33. Deutsche Holzschutztagung
Holzschutz im Wandel: Brandschutz, Feuchtemanagement und neue Materialien
Die 33. Deutsche Holzschutztagung in Rosenheim bündelte aktuelle Entwicklungen und Forschungsthemen rund um Holzschutz und Holzbau. Der Deutsche Fachausschuss Holzschutz sowie die Technische Hochschule Rosenheim begrüßten rund 70 Fachteilnehmende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Im Mittelpunkt standen zentrale Fragen zur Dauerhaftigkeit von Holz, zum konstruktiven Holzschutz sowie zu neuen Ansätzen in Brandschutz und Monitoring. Die 19 Fachvorträge spannten den Bogen von normativen Grundlagen über praxisnahe Anwendungen bis hin zu aktuellen Forschungsergebnissen.
Holzschutz zwischen Normung und Materialentwicklung
Diskutiert wurden unter anderem die Bewertung der biologischen Dauerhaftigkeit von Holz nach EN 350, alternative Holzarten sowie Fragen der Tränkbarkeit und Eigenschaften von Kalamitätsholz. Die Beiträge verdeutlichten die wachsende Bedeutung differenzierter Materialbewertungen für eine nachhaltige Nutzung von Holzressourcen.
Feuchtemanagement und Monitoring im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Feuchtemanagement im modernen Holzbau, insbesondere bei Brettsperrholz. Neue Monitoringlösungen ermöglichen eine präzisere Überwachung von Bauteilen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Schadensprävention. Auch der Zusammenhang zwischen Holzfeuchte und biologischen Risiken wurde intensiv beleuchtet.
Brandschutz als Treiber der Entwicklung im Holzbau
Der Brandschutz bleibt ein zentrales Innovationsthema. Beiträge zu rechtlichen Rahmenbedingungen, technischen Anforderungen sowie neuen Schutzkonzepten – etwa Beschichtungen oder materialbasierte Lösungen – zeigten die Dynamik des Feldes. Deutlich wurde das Spannungsfeld zwischen Innovation, Normung und Sicherheitsanforderungen.
Innovationen im Holzbau: Infrastrukturprojekt der TH Rosenheim
Besonders interessant ist das Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Rosenheim zur ersten Verkehrszeichenbrücke aus Holz in Deutschland. Im Projekt „TTS-Bridge“ wird eine Holzlösung als nachhaltige Alternative zu Stahl- und Aluminiumkonstruktionen im Infrastrukturbau entwickelt.
Das Tragwerk aus Brettschichtholz ist extremen Belastungen ausgesetzt – von dynamischen Verkehrslasten bis zu tausalzhaltigem Sprühnebel. Im Zentrum stehen daher ein konsequenter konstruktiver Holzschutz sowie ein umfassendes Monitoringkonzept. Erste Ergebnisse zeigen, dass diffusionsoffene, schlagregendichte und gegenüber verkehrsbedingter Gischt resistente Details in Kombination mit hinterlüfteten Konstruktionen entscheidend für die Dauerhaftigkeit sind.
Das Projekt verdeutlicht exemplarisch, wie Holz auch im hochbeanspruchten Infrastrukturbereich eingesetzt werden kann und welche Rolle Monitoring und materialgerechte Konstruktion dabei spielen.
Fazit und Ausblick
Die Tagung zeigte die dynamische Weiterentwicklung des Holzschutzes an den Schnittstellen von Materialforschung, Feuchtemanagement und Brandschutz. Besonders der Transfer innovativer Forschung in die Praxis – etwa im Infrastrukturbau – gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Die nächste Deutsche Holzschutztagung ist für 2028 geplant.









