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Artikel und Hintergründe zum Thema

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Max Kandler,

Wie Nevaris Bausoftware und 123erfasst digitale Prozesse im Bauunternehmen voranbringen

Der Druck zur Modernisierung wächst im Bauwesen spürbar. Steigende Projektkomplexität, zunehmende Dokumentationspflichten und Anforderungen an Nachhaltigkeit verändern die Arbeitsweise vieler Bauunternehmen grundlegend. Digitale Prozesse entwickeln sich dabei vom optionalen Werkzeug zu einer zentralen Voraussetzung für wirtschaftliche und planbare Bauprojekte.

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Nevaris Bausoftware und 123erfasst präsentieren auf der digitalBau in Köln Innovationen rund um BIM, Infrastrukturbau, KI, das neue Nevaris Connect und digitale Kalkulation in der mobilen Baustellenanwendung. © Messe München GmbH

Auf der Fachmesse digitalBau in Köln zeigen Nevaris Bausoftwareund 123erfasst, wie sich digitale Arbeitsabläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Bau etablieren lassen. Vom 24. bis 26. März 2026 präsentieren beide Lösungen am Gemeinschaftsstand der Nemetschek Group praxisnahe Ansätze, die insbesondere für Bauunternehmen, Projektleiter und Entscheider im Bauwesen relevant sind.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Planung, Kalkulation und Bauausführung durchgängiger miteinander verzahnt werden können – ein zentraler Schritt, um digitale Prozesse im Baualltag tatsächlich wirksam umzusetzen.

BIM-Kosten: Vom digitalen Modell zur belastbaren Kalkulationsgrundlage

Ein zentraler Ansatz der Nevaris Bausoftware ist die Weiterentwicklung bestehender openBIM-Prozesse. Mit dem Workflow „BIM-Kosten“ wird eine Lücke geschlossen, die viele Bauunternehmen aus der Praxis kennen: der Übergang vom digitalen Modell zur wirtschaftlich belastbaren Ausschreibung.

In vielen Projekten sind nicht alle relevanten Positionen vollständig modelliert. Der Ansatz von BIM-Kosten verbindet modellbasierte Mengen mit nicht modellierten Leistungspositionen und schafft damit eine realistische Grundlage für Variantenbewertungen und Leistungsverzeichnisse.

Für Bauunternehmen bedeutet das einen deutlich stabileren Übergang von der Planung zur Vergabe. Modellinformationen werden systematisch mit Kostenstrukturen verknüpft, sodass Entscheidungen früher und auf einer konsistenten Datenbasis getroffen werden können.

Digitale Infrastrukturplanung mit IFC-basierten Workflows

Auch im Infrastrukturbau gewinnen digitale Prozesse zunehmend an Bedeutung. Projekte wie Brücken- oder Trassenplanungen erfordern eine enge Abstimmung zwischen Planung, Ausführung und Kostenmanagement.

Ein Beispiel dafür ist der durchgängige IFC-Workflow, der auf der Messe anhand einer Infrastrukturplanung demonstriert wird. In der Planung werden Varianten etwa bei Brückenbauwerken oder Trassenführungen bereits früh digital modelliert. Unterschiedliche Bauweisen lassen sich dadurch schneller vergleichen und bewerten.

Der offene IFC-Datensatz dient anschließend als gemeinsame Datengrundlage für alle Projektbeteiligten. Aus dem Modell lassen sich Mengen, Kostenkennwerte sowie CO₂-relevante Parameter ableiten. Für Bauunternehmen entsteht dadurch eine transparente Grundlage für wirtschaftliche und nachhaltige Variantenentscheidungen bereits in frühen Projektphasen.

Interoperabilität als Grundlage moderner Bau-IT

Ein häufig unterschätzter Faktor bei der Digitalisierung im Bauwesen ist die Datenverbindung zwischen unterschiedlichen Systemen. Viele Bauunternehmen arbeiten parallel mit Projektsoftware, ERP-Systemen und mobilen Anwendungen auf der Baustelle.

Mit der cloudbasierten Lösung Nevaris Connect wird dieser Bereich stärker in den Fokus gerückt. Die Plattform ermöglicht vordefinierte Datenverbindungen zwischen unterschiedlichen Softwarelösungen und vereinfacht die Synchronisation relevanter Projektdaten.

Für Bauunternehmen bedeutet das weniger manuelle Datenübertragungen und einen stabileren Informationsfluss zwischen Planung, Bauleitung und kaufmännischer Verwaltung. Digitale Prozesse werden dadurch nicht nur schneller, sondern auch transparenter und besser kontrollierbar.

123erfasst: Digitale Kalkulation direkt aus der Baustellenpraxis

Während viele Digitalisierungslösungen im Bauwesen aus der Planungsperspektive entstehen, setzt 123erfasst stärker an den Abläufen der Baustelle an. Auf der digitalBau wird ein Modul vorgestellt, das die digitale Kalkulation direkt in die bestehende mobile Anwendung integriert.

Bauunternehmen können Angebote, Aufträge und Rechnungen innerhalb der App erstellen und verwalten. Material-, Arbeits- und Maschinenkosten werden dabei direkt mit den erfassten Leistungsdaten verknüpft. Die Verbindung von Zeiterfassung und Kalkulation schafft eine transparente Grundlage für die wirtschaftliche Bewertung von Bauleistungen.

Besonders für kleinere und mittelständische Betriebe bietet dieser Ansatz einen niederschwelligen Einstieg in digitale Prozesse. Leistungspositionen lassen sich strukturiert aufbauen, ohne umfangreiche Schulungsphasen oder komplexe Softwareeinführungen.

Künstliche Intelligenz als Unterstützung im Baualltag

Neben klassischen Digitalisierungsthemen gewinnt auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Bauwesen an Bedeutung. In modernen Bausoftwarelösungen wird KI zunehmend als unterstützendes Werkzeug integriert.

In der Praxis kann dies beispielsweise die automatische Analyse von Baustellenfotos, die strukturierte Verarbeitung von Dokumenten oder die Unterstützung bei Kalkulationsprozessen umfassen. Ziel ist nicht die vollständige Automatisierung, sondern eine intelligente Unterstützung der Anwender im täglichen Arbeitsablauf.

Digitale Systeme übernehmen dabei wiederkehrende Analyseaufgaben und helfen, Informationen schneller auszuwerten. Gerade in komplexen Projekten kann dies dazu beitragen, Entscheidungen fundierter und nachvollziehbarer zu treffen.

Digitalisierung im Bau: Vom Ein-Mann-Betrieb bis zum Großprojekt

Die Digitalisierung im Bauwesen verläuft selten in einem einzigen großen Schritt. Viele Unternehmen beginnen dort, wo der größte Handlungsdruck besteht – etwa bei der Kalkulation, der Zeiterfassung oder der Projektdokumentation.

Modulare Softwarelösungen ermöglichen es, digitale Prozesse schrittweise aufzubauen und an die Größe und Struktur des Unternehmens anzupassen. Dadurch können sowohl kleinere Handwerksbetriebe als auch große Bauunternehmen ihre Arbeitsabläufe digital weiterentwickeln.

Die Fachmesse digitalBau in Köln zeigt damit exemplarisch, wie sich technologische Entwicklungen im Bauwesen zunehmend an den praktischen Anforderungen der Branche orientieren. Für Entscheider im Bauunternehmen wird die Frage der Digitalisierung damit immer stärker zu einer strategischen Aufgabe – mit direkten Auswirkungen auf Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit.

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