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Artikel und Hintergründe zum Thema

Wirtschaft & Verbände

Susanne Frank,

Mit dem richtigen Partner Geld verdienen

Die Welt wächst immer mehr zusammen. Damit haben auch Mittelständler außerhalb Deutschlands Chancen auf lukrative Aufträge. Um dort aber Fuß zu fassen, bedarf es starker lokaler Partner oder eines Netzwerkes, das sie professionell unterstützt.

Als 2003 die Baugewerblichen Verbände, Düsseldorf, mit einigen Mitgliedsbetrieben in Richtung Madagaskar aufbrachen, wurden sie nur müde belächelt und kritisiert. „Oft hörten wir, dass das mittelständisch geprägte deutsche Baugewerbe doch nicht im Ausland arbeiten könne“, erinnert sich Dipl.-Ing. Dipl.-Kfm. Heinz G. Rittmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbandes, mit einem Lächeln auf den Lippen.

Nach genau 10 Jahren kann der Bauverband auf eine Vielzahl von realisierten Projekten im afrikanischen und europäischen Ausland zurückblicken. Dabei fing alles damit an, dass man neue Geschäftsfelder und Strategien der Mitgliedsbetriebe erarbeiten wollte.

Der deutsche Baumarkt kriselte, und „das bessere Rendite-Risiko-Verhältnis in Afrika“ lockte. Schrittweise wurden erste mittelständische Baubetriebe für Infrastruktur-Projekte im Ausland begeistert. Es folgten Joint Ventures (z. B. in Kamerun, ­Guinea, Äthiopien, Madagaskar, Uganda, Liberia usw.) mit dort ansässigen Betrieben.

Die Wahl des Partnerunternehmens vor Ort ist entscheidend für den Erfolg des Projektes. Denn nur mit guten Leuten vor Ort, denen man vertraut und die den dortigen Markt sehr gut kennen, hat man eine realistische Chance, wirklich Geld zu verdienen.

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Für beide Partner sind in erster Linie der finanzielle Erfolg und der Know-how-Transfer die wichtigsten Gründungsmo­tive. „Darüber hinaus sind für den afrikanischen Partner Qualifizierung, Kapitalbeteiligung, Maschinenausstattung und für den nicht afrikanischen Partner Beschäftigung, Investments und Infrastruktur von Bedeutung“, betont Auslandsbau-Experte Heinz G. Rittmann.

In Afrika bieten die neuen Partner nicht nur gute Marktkontakte, sondern auch das nötige kulturelle, wirtschaftliche und politische Hintergrundwissen, um alle Probleme letztlich zu umschiffen. „Natürlich profitiert man auch noch von der Kenntnis des lokalen Partners über neue Projekte und dem Zugang zu gewerblichen Mitarbeitern“, weiß er.

Eher problematisch gestaltet sich der Erwerb von Baumaschinen in Afrika. „Maschinen sind erheblich teurer als bei uns, sowohl im Kauf als auch in der Miete. Dafür sind die Löhne erheblich niedriger. Vor diesem Hintergrund muss auch ein Maschineneinsatz anders bewertet werden als in Deutschland“, gibt Heinz G. Rittmann zu bedenken.

Das Fehlen von „klassischen“ Baustoffhändlern hat zur Folge, dass „Baustoffe erheblich teurer als bei uns sind oder nicht erhältlich“. Dies wirkt sich entsprechend auf die Preisgestaltung aus.

Auslandsbauaktivitäten sind auch für kleine und mittelständische Baubetriebe eine interessante Alternative. „Wir Mittelständler haben auch in Afrika gute Chancen, das habe ich bei einem großen Bewässerungsprojekt in Uganda selbst erlebt“, ist Hubert Schlun, Vorsitzender des Deutschen Auslandsbau-Verbandes e.V. (DABV) und Bauunternehmer aus Gangelt, fest überzeugt.

Oft ist man dort nicht so einem ruinösen Preiswettbewerb ausgesetzt wie bei uns in Deutschland. Gleichzeitig bietet das Geschäftsfeld die Chance, Rückgänge am heimischen Markt zu kompensieren. Jedoch sollten Sie stets bedenken, dass Auslands-

bau in Ihr strategisches Konzept verankert sein muss. Es eignet sich nicht als „kleines Zwischenspiel“ für vorübergehende Unterauslastung im Inland.

„Grundsätzlich muss ich betonen, dass der Deutsche Auslandsbau-Verband e. V. vorsichtig und wohlüberlegt im Ausland agiert. Wir schauen schon sehr genau hin, von wem die Infrastrukturprojekte finanziert werden, welches Volumen sie umfassen und welche politischen Risiken dort herrschen. Die Risiken müssen überschaubar sein und die Rendite muss in einem entsprechend positiven Verhältnis stehen“, sagt Auslandsbau-Fachmann Heinz G. Rittmann.

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