digitalBAU 2024
Zirkuläres Bauen im digitalen Zeitalter und in der Baukrise
Jedes Jahr müssen allein in Deutschland mehr als 400.000 Wohnungen gebaut werden. Hinzu kommen eine leistungsfähige Infrastruktur mit Straßen- und Wegenetz sowie eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung dieser Wohnungen, neu gebaute Kindergärten und Schulen.
Doch Neubau bleibt teuer und verschlingt vor dem Hintergrund bedrohlich schwindender Rohstoffvorkommen zusätzliche Ressourcen. Gleichzeitig werde der wertvolle Gebäudebestand mit seiner wandlungsfähigen, resilienten Bausubstanz unterschätzt oder vielerorts sogar vernachlässigt, so der Messeveranstalter. Die digitalBAU 2024, die vom 20. bis 22. Februar 2024 in Köln stattfindet, stellt mit ihren Ausstellern und Fachforen das zirkuläre Bauen in den Mittelpunkt - ganz im Sinne eines durchgängigen Wertstoffkreislaufs zur Bestandserhaltung und umfassenden Wiederverwendung von Ressourcen.
Die Einführung eines zirkulären Ansatzes bei Neubau und Revitalisierung wird immer dringlicher. Im Gegensatz zum traditionellen Bauen, bei dem wertvolle Materialien am Ende der Lebensdauer eines Bauwerks einfach entsorgt werden, setzt das zirkuläre Bauen auf die Rückführung von Rohstoffen in den Bauprozess und in das Bauwerk. Begrenzte Ressourcen und die deutlich spürbaren Auswirkungen des Klimawandels - unter anderem verursacht durch den weltweiten Raubbau an unseren Wertstoffvorkommen - lassen kaum andere Lösungsansätze zu.
Wir leben und bauen weit über unsere Verhältnisse
Am 2. August 2023 stand das Ressourcenkonto der Erde bereits auf „Null“ - der „Earth Overshoot Day“ war erreicht. Er markiert seit 50 Jahren den Zeitpunkt, an dem das jährliche Kontingent an nachwachsenden Rohstoffen der Erde bereits aufgebraucht ist. Dieser Tag, ab dem wir von unserer Erde „auf Pump“ leben, rückt von Jahr zu Jahr weiter nach vorne, für dieses Jahr wurde er auf den 25. Juli 2024 berechnet.
Als einer der größten Rohstoffverbraucher trägt die Bauwirtschaft hier eine große Verantwortung und muss ihre Ressourceneffizienz deutlich steigern. Allein sie verarbeitet nach Angaben des Umweltbundesamtes jährlich mehr als 70 Prozent aller in Deutschland gewonnenen Rohstoffe. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der EU: So wird der ressourcenintensive Bausektor im Jahr 2020 insgesamt 37 Prozent des Stahlbedarfs der gesamten EU beanspruchen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Verfügbarkeit der benötigten Rohstoffe wie Bausand, Aluminium, Eisenerz oder Gips stetig abnimmt. Bei gleichzeitig steigendem Marktbedarf wird es daher immer wichtiger, 1. vorhandene Ressourcen zu schonen und 2. Bauprodukte und Rohstoffe umfassend wiederzuverwenden und zu recyceln.
Ein Schwerpunkt der digitalBAU 2024: Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft
Die digitalBAU 2024 gibt umfassende Antworten auf die drängenden Fragen der Kreislaufwirtschaft, des Recyclings und der Ressourceneffizienz. In einer Vielzahl von Vorträgen, Podiumsdiskussionen und an den Ständen der hochspezialisierten Aussteller wird ein breites Spektrum an digitalen Werkzeugen und Dienstleistungen im Kontext des Kreislaufbaus vorgestellt.
Im Fokus stehen beispielsweise moderne Planungsmethoden wie BIM, die digitale und verlässliche Gebäudemodelle als digitale Zwillinge" der gebauten Realität ermöglichen, die Planungs- und Ausführungsqualität deutlich verbessern und den Material- und Rohstoffverbrauch optimieren. Hinzu kommt die verstärkte Nutzung von Umweltproduktdeklarationen (EPDs) oder Product Circularity Data Sheets (PCDS), einem Datenblatt zur Kreislauffähigkeit von Produkten. Die im digitalen Planungsprozess gewonnenen Daten können wiederum in Material- oder Gebäudepässen gesammelt werden, die auf Materialplattformen oder in einem digitalen Gebäuderessourcenpass hinterlegt werden und damit für aktuelle und zukünftige Anwendungen zur Verfügung stehen. Das Konzept des zirkulären Bauens und der damit verbundenen Kreislaufwirtschaft im Bauwesen wird erst dann vollständig rund, wenn die digitale Planung und Dokumentation mit einer digital gesteuerten Fertigung und Produktion kombiniert wird.
Vortragsprogramm der digitalBAU unterstreicht Bedeutung der Kreislaufwirtschaft
Zahlreiche Vorträge an allen drei Messetagen der digitalBAU, in den Fachforen und an den Ständen der Aussteller widmen sich dem Thema Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. So gibt es unter anderem am Messetag 2 einen Themenschwerpunkt zum kreislaufgerechten Bauen sowie weitere fundierte Fachvorträge und Podiumsdiskussionen.












