehmer, Projektleiter und Entscheider im Bauwesen liefern Veranstaltungen wie dieses Netzwerktreffen wertvolle Impulse. Die steigenden Anforderungen an Energieeffizienz, Klimaschutz und Ressourcenschonung erfordern zunehmend interdisziplinäre Lösungen. Netzwerke wie jene des Bundesverbandes effiziente und nachhaltige Gebäude e.V. (BenG) schaffen dafür die notwendigen Verbindungen zwischen Planung, Ausführung, Beratung und öffentlicher Hand.

Das erste Netzwerktreffen hat gezeigt, dass die Zukunft des Bauens nicht allein in innovativen Technologien liegt. Ebenso entscheidend sind Kooperation, Wissenstransfer und der kontinuierliche Austausch innerhalb der Branche. Nur wenn alle Beteiligten gemeinsam an nachhaltigen Lösungen arbeiten, kann die Transformation des Bauwesens langfristig erfolgreich gestaltet werden.

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