Baukrise 2024
Rückblick auf das Baujahr 2023 und Ausblick auf 2024
Die Bauindustrie sah sich im vergangenen Jahr mit einer anspruchsvollen Lage konfrontiert. Die gestiegenen Materialkosten führten zu einem realen Umsatzrückgang von fünf Prozent. Auch die Aufträge verzeichneten einen Rückgang um vier Prozent. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze sank auf nur noch 1.120. Diese Entwicklungen werfen einen Schatten auf den Bau, insbesondere im Wohnungsbau.
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie, kommentiert die aktuellen Konjunkturindikatoren mit Sorge: 'Unsere verhaltene Umsatzprognose wird leider bestätigt. Die nominal schwachen Zuwächse wurden 2023 durch die starken Materialpreissteigerungen aufgezehrt.' Die Bauindustrie erwartet für 2024 einen weiteren preisbereinigten Umsatzrückgang von 3,5 Prozent, obwohl der Bedarf an Bauleistungen nach wie vor hoch ist. Insbesondere im Wohnungsbau spiegelt sich die Krise wider. Für 2024 wird ein Umsatzrückgang von 12 Prozent prognostiziert, nachdem bereits 2023 ein Rückgang von 12 Prozent verzeichnet wurde. Die Stimmung in der Branche ist entsprechend gedrückt, wie eine Umfrage des DIHK Anfang 2024 zeigt. 22 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht, während 44 Prozent eine weitere Verschlechterung in den kommenden 12 Monaten befürchten.
Trotz dieser Herausforderungen zeigen sich die Unternehmen optimistisch, da Wohnungen dringend benötigt werden. Die politische Relevanz der Situation wird deutlich, da der Wohnungsmarkt in den kommenden Monaten und im Bundestagswahlkampf 2025 eine zentrale Rolle spielen wird. Nicht alle Bereiche des Bauwesens sind gleichermaßen betroffen. Im Bereich des Wirtschaftsbaus wird eine leichte Entspannung erwartet, insbesondere durch Großprojekte im Bahn- und Kabelleitungsbau. Die Bauindustrie rechnet hier mit einem realen Umsatzplus von 2 Prozent für das Jahr 2024. Auch im öffentlichen Bau könnte es zu einer positiven Entwicklung kommen, vorausgesetzt es werden langfristige Finanzierungsvereinbarungen getroffen, um dem Substanzverlust bei der Infrastruktur entgegenzuwirken. Insgesamt bleibt die Lage im Baugewerbe vielschichtig. Die Unternehmen sind herausgefordert, sich den aktuellen Herausforderungen anzupassen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Branche von den Belastungen des vergangenen Jahres erholen kann. Ein Blick auf das Baujahr 2024 wird hierüber Aufschluss geben.
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